Spanische Erdbeersaison läuft besser aber nicht ohne Hindernisse

"Früher schmeckten die belgischen und niederländischen Erdbeeren noch besser als die Spanischen. Der Unterschied wird jedoch immer kleiner", sagt Ben Maes, Manager der spanischen Tochtergesellschaft von Special Fruit. Special Fruit verkauft sowohl spanische Erdbeeren aus eigenem Anbau, als auch von anderen Bauern. Beides läuft sehr gut. Dennoch gibt es viele Unternehmen, die keine spanischen Erdbeeren mehr verkaufen. Eines davon ist Fruit World aus Breda in den Niederlanden. Verkaufsleiter Ronald van Vossen: "Unsere spanischen Freunde können inzwischen alles selber. Als niederländisches Unternehmen schaffen wir keinen Mehrwert mehr für sie."


Verkaufspreis niedriger als Produktionskosten
Jahre lang verkaufte Fruit World spanische Erdbeeren, damit haben sie jedoch im letzten Jahr aufgehört. Ronald: "Im Prinzip liefert Spanien seine Produkte selbst. Die Produkte, die sie dann übrig haben, werden zu uns geschickt. Das bedeutet entweder, dass die Qualität schlechter ist oder es zu viel Angebot auf dem Markt gibt. Wir haben in dieser Lieferkette keinen Platz mehr. Wir könnten etwas für den niederländischen Einzelhandel tun, aber dann würden wir in eine bestimmte Preisklasse gezwängt und wir von Fruit World wollen nicht länger Teil davon sein. Ich will Erdbeeren nicht unter dem Produktionspreis verkaufen."

Ronald denkt nicht, dass es ein nationaler Trend ist, den Verkauf von spanischen Erdbeeren einzustellen. "Unsere Konkurrenz investiert sehr viel in spanische Produkte. Ich weiß nicht, ob das wirklich erstrebenswert ist. Die Konkurrenz ist viel größer, und es sind so große Mengen, dass ich bezweifle, dass es gut für das Segment ist."

Calinda
Eines der Konkurrenzunternehmen, das in seinen Eigenanbau in Spanien investiert hat, ist Special Fruit. Ben: "Wir produzieren die Calinda Club Sorte, die eine Fresh Forward Sorte ist. Sie ähnelt den lokal angebauten Erdbeeren sowohl im Geschmack als auch bei der Haltbarkeit. In der Hochsaison hat die Calinda einen sehr süßen Geschmack und ist weniger fest als andere südeuropäische Erdbeeren." Ben ist sehr zufrieden mit dem Anbau. "Die Mengen steigen jedes Jahr. Ende November haben wir mit sehr kleinen Mengen angefangen, aber seit Mitte Januar ist die Ernte sehr gut, sie wächst jede Woche."



Im letzten Jahr war das Wetter in Spanien sehr schlecht, es gab viel Frost und Schnee. "Das hat uns nicht wirklich betroffen und zwar weder die Mengen noch die Qualität. Wir können von Glück sagen, dass wir mit der Calinda eine sehr robuste Sorte haben, die selbst dann ihre Qualität nicht einbüßt, wenn das Wetter mal nicht so gut ist. Das Jahr hat sehr gut begonnen. Durch das kalte Wetter im Süden reifen die Erdbeeren sehr gut, und bis zur Ernte haben sie eine perfekte Qualität."

Im Vergleich zu den freien Sorten, sind die Mengen noch immer ziemlich klein. "Trotz der großen Anbaufläche ist das spanische Angebot in den letzten Jahren leicht zurückgegangen. In diesem Jahr sind die Mengen wieder etwas gestiegen, aber nicht viel. Das Angebot sank Anfang Januar, weil das Wetter gegen Ende des Monats zu kalt wurde. In den kommenden Wochen wird das Wetter hoffentlich besser."

Konkurrenz durch Gewächshäuser
Ben: "Es gibt immer eine gewisse Nachfrage nach lokal angebauten Gewächshaus Erdbeeren. Einige Einzelhändler wollen verschiedene Sorten in ihren Regalen. Außerdem liegt der Fokus auf der guten, südeuropäischen Sorte und qualitativ hochwertigen, lokalen Produkten. Die Geschmäcker müssen sich nicht groß unterscheiden. Sie sehen vor allem anders aus, weil es unterschiedliche Sorten sind, die ganz anders angebaut werden." Special Fruit will bis Woche 23 spanische Produkte haben. "Ende März beginnt dann wieder die niederländische und belgische Gewächshaus Saison. Bis dahin haben wir Erdbeeren aus unserer lokalen, künstlich beleuchteten Produktion."



In Spanien werden fast keine Erdbeeren in Gewächshäusern angebaut. "Es gibt verschiedene Parteien, die damit experimentieren, aber wegen des warmen Klimas, bringt es ihnen nicht wirklich etwas."

Jahre lang hat Special Fruit spezielle Kisten mit Saint Valentines`s Day Erdbeeren angeboten. "Seit dem letzten Jahr haben wir diese aber nur noch mit der Calinda Sorte. In einem so besonderen Moment wollen die Verbraucher nur die bestmögliche Qualität, und wir wollen sie natürlich nicht enttäuschen. Außerdem erzielen wir um den Valentinstag herum immer sehr gute Preise."

Andere Winter Anbieter
Neben Spanien importiert Special Fruits im Winter auch aus Ägypten, Marokko und Portugal. Ben: "Einige Supermärkte bevorzugen ein bestimmtes Herkunftsland. In der Vergangenheit waren Ägypten und Marokko noch nicht so bekannt für Erdbeeren. Für Spanien lief es ganz gut, aber die portugiesischen Erdbeeren waren am beliebtesten. Da uns eine gute Qualität sehr wichtig ist, und wir unseren Kunden diese daher garantieren, ist unseren Kunden die Präferenz für ein bestimmtes Herkunftsland längst nicht mehr so wichtig."

In den Wintermonaten arbeitet Fruit World mit einem Produktionsunternehmen in Äthiopien. Ronald: "Wir konzentrieren uns auf die Spezialisierung. Aus Äthiopien bekommen wir vor allem Sorten, die anders sind als die auf dem Markt. Wir beziehen von Januar bis März Erdbeeren aus dem Land und Mitte April geht dann die niederländische Saison wieder los."

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