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Übersicht Weltmarkt Hartobst

Der europäische Hartobst Markt befindet sich zurzeit unter starkem Druck. Auf dem ganzen Kontinent hat es Verluste durch Frost und Hagel gegeben, das Ausmaß der verursachten Schäden muss in vielen Ländern jedoch noch eingeschätzt werden. Wir haben die Aussichten in den meisten europäischen Ländern und den USA zusammengefasst. Der Markt wird zu Beginn der Saison größtenteils leer sein. Wir sehen uns auch die Situation in der südlichen Hemisphäre an, wo es viele andere Probleme gibt.

Die europäischen Schätzungen deuten auf eine Ernte von 9 Millionen Tonnen hin. Das ist ein Viertel weniger als 2016. In einigen Apfel-Anbauregionen liegen die Verluste zwischen 50 und 70%. Der Hauptgrund dafür ist der Frost im Frühling, der die Blüten beschädigt hat. Die meisten Schäden hat es in Polen, Belgien, den Niederlanden, Österreich, Italien und auf dem Balkan gegeben. Hier sprechen wir von Verlust-Prozentzahlen im zweistelligen Bereich. 

Frankreich: Ausmaß der Schäden variiert
Der Standort der Bauern entscheidet über den möglichen Schaden. Im Südosten und Westen hat es kaum Schäden gegeben. Sie liegen bei nur etwa 5%. Weiter im Norden, im Loire Valley werden die Verluste auf 20% geschätzt, aber auch in dieser Region gibt es große Unterschiede. Es gibt Bauern, die große Schäden erlitten haben, aber auch andere, die kaum betroffen waren. Den ersten Juni-Schätzungen zufolge liegen die Verluste in Zentralfrankreich (Limousin) bei 5 bis 10%. In den Rhône, Alphen und Alsace Regionen sieht es schlimmer aus. Dort werden die Schäden je nach Obstplantage auf zwischen 15 und 50% geschätzt. Insgesamt wird die französische Produktion um 10% zurückgehen. Außerdem wird die Qualität von 10% der Früchte nicht gut sein. 

Auf dem europäischen Markt gibt es nur wenig Hartobst, weil viele Länder Verluste erlitten haben. Daher gibt es eine große Nachfrage nach französischen Äpfeln. Das liegt vor allem daran, dass es im Süden kaum Verluste gegeben hat. Ein Händler hat uns gesagt, dass sein Handy quasi glüht, weil viele Händler davon ausgehen, dass es bald zu Engpässen auf dem Markt kommen wird. 

Das Angebot aus der südlichen Hemisphäre wird voraussichtlich schnell ausverkauft sein, was bedeutet, dass es von Anfang August an kaum noch Äpfel auf dem europäischen Markt geben wird. Für den Golden sieht es vor allem in Italien sehr schlecht aus, wo die Ernte einiger Bauern um die Hälfte reduziert wurde. Auch wenn die Nachfrage nach der Apfelsorte gut ist, sind die Verbraucher nicht bereit dazu die hohen Preise zu zahlen. In den letzten Jahren wurden die Golden Plantagen deswegen verkleinert.. "Aber wenn ein Jahr schlecht für Golden läuft, könnte die Sache wieder interessant werden", sagte ein Händler.



Deutschland: Große Unterschiede bei ersten Schätzungen nach dem Frost
Die Frostschäden im Norden und Osten Deutschlands waren mit nur etwa 10% nicht so schlimm. Das Rheinland hingegen hat mit bis zu 50% größere Schäden erlitten. Auch in Süddeutschland sieht die Lage ernst aus. Besonders hart getroffen wurde die Bodensee Region, wo die Produktionsverluste bei bis zu 70% liegen.

Italien: Große Verluste auf unterschiedlichem Level
Insgesamt werden die Verluste auf zwischen 20 und 25% geschätzt. Die Melinda Marke berichtet, dass unter dem Label etwa 35% weniger Früchte vermarktet werden. Am stärksten betroffen sind Golden und Renetta. Andere Sorten wie Stark, Fuji und Gala sind nicht so stark betroffen. "Wir werden noch Melinda Produkte für unsere Märkte haben, aber es wird insgesamt viel weniger Äpfel in Europa geben", sagte ein Sprecher. Durch die Verminderung des Verkaufstempos sollte die 2016 Saison bis zum 20. November gehen.

