DBV-Präsident Joachim Rukwied zur drohenden Versorgungskrise:

"Versorgungssicherheit ist eine strategische und politische Aufgabe"

In seiner Grundsatzrede beim Deutschen Bauerntag 2022 in Lübeck betonte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied (r), die Schlüsselrolle und die Leistungen der Landwirtschaft nach der sprichwörtlichen Zeitenwende durch den Krieg in der Ukraine. „Ohne die Landwirtschaft kann die mit dem Ukraine-Krieg ausgelöste Versorgungskrise in einigen Regionen der Welt nicht gelöst werden. Wir deutschen Bauern können, wollen und müssen unseren Beitrag dazu leisten, diese Krise zu überwinden“, betonte der Bauernpräsident.

Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sei jetzt nicht nur eine strategische und politische Aufgabe für Deutschland und Europa, sondern stehe auch für die Landwirte selbst konkret im Mittelpunkt. Dafür müsse die Versorgung mit Stickstoffdünger gesichert und die gesamte Lebensmittelwirtschaft bei der Gasversorgung priorisiert werden.

„Zur globalen Versorgungssicherheit gehört es auch, die Handelswege offen zu halten und Exportbeschränkungen eine Absage zu erteilen. Wenn Russland Getreidelieferungen als politische Waffe einsetzt, kann der Westen sich nicht im Produktionsverzicht üben. Deshalb müssen auch die F2F-Strategie und die Regeln zur GAP-Förderung ab 2023 nachjustiert werden.“ Auch könnten Landwirte einen weiteren Beitrag zur Entspannung der aktuellen Energiekrise leisten, wenn Begrenzungen im EEG und im Genehmigungsrecht temporär aufgehoben werden.

Gleichzeitig betonte Rukwied, dass es wichtig sei, bei den Themen Klimaschutz, Artenvielfalt und Tierwohl weiter voranzukommen. „Hier dürfen wir nicht bremsen, das sage ich in aller Deutlichkeit.“ Nicht zuletzt angesichts der prekären Lage in der Schweinehaltung sei beim Umbau der Tierhaltung nun Tempo gefragt. „Unsere Tierhalter müssen jetzt zügig wissen, wie es weitergeht. Dafür brauchen wir eine stabile Finanzierung des Umbaus und gleichzeitig Änderungen im Bau- und Genehmigungsrecht.“

Auch aus verbandspolitischer Sicht wolle man sich weiterentwickeln. Dazu habe man beim Ziel, „Jünger und weiblicher“ zu werden, eine erste Zielmarke erreicht und einen Weg gefunden, Frauen noch stärker im Verband zu integrieren. Mit dem Projekt „#Zukunftsbauern“ wollte man Ideen entwickeln, wie mehr Wertschöpfung und Wertschätzung auf die Höfe zu bekommen ist. Im politischen Bereich wolle der Verband noch stärker als Problemlöser auftreten. „Wir Bauern wollen unsere Zukunft selbst mitgestalten und bieten an, die Herausforderungen gemeinsam mit der Gesellschaft anzugehen.“

Weitere Informationen:
www.bauernverband.de


Erscheinungsdatum:



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