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O&G-Category Manager Andreas Allenspach von Coop (Schweiz):
''Das Verhältnis schweizer- und Importprodukt ist 50-50''

Andreas Allenspach ist seit 1. Dezember 2014  Category Manager O&G der schweizer Supermarktkette Coop. Hiervor hat er 3,5 Jahre in den Niederlanden gelebt und gearbeitet. "Anfangs musste ich mich wieder an der schweizer Mentalität gewöhnen. Die niederländische O&G-Branche ist sehr dynamisch und leidenschaftlich. Man erfüllt die Kundenwünsche, ist offen und beziehungsorientiert. In der Schweiz verläuft alles etwas langsamer."

"Wir hatten ein gutes erstes Halbjahr und haben sowohl volumenmäßig als auch an Marktanteil gewonnen. Genauso wie jeder, hatten wir Anfang des Jahres Probleme durch Mangel, verursacht durch die Wetterumstände in Spanien und Italien. Dank unserer eigenen Einkaufsbüros in diesen Ländern mit direkten Kontakten zu den Erzeugern und Kooperationen, hatten wir zum Glück keine leere Regale. Im Gegensatz zu der Konkurrenz", erzählt Andreas, stolz. "Wir bekommen von den Erzeugern die besten Produkte, die im Nachhaltigkeitsbereich die Zertifizierungsanforderungen von zum Beispiel GlobalGAP und GRASP erfüllen. Wir bestreben eine langfristige Zusammenarbeit, so dass wir eine gute Produktplanung machen können."

Konkurrenz
Die Konkurrenz ist auch im schweizerischen Einzelhandel hart. "Die Discounter sind im Aufmarsch. Lidl ist mit einer neuen Formel im Jahre 2016 richtig gewachsen. Deshalb müssen wir kämpfen für unseren Umsatz. Das Sortiment, die Frische und die Verpackung unserer Produkte machen den Unterschied. Wir müssen aber auch unser Preisimage verbessern und zeigen, dass wir ein gutes Preis-Qualitätsverhältnis liefern. Im Vergleich zu Migros haben wir ein breiteres Sortiment und ist unser Bio-Paket viel breiter. Die allergrößte Konkurrenz stammt von den Schweizern, die oft am Wochenende in Frankreich oder Deutschland einkaufen. Der schweizer Franken ist jetzt etwas schwächer hinsichtlich des Euros, deshalb sind die schweizerischen Produkte etwas billiger und fahren die Kunder weniger oft ins Ausland."



Coop hat als Ziel möglichst viele einheimische Kartoffeln, Gemüse und Obst zu führen. "Local for local ist wichtig für unsere Kunden", bestätigt Andreas. "Momentan stammt etwa die Hälfte unseres O&G-Angebots aus der Schweiz. Für Gemüse sind es etwa 60 Prozent und für Obst etwa 40 Prozent. Was die großen Volumen und niedrigen Preise des spanischen Steinobstes betrifft, dagegen kann man kaum konkurrieren. Das kalte Wetter Ende April hat die schweizerische Obstbranche ziemlich getroffen. Auch der lokale Gewächshausgemüseanbau ist ziemlich stabil. Wie es sich weiter entwickelt, ist größtenteils von der Politik abhängig. Die Erzeuger genießen noch den Grenzschutz. Auf einem geschützten Markt ist es wichtig, das nicht zuviel angebaut wird, so dass die Nachfrage gut bleibt."

Ein wichtiger Pfeiler der schweizer Wirtschaft ist der Tourismus. "Touristen kaufen gerne lokal Molkereiprodukte, Fleisch, Obst und Gemüse. Melonen und Steinobst waren sehr beliebt während des warmen Wetters im Juni", erzählt Andreas. Er glaubt, es ist vorteilhaft für den schweizer O&G-Handel, das das Land kein EU-Mitglied ist. "Wir haben keine Wirtschaftskrise gehabt. Die Kunden achten deshalb auch weniger auf den Preis beim O&G-Ankauf. Die Schweiz schneidet wirtschaftlich sehr gut ab. Auch die Briten haben gute Chancen, sie können bald örtliche Produkte anbieten. Aber wir brauchen auch die Einfuhr, deshalb sollten wir ein gutes Verhältnis zu der EU haben. Wir führen große Volumen aus Übersee ein über unseren Service-Provider und haben auch feste Lieferanten. In den Niederlanden The Greenery (E. van den Berg), Valstar und Rainbow International."



Online
Auch die E-commerceplattform Coop at Home wächst. "Vor allem die schweren Produkte, wie Mineralwasser und Waschmittel, aber auch der Online-Verkauf von Gemüse und Obst wächst um mehr als 10 Prozent jährlich", erzählt Andreas. Coop bietet lose und verpackte Produkte an.

Coop testet momentan eine neue O&G-Abteilung in einigen Läden. "Wir haben in Europa in den Läden untersucht wie man am besten Obst und Gemüse verkaufen kann. Wichtig sind eine gute Atmosphäre, Frische und Natur. So haben wir die Wand geändert, es hat einen hölzernen Look. Auch die Fussböden und die Regale haben wir geändert", erzählt der Category Manager. "Bio wächst immer noch in der Schweiz. Wir sind Marktführer in dem Bereich."

Laut Andreas profitiert das O&G von dem positiven Image des Produktes. "Man hat nie so viel über gesunde Ernährung geschrieben wie jetzt. Das fördert den Verkauf der Beeren und bestimmter Kohlsorten, dann bietet es riesige Chancen. Wir sollten richtig damit umgehen. Exzesse wie Rückstande in den Lebensmitteln können wir uns als Sektor nicht leisten. Jeder in der Kette sollte die Verantwortung dafür übernehmen."

Für weitere Informationen:
Andreas Allenspach
Coop
Thiersteinerallee 14
4002 Basel
Schweiz
Tel: +41 61 336 59 11
Andreas.Allenspach1@coop.ch

Erscheinungsdatum: 19.07.2017

 


 

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