Auch in Trentino-Südtirol hat es Verluste gegeben, obwohl es riesige Unterschiede zwischen den Sorten gibt. Die Golden Delicious Produktion wird voraussichtlich deutlich zurückgehen, während die Gala Ernte auf einem normalen Level bleiben wird. Da viel in die Kanzi Kultivierung investiert wurde, wird die Produktion diese Saison deutlich zunehmen, wodurch sie bis Juli verlängert werden könnte.

Spanien trotz kleiner Mengen optimistisch
Katalonien, der größte Apfel- und Birnenproduzent in Spanien, vermerkte im Vergleich zum Vorjahr nur kleine Veränderungen. Die Apfelernte wird auf 284.790 Tonnen geschätzt, was ein 7%tiger Rückgang ist. Bei Birnen sieht es mit 139.970 Tonnen besser aus. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von 1%. Obwohl die Anbaufläche vergrößert wurde, gehen die Mengen zurück. Einem Bauern zufolge müssen die Plantagen verbessert und neuere Sorten angepflanzt werden, die eine bessere Farbe haben und höhere Erträge erzielen.

Insgesamt sehen die Aussichten für die Saison gut aus. Die Händler erwarten insgesamt eine kleinere Produktion in Europa. 

Portugal: Kleine Produktion
Ein Bauer berichtet, dass pro Jahr im Schnitt 1.000 bis 1.500 Tonnen geerntet werden. Das letzte Jahr war mit nur halb so viel eine Ausnahme. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die Royal Gala Produktion in Portugal begrenzt. Ein Großteil der Ernte wird auf Märkte in Europa, Afrika und Südamerika exportiert.

Belgien: Äpfel -70%, Birnen -20%
Belgien setzt große Hoffnungen in die neue Ernte. Die Birnen der alten Ernte sind bereits ausverkauft und es sind nur wenige Äpfel übrig. Einige Bauern wollen diese lagern, bis die neue Saison beginnt, auch wenn sie sich nicht sicher sind, ob die Qualität der Äpfel darunter leiden wird. Für die neue Ernte gibt es verschiedene Aussichten. Die Apfelproduktion wurde stark vom Frost beschädigt; die belgischen Apfelbauern werden diese Saison voraussichtlich 65 bis 70% weniger ernten. Bei Birnen sieht die Situation weniger dramatisch aus. Dennoch wird ein Rückgang von 15 bis 20% erwartet. Zurzeit sortieren die Bauern ihre Birnen und werfen die mit schlechter Qualität raus. Die Kaliber der Birnen sind wegen der Dürre und der Post-Kältebehandlung klein ausgefallen. Auf europäischer Ebene könnte es möglich sein, dass diese Saison mehr Birnen als letzte Saison geerntet werden. In Belgien und den Niederlanden mögen es zwar kleinere Mengen sein, aber in Spanien und Italien könnten die Mengen größer ausfallen, als in der letzten Saison. 

Die Stimmung im belgischen Obstsektor ist sehr schlecht. Verschiedenen Berichten zufolge machen sich viele Bauern große Sorgen. Wenn es so weitergeht, müssen viele Bauern womöglich ihre Tätigkeit einstellen. Viele Bauern geben der Situation mit Russland die Schuld dafür. Russland war seit Ender der späten 90er immer ein guter Kunde und große Mengen wurden dort hin verschickt. Als die Grenze geschlossen wurde, waren viele davon betroffen. Außerdem spielen die schlechten Wetterbedingungen der letzten zwei Jahre wie Hagel, Stürme, Dauerregen, Dürre und Frost eine Rolle dabei. Es wird wahrscheinlich Opfer im Obstsektor geben und in den kommenden Jahren werden viele Unternehmen vom Markt verschwinden. Es sieht nicht so aus, als würde Russland zurückkommen.

Nach einigen Jahren scheint die Regierung endlich etwas konkretes zu tun. Mitte Juli hat das Ministerium für Agrarkultur und Fischerei entschieden, einen Aktionsplan für den Obstsektor aufzustellen. Die gesamte Kette arbeitet damit. Auf dem Plan stehen neue Märkte, neue Früchte und verschiedene andere Optionen. Wir haben uns Qualität, Profitabilität und einer konkreten Agenda verpflichtet. 

