Das winterliche Wetter bremste laut BLE in Hamburg den Umschlag, lediglich durch eine reduzierte Bereitstellung verhinderten die Händler Vergünstigungen. In Frankfurt waren die zyprischen Importe weiterhin knapp, sodass ihre Preise auf hohem Niveau verharrten. München und Berlin berichteten von weitgehend konstanten Notierungen.
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In Deutschland wachsen Kartoffeln seit einigen Jahren wieder in besonders großen Mengen: zuletzt bundesweit auf 301.000 Hektar. Das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem fiel die Ernte mit rund 13,4 Millionen Tonnen so üppig aus wie zuletzt zur Jahrtausendwende. Optimale Witterung, also passende Temperaturen und ausreichend Niederschlag, ließ die Knollen gut gedeihen. Schon im Jahr zuvor zeigte der Trend im Anbau klar nach oben.
Viele Landwirtschaftsbetriebe reagierten auf die lukrativen Erzeugerpreise, die Kartoffeln in den letzten Jahren abwarfen, stiegen neu ins Geschäft ein oder weiteten ihren Anbau aus. Manche sprechen gar von einer „Lizenz zum Gelddrucken", die Kartoffelbauern jahrelang gehabt hätten. Auch Probleme bei Alternativkulturen wie Zuckerrüben trugen dazu bei, dass Kartoffeln zunehmend in den Fokus rückten.
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NRW/Hessen:
In Nordrhein-Westfalen gab es im Vergleich zur Vorwoche keine nennenswerten Markt- und Preisveränderungen. Gleiches galt für Hessen.
Rheinland-Pfalz:
Der Kartoffelmarkt bleibt weiter fest in Käuferhand. Das Angebot aus Überschussgebieten bleibt drängend, der Druck verstärkt sich weiter durch Ware aus Frankreich und den Niederlanden. Festere Erzeugerpreise und Lageraufgelder sind nicht in Sicht, viele Lagerhalter suchen auch angesichts schwindender Qualitäten nach Möglichkeiten die Partien noch verlustfrei unterzubringen.
Niedersachsen:
Der Angebotsdruck aus der Landwirtschaft hält weiterhin an. Für Partien mit nachlassender Qualität bestehen im aktuellen Vermarktungszeitraum leider keine wirtschaftlich sinnvollen Alternativen. Diese Ware könne nach Angaben der Heidesand eG in vielen Fällen lediglich im Bereich der Futterkartoffeln Absatz finden.
Schleswig-Holstein:
Das Großhandelsgeschäft mit Speisekartoffeln zeigt sich auch in dieser Woche unverändert. Hierzulande sind die Kartoffelläger noch voller, als im Vorjahr zu dieser Zeit. Die Ausgangssituation bleibt also auch unverändert. Das Angebot ist viel zu groß für die saisonbedingt ruhige Nachfrage. Somit bleibt die Qualität nach wie vor das entscheidende Vermarktungskriterium. Es finden nur wirklich einwandfreie Partien überhaupt einen Abnehmer. Dieses Überangebot erstickt die Forderung nach Lageraufschlägen, die für eine kostendeckende Vermarktung dringend erforderlich wären, im Keim. Zusätzliche Nachfrageimpulse sind angesichts der Karnevalssaison nicht zu erwarten, lediglich Großküchen und Kantinen verzeichenen eine etwas erhöhte Nachfrage. Auch vom Terminmarkt kommen keine positiven Impulse. Der Frontmonat notierte sogar noch etwas schwächer bei nur noch 4 EUR/kg.