Jan Gütinger zu Beginn der Zwetschgensaison:

"Nachfrage lässt sowohl in der Fruchtzubereitung als auch am Frischmarkt ein wenig nach"

Mit dem Eintreffen der ersten Ware aus Bosnien wurde die diesjährige Zwetschgensaison Anfang Juli eingeläutet. Bald wird es auch erste heimische Früchte der Sorte Cacaks Schöne geben. Basierend auf den ersten Vorzeichen steht allerdings eine recht herausfordernde Kampagne bevor, teilt uns Direktimporteur und langjähriger Produktspezialist Jan Gütinger auf Anfrage mit.

Die erste frühe Ware aus Bosnien habe man relativ zügig verkaufen können. Doch ähnlich wie bei den Kirschen und Erdbeeren zeichne sich gemäß Gütinger auch bei den Zwetschgen eine gewisse Kaufzurückhaltung ab. "Die Nachfrage im LEH fehlt zurzeit, Gleiches gilt für die Großmärkte, an denen bereits erste deutsche Frühzwetschgen der Sorten Katinka und Ruth Gerstetter vermarktet wurden. Auch in der Fruchtzubereitung, etwa für Bäckereien und Konditoreien, ist der bisherige Bedarf eher als zurückhaltend zu bezeichnen", beobachtet der Fruchtkaufmann mit Sitz in Rietheim-Weilheim.

Die Obst-Gütinger UG ist seit letztem Jahr IFF-zertifiziert und ist durch die enge Partnerschaft mit DHL Food Logistics in der Lage schnell und agil auf Anfragen und Marktentwicklungen zu reagieren.

Überversorgung droht
Aktuellen Prognosen zufolge soll es in diesem Jahr weniger bosnische Zwetschgen geben, was auf die Hagelböen und Niederschläge im Juni zurückzuführen sei. Gütinger: "Die Witterung hat den Ertrag entsprechend beeinträchtigt, nichtsdestotrotz soll es Ende Juli ausreichende Mengen der Sorte Stanley geben. Zudem dürfen wir dieses Jahr mit einem höheren Anteil an großkalibriger Ware rechnen." Währenddessen werden voraussichtlich in wenigen Tagen auch die ersten Verladungen aus Serbien eintreffen.

Trotz Kostensteigerungen seien die Zwetschgenpreise über das gesamte Sortiment hinweg etwa identisch wie im Vorjahr. 

"Kurz gefasst beginnt die Balkan-Saison dieses Jahr mit leichter Verspätung, während die deutsche Zwetschgenernte verhältnismäßig früh in Schwung kommt. Auch Ungarn müsste normalerweise schon am Markt vertreten sein. Dementsprechend habe ich auch die Befürchtung, dass sämtliche Herkünfte Ende Juli/Anfang August in vollem Umfang auf den Markt treffen, was sich wiederum massiv auf die Notierungen auswirken würde. Mit Berücksichtigung der aktuellen Konsumflaute sehe ich insgesamt eine schwierige Absatzsituation in diesem Jahr", prognostiziert Gütinger des Weiteren.

Frischmarkt vs. Fruchtzubereitung
Als spezialisierter Zwetschgenhändler bedient Gütinger sowohl den Frischmarkt als auch die Verarbeitung. "In der Fruchtzubereitung wird vorwiegend festere, einfach zu entsteinen und nicht allzu sehr durchgefärbte Ware gebraucht, auch überwiegend Klasse I. In der Regel liegen die Preise am Frischmarkt allerdings um 10-15 Prozent höher. Am Frischmarkt sind die großfallenden Früchte mit einem Durchmesser um 35 mm, sprich Kaliber 33+, nach wie vor am beliebtesten."

Sowohl im heimischen als auch im ausländischen Steinobstanbau verfügt man zunehmend über Hagelschutz, Bewässerung und sonstige Schutzlösungen im Kampf gegen den Klimawandel. Somit könne eine gleichbleibende Quantität sowie Qualität in der Regel gewährleistet werden.

Außer heimischen und Balkan-Zwetschgen hat auch die moldauische Zwetschgenerzeugung in den zurückliegenden Jahren stark an Bedeutung gewonnen. "Auch wir beschaffen seit etwa vier Jahren moldawische Zwetschgen und beobachten eine stetig wachsende Nachfrage, vor allem im späten Bereich, sprich nach Abschluss der heimischen Ernte. Denn moldawische Zwetschgen können je nach Volumen und Qualität in der Regel bis in den Oktober hinein vermarktet werden. Ansonsten hat sich die Zwetschge zunehmend vom Herbst- zum Sommerprodukt entwickelt."

Bilder: Fruchtgroßhandel Jan Gütinger 

Weitere Informationen:
Jan Gütinger
Fruchtgroßhandel Jan Gütinger
Eschenweg 16
78604 Rietheim-Weilheim
Tel: +49 (0)7424 / 93 13 480
Mobil: +49 (0)172 / 138 00 78
E-Mail: info@fruchtgrosshandel.net    
Web: www.fruchtgrosshandel.net    


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