Niederlande: Äpfel -26%, Birnen -18%
Die Ernte wird in den Niederlanden kleiner ausfallen. Die Schätzung liegt für Äpfel bei 233 Millionen Kilo; das ist im Vergleich zum letzten Jahr ein Rückgang von etwa 26%. Für Birnen sieht die Situation mit einem 18%tigen Rückgang deutlich besser aus. Die Menge wird voraussichtlich bei 307 Millionen Kilo liegen. Grund für den Rückgang sind Frost und der kalte Frühling. 

Die Ergebnisse variieren je nach Region oder Unternehmen stark. Die Bauern im Süden des Landes erwarten die größten Verluste. Dank der vielen Sonnenstunden werden die Früchte jedoch eine gute Qualität haben und bisher wurden keine Hagelschäden vermeldet. 



Die niederländische Anbaufläche für Äpfel misst 6.950 Hektar. Sie geht seit einigen Jahren zurück. Die Elstar Sorte ist mit einem Anteil von 45% am meisten gewachsen. In diesem Jahr wird die Elstar Ernte voraussichtlich 104 Millionen Kilo erreichen; das ist ein 22%tiger Rückgang im Vergleich zum letzten Jahr.

Die Anbaufläche für Birnen liegt bei 9.750 Hektar. Die Conference ist die beliebteste Sorte und macht mehr als 80% der niederländischen Birnenproduktion aus. In diesem Jahr werden voraussichtlich 254 Millionen Kilo Conference Birnen geerntet werden, was ein 13%tiger Rückgang ist. Die Conference Anbaufläche wächst in jedem Jahr, in diesem sind es bisher 3%.

Polen: Äpfel -30%, Birnen -40%
Es gibt noch immer viel Unsicherheit über die Situation in Polen und verschiedene Zahlen wurden veröffentlicht. Die polnische Apfelproduktion wurde auf 2,85 Millionen Tonnen geschätzt, was 30% weniger als im Vorjahr sind. Die Birnenernte wird voraussichtlich 40% kleiner ausfallen, als 2016. Das Gesamtvolumen wird voraussichtlich bei 40.000 Tonnen liegen. Das sind die Erwartungen von Professor Eberhard Makosz, Präsident der Sozialgesellschaft für die Förderung von Zwerg-Obstplantagen.

Es gibt noch immer eine Chance, dass sich die Zahlen verbessern. Wenn es bis Ende September viel gutes Wetter gibt, könnte die Apfelproduktion noch die 3 Millionen Tonnen übersteigen. Im letzten Jahr hat die Apfel- und Birnenernte Rekordhöhe erreicht. Die Schätzung von Makosz ist die erste für die kommende Saison und basiert auf Zahlen von 52 Baumobst-Bauern, 10 Experten und Plantagenberatern. Es ist noch immer schwer eine akkurate Schätzung zu machen, weil der Einfluss des Frühlingsfrosts sich von Plantage zu Plantage unterscheidet. 

Andere sprechen von größeren Verlusten, die bis zu 50% erreichen könnten. "Diese Saison ist ein Disaster", erklärt ein Händler. Nicht jeder Bauer wurde zum gleichen Ausmaß getroffen. Es gibt Bauern, die kleinere Verluste erlitten haben. Aber viele Bauern sorgen sich darum, ob sie ihren Bestellungen nachkommen können. In etwa vier Wochen wird es mehr Schätzungen geben.

Russland: Großes Hartobst Angebot während der Steinfrucht Saison
Der Hartobst Markt befindet sich an einem kritischen Punkt, so ein Händler. Wegen des Überangebots stehen die Preise unter Druck. "Es ist zurzeit Steinfrucht Saison und die Händler profitieren davon, indem sie groß einkaufen", erklärt ein Händler. Als Folge davon wird der Markt mit Pfirsichen und Nektarinen aus der Türkei, Tunesien, Uzbekistan und China überflutet. Und auch wenn die Nachfrage nach Äpfeln in dieser Phase beschränkt ist, wird der Markt noch immer mit Baumobst überflutet. Es gibt eine angemessene Nachfrage nach Granny Smith, aber viele rote Äpfel wurden von Argentinien nach Russland geschickt. Die Äpfel sind zurzeit teurer als Wassermelonen. Argentinische Äpfel kosten 90 Rubel (1,32 Euro) pro Kilo. Im Vergleich dazu kostet ein Kilo Wassermelonen aus Südosteuropa 15-20 Rubel (0,22 - 0,29 Euro). 

