„So machtlos wie aktuell an der Tankstelle, werden die Verbraucherinnen und Verbraucher in nicht allzu ferner Zukunft auch am Gemüseregal stehen", so Günther Warchola vom Verband des Bayerischen Fruchtimport – und Großhandels e. V.
Gerade erfahren Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher, was es heißt, wenn sich ein paar Erdöl-Konzerne den Markt aufteilen. Machtlos stehen sie Preissprüngen gegenüber, weil es kaum noch Wettbewerb gibt, da, je nach Studie und Messung, bis zu 70 Prozent des Kraftstoffabsatzes von nur fünf Konzernen verantwortet wird.
Im Markt für Lebensmittel, frischem Gemüse und Obst droht ähnliches: „Fusionen der letzten Jahre haben dazu geführt, dass rund 85 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels von vier großen Unternehmensgruppen kontrolliert werden: Edeka, Rewe, Schwarz (Lidl) und Aldi. Das stellte die Monopolkommission in einem Sondergutachten im November 2025 fest.
© ©COMEO Günther Warchola, Präsident, Verband des Bayerischen Fruchtimport – und Großhandels e.V. ©COMEO
„Ganz entscheidend wird es sein, die verbliebenen 15 Prozent an freiem, ungebundenem Handel zu stärken. Das sind all die Wochenmärkte in den Stadtteilen, das sind die Obststände am U-Bahnaufgang, die Viktualienmärkte in ganz Bayern, das sind die kleinen Gemüsehändler ums Eck und das sind auch die heimischen Produzenten", so Warchola, der weiter ausführt: „Der größte Teil der in Bayern produzierten Ernteerzeugnisse wird über den Münchner Großmarkt vermarktet und distribuiert. Sogar Direktvermarkter profitieren von dem großen Handelsplatz, weil sie ihr Angebot abrunden und vervollständigen."
„Nach 15 Jahren Hängepartie sind jetzt die Stadt München und auch das Land Bayern dringend gefordert, gemeinsam mit der Händlerschaft Optionen zu suchen und zu prüfen", fordert Warchola. „Egal wo, in München oder am Stadtrand, die faire und sichere Versorgung der Bevölkerung mit Frischwaren ist der zentrale Ankerpunkt."
Hintergrund
Die kleinen und mittelständischen Großhändler, vertreten vom Verband des Bayerischen Fruchtimport – und Großhandels e. V., sorgen dafür, dass es den freien und ungebundenen Lebensmitteleinzelhandel noch gibt. Zudem versorgen sie die Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen, Kitas und die Gastronomie mit frischem Obst und Gemüse.
So ist der Münchner Großmarkt das Herzstück der unabhängigen Lebensmittelversorgung für München und stellt sicher, dass in der Millionenstadt– und weit darüber hinaus – Frische, Vielfalt und Qualität verfügbar und bezahlbar bleiben. Ohne diesen zentralen Umschlagplatz gäbe es noch weniger Wettbewerb und damit langfristig steigende Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Die Studie der Monopolkommission finden Sie hier.
Weitere Informationen:
www.fruchtverband.de