"Vor der Pandemie war Ernährungsarmut ein großes Problem in Schweden"

Skandinavische Länder spüren die Auswirkungen der weltweiten Inflation und der hohen Energiepreise

Die Verbraucher und Unternehmen in den skandinavischen Ländern, die oft als wohlhabendere Märkte gelten, bekommen ebenfalls die Auswirkungen der weltweiten Inflation und der höheren Energiepreise zu spüren, weshalb sich die Menschen von gesunden Frischprodukten abwenden und stattdessen billigere verarbeitete Lebensmittel kaufen.

Die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass die Verbraucher weiterhin gesunde Frischprodukte konsumieren und sich diese auch leisten können, ist von so großer Bedeutung. Deshalb traf sich ein führendes schwedisches Unternehmen für Frischprodukte auf hoher Ebene mit Stefan Ingves, dem Präsidenten der schwedischen Zentralbank Sveriges Riksbank, um die Folgen der Inflation und der steigenden Kosten zu besprechen. Die Greenfood-Gruppe, einer der führenden nordeuropäischen Anbieter von frischem Obst und Gemüse und vorgeschnittenen Salaten, informierte den Gouverneur über die Herausforderungen.

Stefan Ingves, der Gouverneur der schwedischen Zentralbank Sveriges Riksbank, zu Besuch bei Greenfood Bild: Greenfood Gruppe

In einer Erklärung teilte das Unternehmen mit: "Steigende Zinssätze, höhere Energiepreise und Inflationsdruck sowie die Folgen von Inflation und steigenden Kosten waren Gegenstand der Diskussion. Eine besorgniserregende Auswirkung der höheren Lebenshaltungskosten ist, dass die Verbraucher es sich nicht leisten können, gesündere Optionen zu wählen, und daher zu billigeren, verarbeiteten Lebensmitteln mit hohem Kalorien-, Zucker- und Salzgehalt greifen. In diesem Fall erhöht sich langfristig das Risiko ernährungsbedingter Krankheiten. Der Verzehr von Lebensmitteln mit guten Nährstoffen, wie z. B. Gemüse, steht im Zusammenhang mit der Erhaltung der Gesundheit und der Vermeidung vieler verbreiteter Zivilisationskrankheiten."

Anne Lunde Dinesen von der Nationalen Samordnare Stadsmissionens matcentraler, einer Nichtregierungsorganisation, die in ganz Stockholm und Schweden Lebensmittel an Bedürftige verteilt, bestätigt diese Ansicht und führt weiter aus. "Schon vor der Pandemie und der hohen Inflation war die Lebensmittelarmut in Schweden ein großes Problem. Heute leben 700.000 Menschen in finanzieller Not, was bedeutet, dass sie gezwungen sind, den Kauf von Lebensmitteln zu vernachlässigen und nur die preiswertesten Lebensmittel zu kaufen. Die Lebensmittelzentren von Stadsmissionen tragen zur Linderung der Lebensmittelarmut bei, indem sie jeden Monat etwa 250 Tonnen Lebensmittel an Bedürftige verteilen. Das ist keine Lösung für die Armut, sondern eine Notlösung."

In den jüngsten Ergebnissen der Konjunkturumfrage für Schweden, die diese Woche von der Riksbank veröffentlicht wurden, heißt es: "Die wirtschaftliche Lage ist immer noch gut. Allerdings mehren sich nunmehr die Anzeichen, dass die Nachfrage nachlässt. In den letzten Jahren war die Nachfrage stark, was in Verbindung mit Produktions- und Lieferstörungen und einer Verknappung wichtiger Inputs zu rasch steigenden Kosten und höheren Preisen geführt hat. Die Preise werden inzwischen häufiger und in größeren Schritten angehoben als früher. Im Handel wurde beispielsweise zusätzliches Personal eingestellt, um bei steigenden Kosten Zeit für Preisänderungen zu haben. Es ist ebenfalls schwierig geworden, Preisvereinbarungen für spätere Lieferungen zu treffen, weil die Unsicherheit über die Kosten groß ist."

Einige Unternehmen der Frischwarenkette in der skandinavischen Region haben die Sperrungen und Zwangsschließungen während und nach der Pandemie nicht überlebt. Dies trug dazu bei, dass die Auswahl und die Verfügbarkeit von gesunden und frischen Lebensmitteln geringer wurde.

Magnus Nilsson von Ewerman AB, einer der Greenfood-Tochtergesellschaften in Schweden, bestätigte, dass die Märkte in seiner Region nicht von den globalen Auswirkungen der Inflation verschont bleiben. "Ich denke, dass wir mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen haben wie der Rest von Europa. Eine hohe Inflation, aber mit einer schwächeren Währung. Daher müssen wir unser Kostenniveau so schnell wie möglich anpassen und diesen Sturm überstehen."


Für mehr Informationen:
Magnus Nilsson
EWERMAN AB
Tel: +46 (0) 42 490 11 01
Email:  magnus.nilsson@ewerman.se  
www.ewerman.se  


Erscheinungsdatum:



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