Ukraine: Gute Nachfrage nach Golden
Auch wenn die Ernte früh in diesem Jahr begonnen hat, macht sich der Golden Delicious gut. Der Preis ist hoch, aber die Ausnahme bestätigt die Regel. Der Golden ist etwa eineinhalb Jahre früher als sonst auf den Markt gekommen. Das war eine Überraschung für die Händler. In der Regel fangen die Bauern vor Mitte August nicht mit der Ernte an, um Überschneidungen mit der älteren Ernte zu vermeiden. Lageräpfel sind oft bis September erhältlich.

Für andere Apfelsorten ist es nicht so gut gelaufen, da die Preise im Vergleich zum letzten Jahr um bis zu 85% gesunken sind. "Ein Bauer hat erklärt, dass sie nach dem schlechten Wetter diesen Frühling zu günstigeren Preisen verkauft haben. Einige Bauern haben große Verluste erlitten", so ein Händler.

US: Äpfel +2%, Birnen -1%
Washington, New York und Michigan sind die drei größten Apfelproduzenten in den USA. Die Ernte beginnt im Norden für gewöhnlich im August. Im September geht es dann im Osten und Westen los. In Washington werden voraussichtlich zwischen 140 und 150 Millionen Kisten geerntet werden. Das ist Standard, seit die neuen Plantagen die Produktion aufgenommen haben. Die Bauern in Washington sind optimistisch über die Saison und erwarten etwas größere Mengen. Wegen der besseren Wetterbedingungen haben die Bauern Probleme dabei das Obst auf die lokalen Märkte und auf die Exportmärkte zu bringen. 

In Michigan wurde die Ernte von spätem Frost im Mai beschädigt. Schätzungen zufolge wird die Ernte 43% kleiner ausfallen als im letzten Jahr. In New York wird das Volumen um 12% größer ausfallen als 2016. Diesen anfänglichen Schätzungen nach wird sich die Rubyfrost und Snapdragon Ernte verdoppeln. Der Grund dafür ist die großflächige Ausweitung der Anbaufläche. Es sind neue, aber relativ kleine Sorten. In West New York wird eine gute Produktion erwartet.

Insgesamt werden die USA voraussichtlich 2% mehr Äpfel ernten als 2016. Der Anteil der Bio-Produktion wächst stetig und auch der Honeycrisp und andere Club Sorten vermerken ein Wachstum. Die Bauern pflanzen weiterhin Honeycrisp, Pink Lady, Jazz, Envy und andere Clubsorten. Rote Sorten, Red Delicious und Golden Delicious, Jonagold, Braeburn und Cameo haben alle einen Marktanteil. In diesem Jahr wird es voraussichtlich mehr Gala und Red Delicious geben. 

Die ersten frühen Äpfel werden im August geerntet; dann kommen Sorten wie Jersey Mac, Ginger Gold und Paula Red. Viele Bauern haben einen kleinen Teil ihrer Plantagen für diese frühen Sorten reserviert. Einen Monat später folgen dann die anderen Sorten.

Am 1. Juni waren 85% der Washington Äpfel in Kühlkammern eingelagert. Der Staat wird die Lagerbestände voraussichtlich vor Beginn der neuen Saison ausverkaufen. Diese bestehen hauptsächlich aus Red Delicious, Granny, Fuji, Gala und Cripps Pink. In New York und in Ontario und British Columbia sind die Lager quasi leer. Die Händler erwarten einen sanften Übergang zwischen den Saisons. 

Für Birnen sieht die Situation anders aus. Washington und Oregon erwarten einen 2%tigen Rückgang. Die beiden Staaten machen 85% der kommerziellen Birnenproduktion aus. Das Volumen liegt 10% unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Es gibt auf dem Sortenlevel einige Unterschiede. Beispielsweise werden Green und Red d'Anjou um 7% und 10% wachsen, während Bartlett und Williams um 4% zurückgehen werden. Bosc wird sogar um 29% fallen.

