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Jubiläumsjahr der Mecklenburger Ernte GmbH im Zeichen der Kapazitätserweiterung und Staffelübergabe

"Mit der heutigen Kulturvielfalt sind wir auch für die kommenden Jahre gerüstet"

Als Bindeglied zwischen den insgesamt 27 Mitgliedsbetrieben und dem heimischen Lebensmitteleinzelhandel ist die Mecklenburger Ernte GmbH seit 1997 in der Gemüsebranche fest verankert. Als moderne Vermarktungsorganisation sehe sich auch das norddeutsche Unternehmen mit den allgegenwärtigen Herausforderungen im Gemüseanbau, etwa Kostensteigerungen, Klimawandel und den sich ändernden Verbraucherwünschen, konfrontiert. Wir sprachen mit Klaus-Dieter Wilke, dem scheidenden Geschäftsführer und Mitgründer des Unternehmens, sowie dessen Nachfolger Hans-Jörg Elvers, über die zurückliegenden 25 Jahre, die derzeitige Kapazitätserweiterung und die nahende Staffelübergabe an der Spitze des Unternehmens.

Die Mecklenburger Ernte GmbH vermarktet ihre Produkte über verschiedene Partner. Der größte Vertragsvermarkter ist die BEHR AG.

Die diesjährige Freilandernte kommt nun auch in den norddeutschen Anbaugebieten allmählich in Schwung, zeitlich gesehen etwa ähnlich wie in den Vorjahren. Wilke: "Momentan werden die früheren Kulturen, etwa Mini-Romana und Spinat, geerntet. An unserem südlichen Standort in Südhessen ist die Ernte etwas weiter fortgeschritten und es werden schon größere Mengen an Salat geschnitten, sodass wir auch bereits größere Aktionen mit dem LEH starten konnten." Gerade in den zurückliegenden Wochen kam es in Südhessen bereits zu Temperaturen von bis zu knapp 30 Grad, weshalb sich die dortige Vegetation im Vergleich zu Norddeutschland ganz anders gestalte. 

Der aktuelle Bedarf im LEH sei zu Beginn der Saison recht gut, fährt Elvers fort. "Aufgrund der hohen Temperaturen im Süden ist der Druck für die dortigen Erzeuger erheblich, um ihre Ware entsprechend am Markt zu platzieren. Zum Glück ist es in den letzten Tagen etwas kühler geworden, weshalb sich die Vermarktungssituation wieder etwas entspannt. Hinsichtlich der Versorgungslage ist auf jeden Fall genug Ware vorhanden."

Die momentanen Kostensteigerungen, die zum Teil einen massiven Druck auf die Anbaubetriebe ausübten, kommen erschwerend hinzu. Elvers: "Man muss die Kostenentwicklung natürlich immer auch im Zusammenhang mit der Zeitschiene betrachten. Kostensteigerungen werden wir allerdings über die gesamte Linie hinnehmen müssen, ob seitens der Bodenbearbeitung, Betriebsmittel oder Mindestlohnerhöhung. Dieses Jahr gibt es durch die Nachwirkung von Corona und die Ukraine-Krise eine außergewöhnliche Dynamik." Sein Kollege Wilke fügt hinzu: "Diese Zahlen müssen wir sicherlich auch auf die Kalkulation des Verkaufspreis umlegen."

Kulturvielfalt und umfassendes Marketing
Nebst den aktuellen Herausforderungen versucht die Mecklenburger Ernte, in enger Absprache mit ihren Mitgliedern auf die längerfristigen Änderungen des Marktes sowie des Konsumverhaltens zu reagieren. Wilke: "Unsere Kulturvielfalt ist schon enorm, in dem wir auch stark versuchen, die Nischen zu besetzen und die Artikelvielfalt am PoS in die Breite zu ziehen, etwa mittels unterschiedlicher Produktvarianten und -verpackungen samt Anwendungsvorschlägen."

Auch der Klimawandel spielt den Erzeugern dabei teilweise in die Karten, ergänzt Elvers. "Sowohl in Südhessen als auch in Norddeutschland versuchen wir uns mittlerweile im Melonenanbau, aber auch bestehende Produktsegmente, wie Chicorée und Blattsalate werden weiterentwickelt und ausgebaut. Insgesamt sehen wir keinen nennenswerten Zuwachs der Verzehrsmenge, sondern innerhalb der Menge gibt es kontinuierlich interessante Verschiebungen."

