Hohe Preise am Herkunftsort machen den Export schwierig

Spanien: Viele Primogiori-Zitronen müssen noch geerntet werden, aber die Verkäufe sind langsam

"Stressig" ist das Wort, das die aktuelle Saison bei einigen spanischen Zitronenexporteuren wohl am besten beschreibt. Preise am Herkunftsort sind hoch, aber die Verkäufe schleppend und es hängen noch viele Früchte an den Bäumen die verkauft werden müssen.

Schätzungen sprechen von rund 300.000 Tonnen Primofiori-Zitronen die noch geerntet werden müssen; am 01. Februar waren es noch 445.000 Tonnen gewesen - große Mengen für diese Jahreszeit. Die Zitronen die noch an den Bäumen hängen sind schon weit gereift und sehr groß. Aufgrund des Regens in den letzten Wochen werden sie wohl auch noch weiter wachsen.



"Die Situation ist besorgniserregend, da die Zitronen wegen des Regens und den sonnigen Tagen und guten Temperaturen schnell reifen; das kann zu Problemen mit der Qualität führen, wenn wir sie nicht schnell verkaufen. Es müssen noch viele Primofiori-Zitronen verkauft werden und die Sorte Verna ist bereit für die Ernte, da die Reifung ebenfalls beschleunigt wurde," erklärt ein Erzeuger und Exporteur aus Murica.

Die hohen Produktionspreise für die Primofiori-Zitronen haben es für die Exporteure schwer gemacht sie nach Zentral- und Nordeuropa zu verkaufen. Ailimpo hat die Monate Januar und Februar als "sehr apathisch" und zusammenhangslos bezeichnet, was die Verkäufe angeht. Außerdem gibt es große Konkurrenz aus der Türkei in den östlichen Ländern, wo spanische Zitronen noch nicht so gefragt sind, da die Preise wesentlich höher sind als die der türkischen Zitronen in diesem Jahr. Die politischen Spannungen mit Russland könnten der Grund sein, warum die Türkei nun weniger auf diesen Markt schickt und Europa bevorzugt.

Preise für Primofiori-Zitronen liegen beim Erzeuger bei rund 50 Cent pro Kilo, und die Verna-Zitronen, die bereits geerntet werden, kosten zwischen 80 und 90 Cent pro Kilo. Allerdings finden derzeit fast keine Transaktionen statt, da die Exporteure versuchen die Ernte so lange wie möglich herauszuzögern. Die Verna-Produktion soll in diesem Jahr 40% unter den Volumen des letzten Jahres liegen, so Ailimpo, obwohl bemerkt werden muss, dass 2017 ein Rekordjahr war.

"Verkaufspreise für Zitronen pendeln zwischen 1,00 und 1,20€ pro Kilogramm, daher sind die Gewinnspannen nur sehr klein. Es ist überall in Europa schwer zu verkaufen, wobei die offenen Märkte wie Perpignan und Rotterdam unter anderem am schwierigsten sind," sagt ein anderer Erzeuger und Vermarkter. Die Exporte in Drittländer sind in diesem Jahr auch nicht so gut wie in der Vergangenheit. "Außerhalb von Europa versenden wir nur in die USA, nach Kanada und Norwegen. Wir glauben diese Märkte werden in der Zukunft immer wichtiger werden," fügt er hinzu.

Die Situation im Sektor ist ungewiss, obwohl Ailimpo glaubt, die Nachfrage wird in den kommenden Tagen etwas ansteigen.


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