Kalifornien macht 15% der US-amerikanischen Birnenproduktion aus. Der Staat erwartet einen Anstieg des Volumens um 27%. In New York wurde die Birnenproduktion zum Großteil aufgegeben und die Anbaufläche wurde von Pfirsichen und Trauben eingenommen. Im Schnitt wird ein Produktionsrückgang von 1% erwartet. 

Am 14. Juli waren noch 2% der Birnenernte der vorherigen Saison und somit etwa 8.500 Tonnen im Lager. Die Händler erwarten, das Volumen vor Beginn der neuen Saison auszuverkaufen. Das bedeutet, dass die Marktbedingungen vermutlich gut sein werden.

Südafrika: Fuhis fördern Exporte
Das Pink Lady Volumen ist in diesem Jahr niedriger, weil deren Farbe nicht den Anforderungen entspricht. Folglich ist die Menge an Cripps Pink für die ostafrikanischen Märkte, Bangladesch und den lokalen Markt gestiegen. Ende September werden die Exporteure die Cripps Pink Lieferungen nach Großbritannien und in die EU einstellen. Einen Monat später werden auch die Exporte in andere Zielregionen stoppen.

Der Golden Delicious wird das ganze Jahr über vermarktet. Der größte Markt für diese Äpfel ist der afrikanische Kontinent, wobei Nigeria der größte Käufer ist. Auch der Granny Smith ist das ganze Jahr über erhältlich, aber in diesem Fall sind die wichtigsten Exportmärkte die UK und Malaysia. Fuji gehen vor allem auf Märkte im Fernen Osten, insbesondere nach Taiwan, gefolgt von Malaysia. Fujis sind eine der Sorten, die den größten Anteil am Wachstum der Apfelexporte hatten. Den offiziellen Zahlen zufolge sind die Fuji Exporte um 7% gestiegen. Das Volumen von Cripps Red wächst, weil neue Anpflanzungen produktiv werden. Die Saison wird bis November oder Dezember gehen.

Die Packhams und Forelles werden noch immer verschifft. Für beide Birnensorten wurde zu Beginn der Saison ein Anstieg von 3% erwartet. Die Packham Saison geht bis September oder Anfang Oktober. Die wichtigsten Märkte sind Indien, Afrika und der Ferne Osten. Die Forelles werden vor allem in den Fernen Osten und den Mittleren Osten exportiert. Die Saison wird voraussichtlich bis Anfang August gehen. Insgesamt bleiben die Mengen der Birnenexporte im Vergleich zum letzten Jahr ähnlich. 

Chile expandiert in Lateinamerika
Chiles Obst wird in den Supermarktregalen auf dem ganzen Kontinent immer dominanter. Die Chilenen profitieren von der wirtschaftlichen Chancen, geringeren Produktionskosten und vorteilhaften Wechselkursen. Dadurch steigen die Exporte, einschließlich der von Äpfeln. In anderen Ländern machen sich die Bauern Sorgen um die Konkurrenz durch Chile,

Auch wenn die Ergebnisse auf dem Birnenmarkt in diesem Jahr besser aussehen mögen, vermerkt der Sektor nicht gerade ein explosives Wachstum. Am besten könnte man den Markt wohl mit dem Adjektiv "stagnierend" bezeichnen. Argentinien und Südafrika sind wichtige Konkurrenten auf diesem Markt. Wenn China die Grenzen für chilenische Birnen öffnen, könnte das einen positiven Push geben. Der Markt hängt sehr von den Ergebnissen ab, die in der nördlichen Hemisphäre erzielt werden. Wenn es eine große Ernte in diesen Ländern gibt, hat Chile eine schwierige Saison. Wenn die Ernte in der nördlichen Hemisphäre aber schief geht, profitiert Chile davon. Die Saison lief für Abate Fetel Birnen sehr gut. Trotz des Wettbewerbs durch andere Länder ist ein weiterer, wichtiger Faktor für chilenische Birnenbauern, dass es die größte Nachfrage in der nördlichen Hemisphäre gibt. Allerdings können die Birnen, die dort geerntet werden 11 Monate lang gelagert werden, was den Wettbewerb noch verstärkt.


