Kacem Bennani Smires von der Delassus-Gruppe:

"Marokko ist nicht mehr ausschließlich über den Preis wettbewerbsfähig"

Wenn die Tage hier wieder kürzer werden, richtet sich der Blick nach Marokko. Dort findet man auch Tomaten, die im Winter die Regale füllen. Obwohl es offiziell gerade erst Sommer geworden ist, erregt das nordafrikanische Land schon jetzt große Aufmerksamkeit. Wenn der belichtete Winteranbau wieder zu deutlich geringeren Mengen führt, könnte der Anbau in Marokko eine Lösung sein. "Ich glaube, wir haben genau zum richtigen Zeitpunkt große Schritte gemacht", sagte Kacem Bennani Smires von der Delassus-Gruppe auf dem kürzlich abgehaltenen Global Tomato Congress. Das Unternehmen Duroc, das zur Delassus-Gruppe gehört, baut auf 450 Hektar Tomaten an und verpackt diese auch selbst. 


Kacem Bennani Smires und Abdelkhalak Torres von Duroc, Teil der Delassus-Gruppe

Kacem bezieht sich dabei auf die Professionalisierung, die stattgefunden hat. "Wir haben uns sehr schnell professionalisiert und sind dennoch wettbewerbsfähig geblieben." Ursprünglich zeichnete sich die marokkanische Tomate durch ihren konkurrenzfähigen Preis aus, doch nach Ansicht von Kacem ist dies heute nicht mehr zu rechtfertigen. Auch in puncto Qualität trumpft die Tomate aus Marokko auf, und auch für die Nebenbedingungen ist bestens gesorgt. "Anstatt unsere Tomaten nur nach Perpignan zu schicken, liefern wir jetzt das ganze Jahr über viel mehr vorverpackte Produkte, zum Beispiel nach Großbritannien und Deutschland."


Duroc hat sich voll und ganz den Snacktomaten verschrieben. Letztes Jahr versprach das Tomatenunternehmen, dieses Jahr zwei neue Sorten auf den Markt zu bringen.

Lebensmittelmeilen
"Vor allem das Vereinigte Königreich hat Marokko in Aufruhr versetzt", sagt Kacem. "Sie haben uns unter anderem dazu gebracht, uns zertifizieren zu lassen." Das stimmt ihn zuversichtlich für die Nachhaltigkeit des marokkanischen Anbaus. "Lebensmittelmeilen (food miles) sind nur ein kleiner Teil des gesamten KKohlenstofffussabdruckes von Lebensmitteln. Gas ist für uns kein wirkliches Problem, wenngleich die Kosten für viele andere Produktionsfaktoren auch für uns steigen. Wir importieren fast alles, vom Saatgut bis zum Verpackungsmaterial. Alles wird teurer."

Das Gleiche gilt auch für die Konkurrenz. Marokko hat im Vergleich zum Tomatenanbau weiter nördlich einen Nachteil: Wasser. "Das ist unsere Schwäche", räumt Kacem ein. Die Inbetriebnahme einer großen Entsalzungsanlage in Agadir im Laufe dieses Jahres ist daher für den dortigen Sektor sehr wichtig. "Es ist ein Segen."

Für weitere Informationen:
Delassus Group
www.delassus.com 


Erscheinungsdatum:



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