Übersicht Weltmarkt Kohl

Obwohl der Konsum von Kohl in unter anderem Osteuropa traditionell hoch ist, steht die Nachfrage in den Ländern unter Druck. In verschiedenen Ländern müssen Erzeuger kämpfen, um Gewinn zu machen. Das ist teils die Folge der sinkenden Nachfrage, teils aber auch durch die geschlossene russische Grenze für europäischen Kohl. Chinakohl geht besser als der traditionelle Spitzenreiter Weißkohl. Während der Markt in Europa durch eine geringe Nachfrage gekennzeichnet ist, steigt diese in der VS mit dem bevorstehenden St. Patrick's Day. An diesem Feiertag wird viel Kohl serviert. Auch in Israel kann die Nachfrage um die Feiertage wie Pesach und Neujahr herum ansteigen.

Deutschland: geringe Nachfrage, historisch niedrige Preise
Momentan herrscht ein erschreckender Überschuss auf dem deutschen Markt. Die Produzenten und Händler sprechen über ein Surplus von ungefähr 20 Prozent im Gegensatz zu de Erträgen des letzten Jahres. Durch die niedrige Nachfrage vom eigenen Absatzmarkt sind die Preise bereits die gesamte Saison historisch niedrig. Die Händler nennen das Preisverhältnis für Weißkohl als Spitze: die großen Kaliber von mehr als 3 Kilo werden für ungefähr 0,05 Euro eingekauft. Die Mittelgroßen (2-3 kg) sind etwas teurer. Auch die normalerweise gut gefragten kleinen Kaliber (bis 2 kg) gehen mit 0,15 Euro kaum besser. Die Preise für Rotkohl sind vergleichbar.

Die Händler haben derzeit wenig Hoffnung auf Verbesserung: ausschließlich wenn man spezielle Kohlsorten anbietet, so wie den in Deutschland bekannten Jaromakohl, liegt der Preis noch auf einem akzeptablen Niveau. Das sind dann auch Sorten, die momentan im Ausland angebaut werden, wodurch die Produktions- und Transportkosten höher sind. Dasselbe gilt für den Spitzkohl: hier ist man zum Teil auf Import aus Portugal und anderen südeuropäischen Ländern angewiesen, aber auch die Preise sind sehr viel geringer als in den letzten Jahren.



Ukrainischen Erzeugern steht das Wasser bis zum Hals
Durch eine kleinere Nachfrage und den geschlossenen Grenzen in Russland, ist es für Kohlproduzenten schwierig, um den Kopf über Wasser zu halten. Nachdem der Konsum abgenommen hat, wird 90 Prozent der Produktion auf den Spotmarkt gebracht, wobei die Deals auf dem Feld oder beim Großhändler geschlossen werden. Erzeuger behalten den Kohl im Lager in der Hoffnung, dass sich der Markt bessert. Dadurch verläuft die Preisentwicklung in dieser Saison recht schwierig. Einem Händler zufolge macht es nicht soviel Sinn, um den Kohl im Lager zu halten. "Die Preise ändern sich im Laufe der Saison öfter nicht, als wohl, daher ist es sinnlos, um zu warten."

Obwohl Erzeuger wissen, dass der Konsum gesunken ist, haben sie kein gutes Bild vom Markt, da alles auf dem Spotmarkt verkauft wird. "Es ist schwierig für sie, um die Veränderungen zu ergründen, also reagiert man auf die einzige Weise, die man kennt: weniger Fläche," erklärt ein Händler.

Weißkohl ist immer noch Marktführer in der Ukraine mit einer Produktion von 1,5 Mio Tonnen pro Jahr. So gut wie das gesamte Volumen wird auf dem heimischen Markt gebracht. Rot- und Chinakohl nehmen die zweite und dritte Position ein. Die Zeiten verändern sich jedoch; in den letzten 5 Jahren ist der Konsum von anderen Kohlsorten dramatisch gesunken.

Der russische Boykott und der verringerte Konsum, unter anderem nach dem Verlust des Kriml und dem anhaltenden Konflikt im Osten des Landes, erschwert es Erzeugern, um Gewinn zu machen. In der Vergangenheit hatte die Ukraine den Vorteil eines frühen Saisonstartes, wodurch sie der Konkurrenz auf dem russischen Markt vor waren. Seit dem Boykott ist das Vergangenheit. Die Saison beginnt im April und läuft bis in den Herbst durch mit der späten Produktion. Die späte Ernte wird für die Wintermonate gelagert.

