Übersicht Weltmarkt Kakis

In den USA ist die Kakisaison beinahe beendet, während in China und Europa die Ernte in vollem Gange ist. Aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen produziert Spanien 40% weniger als normal. Dies führt nicht zu den erwarteten Preiserhöhungen. Immer mehr Verbraucher auf der ganzen Welt scheinen die Kaki zu entdecken: Amerikanische, europäische und australische Quellen sprechen alle von einer steigenden Nachfrage und viele Länder sehen Möglichkeiten, neue Märkte zu erobern. Nach Angaben Spaniens könnte China zu ihrem größten Markt werden.

Spanien: Menge nimmt um 40 Prozent ab
Die spanische Saison begann nicht gut für die valenzianischen Erzeuger, die sahen, dass ihr Anbau von Frost und Hagelstürmen ernsthaft beschädigt wurde. Die spanische Gesamtproduktion wird um 40% fallen.

Die Mengenabnahme ist bemerkenswert, da viele neue spanische Obstplantagen jetzt in Produktion kommen. "Diese sind noch nicht produktiv genug, um das Defizit auszugleichen", sagt ein Exporteur. Die fehlenden Mengen führten nicht zu dem erwarteten Preisanstieg. Der Grund dafür ist, dass die Erweiterung der spanischen Kakifläche in den letzten Jahren unkontrollierbar geworden ist und der Markt jedes Jahr stärker unter Druck gerät.

"Es gibt so gut wie keine Kontrolle über die Flächenerweiterung. Dies kommt in Spanien häufiger vor. Wenn ein Produkt zu funktionieren scheint, setzen viele Erzeuger darauf, ohne über das notwendige Wissen zu verfügen. Im vergangenen Jahr führten Überschüsse zu Preisen von im schlimmsten Fall 15 Cent pro Kilo, was nicht einmal die Produktionskosten deckt. Aufgrund der Auswirkungen von Frost und Hagel könnte der Markt in diesem Jahr ausgeglichener sein, aber wenn sich die Mengen nächstes Jahr wieder normalisieren, kann ein Drama entstehen", so der Erzeuger und Exporteur. "Als Vorsichtsmaßnahme stoppen bereits mehrere Erzeuger mit der Produktion von Kakis. Letztlich bleiben nur Spezialisten und Fachleute in diesem Bereich über."

30% des spanischen Kaki-Exports gingen nach Russland. Um den Verlust dieses Marktes zu kompensieren, versucht Spanien mehrere neue Märkte zu erschließen, mit China als Hauptziel. "Neben Europa eröffnen wir Märkte in Skandinavien sowie in Nord- und Lateinamerika mit Bestimmungen wie Kanada, USA, Peru und Kolumbien. In diesen Ländern ist die Persimone noch relativ unbekannt und das Interesse an dem Produkt wächst. Es gibt also viel Potenzial. In Asien wachsen wir in Märkten wie Hongkong und hoffen, dass wir bald nach China exportieren dürfen. Chinesische Verbraucher kennen die Kaki bereits und finden unsere Sorten sehr lecker. Es könnte unser größter Markt werden."

Die Branche sucht immer noch nach neuen Sorten und obwohl interessante Varietäten auftauchen, kommt die Qualität der Rojo Brillante nicht ganz nahe. Die neuen Sorten erfüllen auch keine der wichtigsten Anforderungen: die Verlängerung der Saison. "Bei der Verlängerung der Saison erreichen wir ein Limit, was bisher durch neue Behandlungstechniken in der Lagerung und neue Anbautechniken möglich war. Vor einigen Jahren lief die Saison bis Ende Dezember. Wir können jetzt bis März Produkte auf den Markt bringen", sagt der Exporteur, der der Ansicht ist, dass die Umstellung auf peruanische Produkte ein guter Weg wäre, die Saison zu verlängern. Mehrere spanische Unternehmen investieren bereits mit diesem Ziel vor Augen in Peru.

Kakis sind ein gutes, schmackhaftes und attraktives Produkt. Sie sind einfach zu konsumieren und sehr gesund. "Wir müssen im Kakisektor noch viele Schritte machen, aber auf die richtige Weise. Zum Beispiel sollte die Saison sofort mit süßen Kakis beginnen, die eine schöne Färbung haben, um ihren Erfolg zu garantieren und die Preise für alle profitabel zu halten. Eine gute Produktionsplanung ist notwendig, um Überschüsse zu vermeiden, insbesonders in der ersten Saisonphase."

