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Fachwissen nach der Ernte überbrückt die Kluft zwischen Ursprung und Verbraucher

Niederländische Reifungsanlage setzt auf Qualität, nicht auf Geschwindigkeit

Wer in einem europäischen Supermarkt eine weiche Avocado oder eine saftige Mango kauft, könnte meinen, dass diese Früchte gerade erst vom Baum gepflückt wurden. Das ist jedoch nicht der Fall. Vor allem bei Früchten aus Übersee ist ein Zwischenstopp in einer Reifungsanlage erforderlich. Der Reifungsspezialist Niels van Hassel von Logistics Business Partners (LBP) sorgt jeden Tag für den letzten Schliff. „Ich sehe mich als Helfer von Mutter Natur", sagt er. „Ich beschleunige oder verlangsame das, was notwendig ist, aber Eile ist selten eine gute Idee."

© L.B.P.

Früher reifte LBP hauptsächlich Bananen. Heute konzentriert sich das niederländische Unternehmen vor allem auf Avocados und Mangos. „Diese Früchte wachsen am schnellsten", sagt Niels. Kürzlich reifte LBP Mangos aus Brasilien und die letzten peruanischen Avocados. LBP hat auch Erfahrung mit Kochbananen, Kiwis, Kiwibeeren, Steinobst und Papayas. Einzelhändler möchten den Verbrauchern verzehrfertiges Obst anbieten, was zu einem starken Anstieg der Nachfrage geführt hat.

Trockenmassequalität und Brix: Messwerte sind bekannt
Bei der Ankunft wird die Qualität jeder einzelnen Frucht überprüft. „Ich arbeite mit 15 verschiedenen Herkunftsländern, von denen jedes seine eigenen Eigenschaften hat. Zu Beginn der Saison kann der Trockenmassegehalt eine besondere Herausforderung darstellen." Bei Kiwis wird der Brix-Wert gemessen. Dieser Wert und Druckmessungen sagen viel über Geschmack und Textur aus. Kiwibeeren, die meist aus Polen stammen, kommen oft hart an, und LBP bringt sie fast zur Reife.

© L.B.P.

Die Kunden des Unternehmens bestimmen das gewünschte Ergebnis. „Die Früchte gehören uns nicht", erklärt Niels. Manchmal gehen sie an Supermärkte, manchmal an Sushi-Restaurants, mit vollkommen unterschiedlichen Spezifikationen. Die Beratung zur Reifung ist daher ein wichtiger Teil der Arbeit. Manchmal lautet diese: Nicht reifen lassen. „Wenn der Trockensubstanzgehalt zu niedrig oder die Qualität der Früchte schlecht ist, sage ich das ehrlich. Man kann den Reifungsprozess nicht erzwingen, ohne an Qualität einzubüßen."

Flexible Reifungszellen
LBP verfügt über acht multifunktionale Reifungsräume für 80 Paletten. „Unsere Flexibilität ist einzigartig", betont Niels. Die computergesteuerten Räume regulieren Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Ethylengehalt präzise nach Obstsorte und gewünschtem Reifegrad. Das Unternehmen hilft Kunden ohne Reifungsanlagen sowie solchen mit eigenen Kammern, die zusätzliche Kapazitäten benötigen. Es können auch kleine Chargen von nur vier Paletten verarbeitet werden. Neben der Reifung bietet LBP Dienstleistungen wie das Trocknen von Ingwer und Physalis, die kontrollierte Kühlung von Obst, das zu warm angeliefert wurde, und die Verbesserung der Farbe von Zitrusfrüchten an.

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Während der Reifung können Avocados sieben bis acht Prozent ihres Gewichts verlieren. „Wenn sie in den Niederlanden bleiben, können sie schnell reifen. Wenn sie nach Deutschland oder weiter transportiert werden, lasse ich sie etwas weniger reifen, damit sie unterwegs nicht überreifen." Trotz der computergesteuerten Räume verlässt sich Niels bei seinen Entscheidungen nicht auf KI. „Ich kümmere mich selbst um alles. Die Reifung ist keine Fabrikarbeit. Jede Charge ist anders. Es geht darum, der Natur unter die Arme zu greifen, aber letztendlich setzt die Natur die Grenzen. Das muss man respektieren", fasst er zusammen. (PB/PDC)

Weitere Informationen:
L.B.P. Rotterdam BV
Honderdland 50
2676 LS Maasdijk
Tel: +31 174 530550
[email protected]
www.lbp.net

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