Polen: Weißkohlsaison "tragisch"

Nach einer, durch einen Händler als 'tragisch' beschriebenen Saison für den Weißkohl, scheint die Situation für den Chinakohl besser zu sein. Durch die großen Mengen im Lager, bleibt die Situation für den Weißkohl schlecht. "Die Nachfrage in Europa ist gering, was niedrige Preise zur Folge hat", erklärt ein Händler. Für Exporteure von Chinakohl sieht der Markt freundlicher aus. Es gibt genug Volumen und die Preise konkurrieren mit dem holländischen Angebot. Ein Händler berichtet, dass er nach Holland, Dänemark und Deutschland exportiert. Erzeuger profitieren nicht von der Situation. Sie erhalten 0,07 Euro pro Kilo weniger als in der vorigen Saison.

Dass der Chinakohl besser als andere Kohlsorten geht, ist wahrscheinlich die Folge des kleineren verfügbaren Volumens. Man muss abwarten, ob der Markt sich gegen Ende April, wenn die neue Saison beginnt, bessert. Der Kohl im Lager wird hauptsächlich an die Industrie geliefert werden oder letztendlich vernichtet.

Kälte bremst Angebot französischen Kohl
In Kw. 9 war es auch in Frankreich eiskalt. Das hat einen großen Einfluß auf die Kohlmenge gehabt. Vor allem die Blumenkohlproduktion ist schnell gesunken. Bei einer großen französischen Genossenschaft, die in dieser Zeit des Jahres ca 80.000 bis 100.000 Blumenkohle pro Woche auf den Markt bringt, stand der Zähler am Donnerstag (9. März) bei 22.000. Im Gegensatz zu vorhergehenden Wochen beginnt das Kohlangebot wieder etwas besser zu werden.

Der Kohlmarkt in Frankreich entwickelt sich immer mehr in Richtung der vorgeschnittenen Produkte, die direkt gebrauchsfertig sind, obwohl die meisten Kohle immer noch im Ganzen verkauft werden. Die Nachfrage nach Mini-Kohl ist beinahe ausschließlich zu Ostern und Weihnachten. Es gibt in Frankreich wohl eine Anzahl Restaurants und Geschäfte, die die Köhlchen ganzjährig anbieten. Der Markt hierfür ist klein, aber stabil. Auf dem französischen Markt fällt hauptsächlich auf, dass immer mehr Konsumenten rohen, vorgeschnittenen Blumenkohl als Snack essen. Dieser Trend ist aus Nordamerika rübergeweht. Die Stückchen Blumenkohl werden auch bei der Zubereitung von herzhaften Torten und Pizza's benutzt.

Italien: Frost schädigt Kohlernte
Es gibt viel Kohl (roten, weißen und Wirsing). Die Preise steigen, aber begannen sehr niedrig. Das ist die Folge des frühlingshaften Januars, gefolgt von einem winterlichen Februar. Ein Händler berichtet, dass nicht viel Produkt verfügbar ist. Der Kohl wurde aus unter anderem Spanien und Portugal importiert. Im Januar war das anders; es gab viel Angebot aus den italienischen Regionen Apulien und Veneto. "Der Preis bleibt niedrig mit 0,50 bis 0,70 Euro", so ein Händler. Der Wirsingkohl ist beliebter und bringt damit auch höhere Preise um die 0,70 Euro.

Durch den warmen Jahresbeginn war die Nachfrage begrenzt. Das schlechte Wetter, das darauf folgte, hat die Produktion beeinflusst. In verschiedenen Regionen beschädigte der Frost den Kohl. "Soweit wir das beurteilen können, sind die Volumen in ganz Europa sehr klein", erklärt ein Händler.

Spanien baut hauptsächlich für den Export an

Der Spitzkohlanbau hat in den letzten Jahren einen guten Wachstum durchgemacht. Vor allem der Export in Vereinigte Königreich steigt schnell, wobei der Dutchy die wichtigste Sorte ist. Obwohl der britische Markt der größte Abnehmer von diesem Kohl ist, ist die Produktion des Dutchy in diesem Jahr mit 30 Prozent gesunken. Zuvor war die Exportsaison für den spanischen Sektor größer, da der britische Einzelhandel lokalen Erzeuger nicht erlaubte, den Kohl zu lagern. Seit zwei Jahren ist dieses Verbot aufgehoben, wodurch die Exportsaison für Spanien verkürzt ist von November-Juni bis Mitte Dezember-Mitte Mai. "Mit so einem späten Start, haben wir keine Zeit, um das Gewächs zu routieren und neue Gewächse zu pflanzen", erzählt ein Erzeuger.

Die Sorte Cape Horn ist in Holland, Deutschland und Frankreich, und auch in den anderen Ländern in Zentral- und Nordeuropa, im Aufschwung. Portugal ist der größte Produzent von diesem Kohl, da das Gewächs gut gegen Feuchtigkeit Bestand ist. In Spanien steigt die Produktion mit 5 Prozent pro Jahr.

