Übersee-Zitrusmarkt läuft in Europa wegen hoher Logistikkosten langsam an

"Auf dem [europäischen] Markt gibt es im Allgemeinen ein reichliches Angebot", sagte Gijsbert van Leeuwen, der bei Olympic Fruit für die Beschaffung zuständig ist, Mitte Juni über den Markt für Zitrusfrüchte aus Übersee. Es gibt immer noch ein großes Angebot aus Spanien, Marokko und sogar aus Ägypten und der Türkei.

Allerdings, so Gijsbert, sind die Zitrusfrüchte aus Übersee aufgrund der hohen Logistikkosten teurer geworden. "Der Handel mit europäischen Früchten wird also wahrscheinlich noch ein wenig länger andauern. Zum Glück weiß unser Unternehmen, wie man eine gute Wahl trifft, um den Bedarf unserer Kunden an Zitrusfrüchten optimal zu decken."

Verluste begrenzen
Seiner Meinung nach wird es nicht auf das Angebot ankommen. "Die Zitrusbäume haben genug Früchte." Gijsbert geht davon aus, dass das Exportvolumen von Zitrusfrüchten auf der südlichen Halbkugel in etwa so hoch sein wird wie in den letzten Jahren. Im März besuchte er Südafrika, um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen. Anders als in den vergangenen Jahren wird nicht die gesamte angebaute Menge exportiert werden. Die Marktlage wird es erforderlich machen, Entscheidungen über die Exportmengen zu treffen. Van Leeuwen erwartet, dass nicht so viele Größen der Klasse II und weniger beliebte Größen exportiert werden. "Verpackte Zitrusfrüchte müssen exportiert werden, weil dafür bereits Kosten angefallen sind."

"Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern wissen wir, wie wir damit umgehen müssen. Derzeit führt die Situation dazu, dass weniger Grapefruits, Mandarinen und Orangen aus der südlichen Hemisphäre kommen. Dafür aber mehr Zitronen, denn das Angebot aus Spanien war enttäuschend." Gijsbert glaubt nicht, dass die Mengen während der Saison dramatischer als in anderen Jahren zurückgehen werden. "Die steigenden Kosten bedeuten, dass es für unsere Partner derzeit kaum rentabel ist, ihre Zitrusfrüchte nach Europa zu schicken. Unsere Erzeuger sind eher langfristig orientiert, was für sie interessant ist, um einen Teil der Kosten zu decken. Schließlich tragen die Bäume dort ohnehin schon Früchte."

Steigende Kosten
Laut Gijsbert gibt es bei Zitrusfrüchten in der südlichen Hemisphäre mehrere Herausforderungen und Chancen. Als eines der größten Hindernisse nennt er die steigenden Kosten - insbesondere im Logistikbereich. "Im Durchschnitt sind die Kosten pro Kiste südafrikanischer Zitrusfrüchte um 1,5 bis 2 Euro gestiegen und die Seefrachtraten aus Südamerika haben sich verdoppelt."

Er sagt, der Krieg in der Ukraine beeinträchtige den Handel von Olympic Fruit nicht sehr. "Auf dem Markt gibt es nicht so viel mehr Früchte, die normalerweise nach Russland gehen würden. Einige Reisen sind etwas schwieriger, aber das hat sich nicht negativ auf uns ausgewirkt. Das zeigt nur, dass die Obstlieferkette enorm dynamisch und komplex ist. Olympic Fruit - ein Bindeglied in dieser Kette - versucht, das Beste daraus zu machen und jede Gelegenheit zu nutzen, die sich uns bietet."

Unsicherheiten
Eine weitere Maßnahme, die die Kosten in die Höhe treiben wird, ist die Kältebehandlung von Zitrusfrüchten aus Südafrika. Nach einer Entscheidung der Europäischen Kommission muss dies nun geschehen, um der Gefahr von importierten Schädlingen in europäischen Zitrusfrüchten zu begegnen. Diese Maßnahme ist noch mit Unsicherheiten behaftet. Für Gijsbert ist jedoch klar, dass die biologischen und chemiefreien (nicht mit einem Schutzwachs behandelten) Zitrusfrüchte am stärksten betroffen sein werden.

"Die Verbraucher werden sich daran gewöhnen, dass biologische und chemiefreie Zitrusfrüchte weniger attraktiv aussehen und teurer werden, weil sie häufiger zurückgewiesen werden. Und das alles dank der Kälteschäden. Auch konventionelle Zitrusfrüchte werden von dieser Maßnahme nicht verschont bleiben", erklärt Gijsbert.

Verkäufe wieder auf dem Niveau vor der Pandemie
Olympic Fruit stellt fest, dass die Ausgaben der Verbraucher für Zitrusfrüchte im Vergleich zu den letzten Jahren etwas zurückgegangen sind. Aber, so Van Leeuwen, diese Verkäufe waren während der Pandemie überdurchschnittlich hoch. "Die Verkäufe sind natürlich leicht rückläufig; es ist ein etwas normaleres Jahr, ähnlich wie 2019, also vor der Coronapandemie. Außerdem sind die Menschen in der aktuellen Wirtschaftslage preisbewusster."

"Die Supermärkte möchten die Preise gleich halten und nicht steigen lassen. Olympic Fruit blickt generell sehr zuversichtlich in die Zukunft, was die positive Entwicklung der Zitruslieferkette und die Rolle, die wir dabei spielen können, angeht", sagte er abschließend.

Für weitere Informationen:
Gijsbert van Leeuwen
g.vanleeuwen@olympicfruit.com  
Olympic Fruit
www.olympicfruit.com  


Erscheinungsdatum:



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