Argentinische Exporte gehen zurück
In der ersten Hälfte des Jahres wurden 185.265 Tonnen Äpfel und Birnen exportiert. Das sind 13% weniger als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Die Exporte lagen auf einem Rekordtief. Auch die Zahlen aus verschiedenen Regionen, die für die Baumobst Produktion bekannt sind, fielen negativ aus. In diesem Jahr hat das Puerto Patagonia Norte Port Terminal von 150.000 Tonnen Birnenexporten (-13%) und 35.000 Tonnen Apfelexporte berichtet. Der Abwärtstrend zeichnet sich seit mehreren Jahren ab und führt dazu, dass die Bauern den Betrieb einstellen.

Trotz der schwierigen Situation für argentinische Produzenten, wird dennoch Hartobst aus Nachbarländern wie Chile, Ecuador und Brasilien importiert.

China erwartet mehr Birnen und Äpfel
China hat einen 40%tigen Marktanteil an der globalen Apfelproduktion. Der Gulf von Bohai, das Loess Plateau, die Yellow River Region und der Südwesten der Highlands sind die wichtigsten Importregionen für das Land. Anders als im letzten Jahr, als ein Teil der Ernte von Hagel und Regen getroffen wurde, wird diese Saison eine große Ernte erwartet. In der Henan Provinz, einer wichtigen Anbauregion, wird die Ernte im Vergleich zum letzten Jahr um 20% größer ausfallen.

Chinesische Äpfel sind in Südostasien und im Mittleren Osten sehr beliebt. Die lokale Produktion ist in diesen Regionen begrenzt und die beliebteste chinesische Apfelsorte ist Fuji. Sie macht sich in diesen Regionen sehr gut. Die Importe stammen zum Großteil aus Neuseeland, den USA und Chile, wobei der Fokus auf Premium Äpfeln liegt. Nach einem kleinen Tief im letzten Jahr, scheint sich der Markt nun zu erholen.

Die Birnensaison beginnt Mitte Juli und die Ernte geht für die meisten Sorten bis Ende August. Ya Birnen werden bis Ende September geerntet. Die Gesamtmenge wird voraussichtlich 5% höher ausfallen als im letzten Jahr. Allerdings wird die Erntemenge in den größten Anbauregionen wegen des Regens während der Blütezeit um zwischen 15 und 20% zurückgehen. China importiert Birnen aus Belgien und den Niederlanden. Die Conference aus diesen Ländern wird in den großen Städten verkauft. 

Seit dem 1. Juni boykottiert die indische Regierung chinesische Äpfel, nachdem bei einer Inspektion die Verletzung von phytosanitären Bestimmungen festgestellt wurde. Indien ist ein großer Markt für chinesische Äpfel, weil China einen 70%tigen Anteil an indischen Apfelimporten hat. Es ist noch immer unklar, wann sich der Markt wieder öffnen wird. 

Ozeanien investiert in Hartobst Produktion
Australiens Apfel- und Birnenindustrie produziert zusammen mehr Obst für den frischen Verzehr, als jede andere Obstindustrie in Australien. Tasmaniens Apfelproduktion ist im Finanzjahr 2015 - 2016 um 28% und somit auf 45$ gestiegen, so das Australische Statistikbüro. Bauern im ganzen Staat pflanzen zehntausende Bäume, um mit der hohen Nachfrage mithalten zu können. Es ist das erste mal seit Jahren, dass es derart große Anpflanzungen gegeben hat. Australien exportiert nur einen kleinen Teil seiner Äpfel und Birnen, aber insgesamt sagt Apple and Pear Australia Limited, dass die Exporte im ersten Quartal des Jahres um 33% gesunken sind. Auch wenn dieses Tief auf ein Rekordhoch im letzten Jahr folgt.

Es gibt Prognosen, dass die neuseeländische Apfel und Birnenproduktion bis 2020 um bis zu 10% und somit auf 11.000 Hektar wachsen könnte. Das liegt vor allem an der starken asiatischen Nachfrage und Zugang zu Kapital und neuen Sorten. Frühe Berichte über die Saison deuten auf perfekte Anbaubedingungen hin. 


Erscheinungsdatum: 07.08.2017

 


 

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