Desweiteren wird in Spanien auch Wirsingkohl angebaut, wodurch die Exportsaison von April bis Mai dauert. Das Vereinigte Königreich ist der wichtigste Markt für diesen Kohl. Der Grünkohl ist ein Produkt mit Wachstum. Die spanische Produktion steigt im zweistelligen Bereich, mit 30 bis 40 Prozent) pro Jahr in den letzten drei Jahren. Dei spanische Produktion ist auf Export gerichtet und eine Ergänzung auf die europäische Saison. Der Konsum ist Spanien ist sehr klein.

Murcia ist die wichtigste Anbauregion für Kohl. Durch Wassermangel dort verschiebt der Anbau sich nach Alicante und Delta des Ebro in Tarragona.

Niederländischer Handel schreibt die Kohlsaison ab

Einige Händler schreiben die Kohlsaison bereits ab. Die Ernte ist in Holland außergewöhnlich hoch gewesen, die Kühlzellen laufen über und Osteuropa ist noch nicht auf dem Markt. Es gibt vor allem viel Überschuss an grobem Weißkohl (36er). Die Preisgestaltung ist dramatisch tief. Grober Weißkohl bringt 5 Cent pro Kilo auf, die kleineren Kaliber werden besser bezahlt, 25 Cent pro Kilo. Auch für Rotkohl werden niedrige Preise bezahlt: 6 Cent pro Kilo für 36er, 16 Cent für 60er.

Der Markt für Grünkohl stieg in Woche 9 stark an durch die Kältefront. Die holländische Grünkohlsaison ist beinahe vorbei, wodurch Mangel entstand. Im Laufe der 10. Kw kam der Handel langsam wieder in Gang. Die niederländische Rosenkohlsaison ist beendet.

VS: Preise steigen mit bevorstehendem St. Patrick's Day
Mit dem bevorstehenden St. Patrick's Day arbeiten Erzeuger auf diesen Tag hin, an dem traditionell auf vielen Tellern Kohl zu finden ist. Das Angebot ist gut. Ein Händler erzählt, dass so gut wie alles was hereinkommt, an Einzelhändler geht, die Programme gebucht haben. Das Angebot ist laut Schätzungen 25 Prozent höher als normal. "Die Volumen sind besser als im letzten Jahr, als wir Schaden durch Wetter hatten", erzählt ein Händler. Sturm und Regen hatten die Ernte beschädigt. Die Konkurrenz kommt derzeit vor allem aus Texas, die Konkurrenz an der Westküste von Kalifornien ist begrenzt.

Die Preise für Gemüse steigen. Ein Händler schätzt, dass der Kohl in diesem Jahr 10 Prozent teurer ist gegenüber dem Vorjahr. Erwartungsgemäß wird der Markt nach dem Feiertag zusammenbrechen. Die Erzeuger haben dies bei der Anpflanzung berücksichtigt. Die erstfolgende Hochzeit in der Nachfrage ist wahrscheinlich nicht vor dem Frühling.

Israel: Import erlauben oder nicht?
Trotz verschiedener Perioden mit schlechtem Wetter ist der Preis für Rot- und Weißkohl stabik geblieben. Der Preis für Weißkohl liegt um die 0,50 Euro pro Kilo, Rotkohl bringt 0,80 Euro pro Kilo. Die Preise liegen trendgemäß auf Normalniveau für Kohlpreise in Israel. Die letzten Jahre gab es wenig Bewegung in den Preisen.

Das Land produziert ungefähr 60.000 Tonnen Kohl auf Jahresbasis. Das vollständige Volumen wird auf dem inländischen Markt abgesetzt. Der Großteil der Ernte geht zur Industrie, der Rest ist für den Frischmarkt. In der Vergangenheit gab es Perioden, in denen es Nachfrage aus Europa und Russland gab, was Exportchancen geboten hat. Die letzten Jahre sind die Preise allerdings niedrig, wodurch diese Option nicht gewinnbringend ist.

Trotz der stabilen Produktion gab es in den letzten Jahren Mangel durch Spitzen in der Nachfrage. Vor allem um die traditionellen Feiertage wie Pesach (im Frühling) und das jüdische Neujahr (im Herbst) herum. Als Reaktion hierauf, hat die Regierung Kohl an die Liste der Produkte hinzugefügt, von denen Importsteuern zeitweilig gesenkt werden können. Dies, um zu verhindern, dass die Preise in die Höhe schießen. Das Ziel der Programme ist, um auf der Basis von Voraussagen bezüglich Nachfrage und Angebot, den Markt zu öffnen. Erzeuger haben wenig Vertrauen in dieses System, sie finden es unfair, da es schwierig ist, um vorauszusagen, wann die Nachfrage in die Höhe schießt. Die Folge kann sein, dass die Grenzen geöffnet werdne, die Preise sinken und die lokale Erzeuger getroffen werden. Die meisten Kohlerzeuger haben es bereits schwierig.

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