Seit 25 Jahren beschäftigt sich Enza Zaden mit der Entwicklung von Mini-Conicals (spitzförmige Mini-Paprikasorten). Im vergangenen Jahrzehnt konzentrierte sich das anerkannte Züchtungsunternehmen vor allem auf die Entwicklung kernloser Mini-Conical-Paprika-Sorten. Dies führte Ende 2024 zur Markteinführung der ersten Sorten für den kommerziellen Gemüseanbau. Das Aushängeschild dieser neuen Produktlinie ist Tribelli Seedless, eine Reihe kernloser Mini-Spitzpaprika, „die sich durch die Kombination von Genetik, stabiler Qualität, ganzjähriger Verfügbarkeit und sehr gutem Geschmack auszeichnet. Nicht ohne Grund ging Tribelli Seedless in einer Reihe unabhängiger Blindverkostungen als beliebteste Mini-Paprika (80 %) hervor", berichtet das Team von Enza Zaden auf Nachfrage. Die Sorteninnovation wurde bereits für den diesjährigen Fruit Logistica Innovation Award (FLIA 2026) nominiert.
Mittlerweile wird Tribelli Seedless sowohl in Nord- als auch in Südeuropa angebaut, um das Produkt dem europäischen LEH das ganze Jahr über anbieten zu können. „Wir haben mit roten, kernlosen Spitzpaprika begonnen. Gelb und Orange werden bald folgen, um die übliche Farbmischung anbieten zu können. Erfahrungsgemäß ist es besonders vorteilhaft, die rote Paprika als Einzelprodukt anzubieten, da sie sich im Regal neben der üblichen Farbmischung mit Kernen besonders gut abheben. Das Erntefenster der Tribelli Seedless sei nach Angaben von Enza Zaden vergleichbar mit dem normalen Mini-Spitzpaprikas.
© Hugo Huijbers | FreshPlaza.de
Das Team von Enza Zaden auf der diesjährigen Fruit Logistica.
Nährstoffreich und verzehrfertig
Die Entwicklung und Einführung neuer Snackgemüsesorten entspricht einem breiteren gesellschaftlichen Trend, bestätigt Jessica Zomerdijk, Regional Marketing Manager bei Enza Zaden. „Einerseits strebt eine wachsende Gruppe von Verbrauchern einen gesünderen Lebensstil an, andererseits steigt die Nachfrage nach verzehrfertigen Convenience-Produkten. Aus diesem Grund sehen wir Wachstumspotenzial für die Kategorie Snackgemüse und insbesondere für Mini-Paprika. Diese enthalten beispielsweise mehr Vitamin C als Orangen. Da Mini-Paprikas nun auch kernlos angeboten werden, eignen sie sich zudem auch für den Direktverzehr. Unsere Marktforschung hat gezeigt, dass viele Verbraucher normale Mini-Paprika hauptsächlich zu Hause essen, weil sie wegen der Kerne noch geschnitten werden müssen. Dieser Aufwand entfällt bei kernlosen Paprika. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei einer kernlosen Mini-Paprika weniger Abfall entsteht; schließlich ist Lebensmittelverschwendung für viele Verbraucher heutzutage ein wichtiges Thema."
Erfreuliche Ergebnisse auf Anbau- und Absatzebene
Die bisherigen Anbauversuche deuten auf eine positive Entwicklung der Sorten hin. „Wir arbeiten eng mit unseren Produzenten zusammen, tauschen unsere Erfahrungen aus, bewerten, steuern und blicken gemeinsam in die Zukunft. Einer der Gründe für die Zusammenarbeit mit ausgewählten Erzeugern ist gerade diese enge Zusammenarbeit und die „Co-Creation". Eine der praktischen Herausforderungen im Anbau von Tribelli Seedless war anfangs die Trennung beider Kulturen in größeren Gewächshäusern, um eine Bestäubung durch normale Mini-Paprika zu verhindern. Dies haben wir inzwischen jedoch gut im Griff."
Auch in Bezug auf das Marketing sei man auf dem richtigen Weg. „Die ersten Gespräche, die wir gemeinsam mit unseren Produzenten mit Entscheidungsträgern des LEH geführt haben, waren besonders positiv, und es gibt bereits erste Listungen. Wir bieten in Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnerproduzenten ein kernloses Programm an, keine einzelnen Sorten, um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten und die Bekanntheit des Konzepts zu steigern. Wir sind auch davon überzeugt, dass die Differenzierung am Point of Sale die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf sich zieht und sich somit positiv auf den Absatz auswirkt. Die Verbraucher sind offen für die kernlose Innovation, müssen sie aber letztlich im Regal entsprechend finden können."
Die kommende Saison steht für Enza Zaden und seine Partner komplett im Zeichen der Weiterentwicklung und Optimierung des Tribelli Seedless-Programms. „Es ist wichtig, gemeinsam mehr Wissen und Erfahrung im Anbau von kernlosen Paprika aufzubauen. Was den Absatz angeht, erwarten wir, dass die Nachfrage des europäischen Einzelhandels nach kernlosen Paprika aufgrund der Verbraucherfreundlichkeit weiter steigen wird. So können wir der Kategorie Paprika einen Impuls geben, von dem letztendlich die gesamte Kette profitiert."
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