Italien: Kleinere Volumen und gute Nachfrage
Die italienische Kakiproduktion hat noch nicht ihr volles Potenzial erreicht. Für die Rojo Brillante ist das Angebot geringer als die Nachfrage. Die Saison begann in Mittel- und Süditalien vor etwa 15 Tagen und dauert bis zum 20. Dezember. Die Preise sind gut 20% höher als im Vorjahr. Die Ernte in der Emilia-Romagna begann Mitte Oktober. Die Sorte Rojo Brillante wird für Erzeuger zu einer zunehmend interessanten Alternative. Für die Sorte Tipo wird in diesem Jahr mit einem Produktionsrückgang gerechnet.

"Die Aussichten für diese Saison sind hinsichtlich Qualität und Größe positiv, insbesondere im Vergleich zum letzten Jahr, als wir viele kleine Kaliber hatten", erklärt der Geschäftsführer einer Genossenschaft. "Dieses Jahr können wir Produkte mit einer schönen Durchschnittsgröße und höherer Qualität anbieten. Es ist erst der Beginn der Saison, aber bisher gab es keine auffälligen Probleme oder Defekte."

Genau wie in Spanien waren die Kakibäume dieses Jahr strengen Wetterbedingungen ausgesetzt: Frost im April, Windböen, die dazu führen, dass die Bäume viele Blätter und Früchte verloren und extreme Niederschläge in Kombination mit hohen Temperaturen. Daher überrascht es nicht, dass die Mengen in diesem Jahr kleiner sind.

Der Markt für das Tipo Kaki ist stabil. Dies ist die traditionellste und aromatischste Kaki. Sie hat weiches Fruchtfleisch und wird mit einem Löffel gegessen. Das Ende der Ernte nähert sich. Die Saison begann gut, wurde jedoch durch ungewöhnlich hohe Temperaturen für die Jahreszeit negativ beeinflusst. Im Oktober führte dies sowohl zu Anbau- und Reifungsproblemen als auch zu einer reduzierten Nachfrage. Jetzt erholt sich der Markt wieder. Die Tipo Kaki wird normalerweise in einer Zweier- oder Viererpackung verkauft. Der Deckel der Verpackung ist zum Schutz der Früchte unerlässlich und daher im Einzelhandel sehr beliebt.

Im Allgemeinen gibt es für Kakis von Jahr zu Jahr keine größeren Preisänderungen. Selbst wenn Spanien weniger als normal produziert, gibt es keine Preisspitzen.

Jugendliche bevorzugen Kakis mit festem Fruchtfleisch. Sie mögen die Kaki wegen des süßen und zarten Geschmacks und deren Knackigkeit. Sie finden es auch positiv, dass die Früchte so leicht zu konsumieren sind. Es ist von Vorteil, dass die Kaki in Stücke geschnitten und geschält werden kann, ohne schmutzige Hände zu bekommen. Es muss daher möglich sein, neue Märkte zu erschließen.

Deutschland: Niedrige Preise trotz hoher Qualität
Im deutschen Großhandel läuft die Kaki-Saison noch immer auf Hochtouren. Trotz der überzeugenden Qualität sind die Preise im Vergleich zu den Vorjahren relativ niedrig. Die spanische Persimone hat nach wie vor den mit Abstand größten Marktanteil, obwohl sich die italienischen Kakis zunehmend im deutschen Großhandel profilieren. Die Italiener haben jedoch den Nachteil, dass die großen Mengen einige Wochen später auf den Markt kommen als die spanische Produktion. Darüber hinaus ist die Sharon ein zunehmend interessantes Produktsegment, insbesondere im Bio-Großhandel. Diese werden seit etwa 1,5 Wochen hauptsächlich aus spanischer Produktion angeboten.

Niederlande: Nicht viel Konkurrenz für Kakis
Nach einem guten Angebot an Persimonen in den letzten Wochen, nimmt - auch aufgrund starker Regenfälle in Valencia - das Angebot derzeit etwas ab. Dies sorgt für eine Wiederbelebung der Preise. Die Kakis werden derzeit für 5 - 5,50 Euro (5 Kilo) verkauft. Laut niederländischen Importeuren wurde in den letzten Wochen viel Ethephon verwendet, um die Kakis gleichmäßiger zu färben. In der Zwischenzeit sind diese Kakis vom Markt, was zu einem größeren Angebot an am Baum gereiften Kakis mit einer gleichmäßigeren Farbe und Geschmack führt. Ein zusätzlicher Vorteil für die Kaki ist, dass es nicht allzu viel konkurrierendes Obst gibt. Das Steinobst ist vom Markt, gute Mangos gibt es nicht viele und die Trauben sind teuer. Außerdem lernen die Menschen die Kakis immer besser kennen.

