Birnenmarkt ordentlich - Apfelmarkt extrem schwierig

"Wenn wir den asiatischen Markt erobern wollen, müssen wir andere Sorten anbauen"

Für Birnen sieht der Markt ziemlich gut aus. "Zumindest für die Erzeuger, die schöne Formate ernten konnten, sind die Preise akzeptabel. Die Situation für kleinere Birnen ist aufgrund fehlender Bewässerung etwas schwieriger. Trotzdem läuft der Verkauf im Allgemeinen reibungslos", sagt Kris Wouters von Fruithandel Wouters in Belgien.

Die QTee® Birnen sind im Obstladen bereits komplett ausverkauft. "Nächste Woche wird das komplett abgeschlossen sein. Dabei hatten wir zu Beginn der Saison noch Angst vor dem Absatz. Die Menschen achten mehr auf den Geldbeutel und die Clubsorten liegen im Allgemeinen in einem höheren Preissegment. Zu unserer Überraschung ist es uns jedoch gelungen, die gleichen Preise wie im letzten Jahr mit den gleichen Mengen zu erzielen", erklärt der Händler.

Was die Conference betrifft, so ist die Situation etwas schwieriger, aber, so Kris, es gibt auch hier nicht viel zu beklagen. "Alle Bestimmungsorte, an die wir normalerweise verkaufen, laufen gut. Italien hat große Probleme mit dem heißen Wetter. Außerdem gibt es auch viel weniger Birnen aus Spanien, was uns zugute kommt. Wir haben eine größere Ernte als im vergangenen Jahr, also sollte eigentlich nichts passieren. In der letzten Saison sah es auch gut aus, aber dann brach der Krieg aus. Jetzt muss der Verkauf reibungslos weitergehen, sonst wird es ein Problem. Aber im Moment sieht es gar nicht so schlecht aus."

Bei Äpfeln hingegen sieht die Sache ganz anders aus. "Die Preise, zu denen die Äpfel derzeit verkauft werden, sind eigentlich nicht gerechtfertigt. Es gibt einfach viel zu viele Äpfel auf dem Markt, was bedeutet, dass es zumindest in den nächsten zwei Monaten sehr geschäftig zugehen wird. Wir hoffen, dass sich die Dinge nach Neujahr in eine bessere Richtung bewegen werden. Es sind viele Früchte an den Bäumen hängen geblieben. Hinzu kommt, dass aufgrund der hohen Energiekosten weniger eingelagert wird, so dass z.B. viel in die Industrie geflossen ist. Das könnte dazu geführt haben, dass weniger Mengen in den Kühlräumen liegen und somit weniger Äpfel ab Neujahr auf dem Markt sind. Aber es ist in dieser Welt unmöglich, Vorhersagen zu machen."

Andere Sorten zur Eroberung des asiatischen Marktes
Kris ist gerade aus Thailand zurückgekehrt, wo Fruithandel Wouters mit einem Stand auf der Asia Fruit Logistica vertreten war. "Ob es eine erfolgreiche Messe ist, weiß man erst, wenn man gute Kunden hat, aber es war sehr interessant, mit Leuten aus den verschiedenen asiatischen Ländern zu sprechen. Es ist eine ganz andere Welt als hier. Während in Europa wirtschaftlich alles bergab zu gehen scheint, geht es dort aufwärts. Außerdem wird sehr viel Wert auf die Gesundheit gelegt, so dass Obst und Gemüse sehr beliebt sind. Es war schön, sich ein Bild von den Kulturen in Thailand, Vietnam und Indonesien zu machen, zum Beispiel."

Der Exporteur blickt daher mit großem Interesse auf den asiatischen Markt, wo es definitiv Potenzial gibt, bestätigt er. "Dies ist jedoch nicht unbedingt so offensichtlich, wie die Leute im Allgemeinen denken. Ich habe festgestellt, dass es für Äpfel und Birnen sehr spezifische Anforderungen gibt. Oft wählen sie Sorten, die nicht immer unsere erste Wahl sind. Qtee lässt sich in Ländern wie China oder Vietnam im Allgemeinen immer noch gut verkaufen, aber die rauschaulige Conference entspricht nicht den ästhetischen Ansprüchen von Vietnam oder Indonesien. In China war dies anfangs auch der Fall, aber das hat sich inzwischen umgekehrt. In Vietnam hingegen befinden wir uns noch in der Anfangsphase."

"Andererseits wird der Envy aus Neuseeland dort sehr teuer verkauft. Ein Apfel, der in der Regel nicht besonders schön ist, was Farbe und Aufmachung angeht, aber der Geschmack ist wirklich das, was die Verbraucher dort wollen. Meine Schlussfolgerung nach der letzten Messe ist also, dass wir andere Sorten anbauen müssen, wenn wir diese Märkte erobern wollen", erklärt Kris.

Die Entscheidung, diesen Schritt zu wagen, ist jedoch mit Risiken verbunden. "Wenn wir etwas anbauen wollen, das sich in Europa nur schwer verkaufen lässt, müssen wir sicher sein, dass der asiatische Markt für uns zugänglich bleibt. Wir haben es mit Russland gesehen; ein Markt kann plötzlich wegfallen. Außerdem ist es schwierig, mit dem derzeitigen Containertransport zuverlässig zu liefern. Das ist sehr teuer und führt manchmal zu Verzögerungen. Der Export in den asiatischen Markt hat viele Tücken. Es gibt viel Potenzial, aber ich persönlich wage es noch nicht, alles auf diese Karte zu setzen."

Für weitere Informationen:
Kris Wouters
Fruithandel Wouters
Kasteellaan 21
3454 Rummen - Belgien
+32(0)475283696
kris@woutersfruit.be  
www.woutersfruit.be   


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