Frankreich: Gute Nachfrage nach klassischen Kakis
Ein Großhändler in Rungis sagt, dass auf dem Markt viele Dattelpflaumen erhältlich sind. "Diese Mengen sind nicht einfach zu verkaufen, aber am Ende gelingt es, alles los zu werden." Der Händler selbst hat sich auf die klassische Kaki spezialisiert. "Diese sind viel knapper und daher ist die Nachfrage relativ hoch." Fast alle Persimonen auf dem französischen Markt kommen aus Spanien. Verbraucher sind hauptsächlich Asiaten und Latinos.

USA: Orkane sorgen für kleine Volumen
In den USA variieren die Kaki-Mengen je nach Gebiet stark. Die Mengen an der Westküste sind beträchtlich, während an der Ostküste nur geringe Mengen verfügbar sind. North Carolina wurde in den letzten Monaten zweimal von einem Hurrikan getroffen: Mitte September durch Florence und Anfang Oktober von Michael. Dies hat zu kleineren Mengen geführt. "Wir hatten eine sehr kurze Saison", sagt ein Erzeuger. "Außerdem wachsen in diesem Jahr relativ wenige Früchte an den Bäumen. "Das Gesamtvolumen wird auf 15 bis 20% niedriger als in anderen Jahren geschätzt. Da die Temperaturen erst nach dem Hurrikan Michael zu fallen begannen, färbten sich auch die Früchte spät. Mehrere Produzenten sagen, dass die Nachfrage nach Persimonen inzwischen steigt. Die Preise sind ebenfalls leicht gestiegen.

China: Nachfrage höher als Angebot
Die chinesische Kaki ist jetzt vollständig auf dem Markt. Die Ernte begann vor zwei Wochen in Taiwan, Shaanxi und Hebei. In Taiwan stieg die Produktion in diesem Jahr aufgrund günstiger Wetterbedingungen an. Die Nachfrage nach Persimonen ist höher als das Angebot, daher ist auch der Preis für die Frucht gestiegen, allerdings nur für bestimmte Kakisorten. Die Preise für Kakis aus Taiwan und Shaanxi sind in diesem Jahr im Allgemeinen sehr hoch. Bei anderen Arten ist der Preis im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die Konkurrenz ist auch heftig, da jetzt viele verschiedene Persimonen gleichzeitig auf dem Markt erscheinen. Es gibt keine großen Preisschwankungen, der Preis ist im Allgemeinen sehr stabil.

Australien: Jährlich steigende Nachfrage
Die australische Kakisaison endete im Juni, als die letzten Früchte auf den Markt kamen. Dem Branchenverband zufolge wächst die Nachfrage nach Persimonen in Australien beträchtlich. Man sagt, dass sich die Frucht in den letzten Jahren von einem Nischenprodukt zu einem herkömmlichen Produkt verändert hat. Laut Persimmons Australia wächst der heimische Markt jedes Jahr, weil mehr Verbraucher die Früchte entdecken und probieren.

Auf nationaler Ebene gibt es derzeit 120 Kakiproduzenten mit einer Jahresproduktion von 2.500 Tonnen. Die Mengen waren in diesem Jahr ähnlich wie im letzten Jahr, jedoch wird in den kommenden Jahren mit einer höheren Produktion gerechnet, da in den südlichen Bundesstaaten langsam junge Bäume reifen. Laut der Hort Innovation Statistics wurden in der im Juni 2017 endenden Saison 2.516 Tonnen produziert. Der Gesamtwert betrug 10,5 Millionen US-Dollar. Australien exportierte 143 Tonnen, von denen 38% nach Malaysia gingen. Ende des Winters und des Frühlings wurden 492 Tonnen hauptsächlich aus Neuseeland importiert.

Die australische Produktion besteht zu 95% aus der süßen Sorte, wobei Jiro und Fuyu die Hauptsorten sind. Die größte Variante der klassischen Kaki ist Hachiya.

Südafrika: Wasserversorgung besser als im letzten Jahr
Der südafrikanische Kakianbau findet in der Provinz Westkap statt. Es ist noch früh in der Saison. Die Plantagen wurden gerade beschnitten und die Bäume beginnen, zu blühen. Die Bäume müssen Mitte November in voller Blüte stehen. Die Wasserversorgung scheint viel besser als im letzten Jahr zu sein, obwohl die Kakis weniger von der Dürre betroffen waren als andere Kulturen.


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