Zukunftsorientierte Kapazitätskonzentration
Um der Flächenerweiterung der Mitgliedsbetriebe sowie den wachsenden Anforderungen des Marktes auch in Zukunft gerecht zu werden, wird die Mecklenburger Ernte in der zweiten Jahreshälfte eine neue Lager- und Aufbereitungshalle um 15.000m2 am Standort Gallin in Betrieb nehmen. "Wir sprechen lieber von einer Kapazitätskonzentration statt -erweiterung, denn vorher waren die Kapazitäten über mehrere Standorte verteilt. Die Bündelung modernster Kühlsysteme und Anlagentechnik unter einem Dach soll dementsprechend zu einer maßgeblichen Effizienzsteigerung der Prozesse beitragen. Somit werden die Wege entlang der Lieferkette kürzer, weshalb auch die Qualität des zu vermarktenden Produktes steigen wird", erläutert Elvers den neuesten Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. 


Klaus Wilke scheidet bis Jahresende aus dem Unternehmen aus und hat die Mecklenburger Ernte GmbH von Anfang an mitgeprägt.
Bild: Thorsten Scherz/ BEHR AG 

Staffelübergabe im Jubiläumsjahr
Anfang der neunziger Jahre wurden erste Fundamente der späteren Erzeugerorganisation gelegt, wonach die heutige Mecklenburger Ernte GmbH im Jahr 1997 gegründet wurde. Von einem regional agierenden Erzeugerverein mit einem Jahresumsatz von ca. 42 Mio. D-Mark im ersten Jahr, hat sich die GmbH zum festen Lieferanten des LEH mit heutzutage um 172 Mio. Euro Umsatz entwickeln können, schildert Wilke zurückblickend. "Tiefpunkt in der Unternehmensgeschichte sowie meiner Karriere war die EHEC-Zeit im Jahr 2011, die sich gravierend auf die komplette Bandbreite des Gemüses ausgewirkt hat. Die Verbraucher hielten sich damals beim sämtlichen Feldgemüsesortiment zurück, weshalb unsere Erzeuger erhebliche Verluste verkraften mussten."

Trotz der Marktkonzentration und der stetigen Entwicklung des Konsumverhaltens konnte der Umsatz des Unternehmens jedoch tendenziell gesteigert werden. "Wir haben es geschafft, unsere Kulturvielfalt sowie die Regionalität wirtschaftlich voranzutreiben. Dies sehe ich persönlich als eine unserer größten Erfolgsgeschichten", sagt Wilke kurz vor der endgültigen Staffelübergabe. Laut seinem Nachfolger sei das Unternehmen auch für die kommenden Jahre gerüstet. "Der Trend hin zur veganen und fleischlosen Ernährung hat in Deutschland eine enorme Dynamik entwickelt. Unser Portfolio bietet ein großes Potenzial, dieses sich ändernde Ernährungsbewusstsein aktiv mitzuprägen und dem auch mit entsprechenden Konzepten gerecht zu werden."

Die Mecklenburger Ernte GmbH wird sich in Zukunft auch zunehmend 'neuen' Absatzsparten zuwenden, verrät uns Elvers abschließend. "Die Vermarktung von regionalem Frischgemüse bildet weiterhin unsere Kernkompetenz, dennoch haben wir auch erste Schritte in der Weiterveredelung unseres Gemüses gemacht, weil wir das hohe Potenzial des Convenience-Segmentes für uns erkannt haben. Auch die rasante Entwicklung des Außer-Haus-Verzehrs sowie des Online-Handels behalten wir im Auge. Nichtsdestotrotz wird die ganzjährige Versorgung des Lebensmitteleinzelhandels auch in den kommenden Jahren unser primärer Anspruch bleiben."

Bilder: Thorsten Scherz / BEHR AG 

Weitere Informationen:
Klaus-Dieter Wilke & Hans-Jörg Elvers
Mecklenburger Ernte GmbH
Neu-Galliner Ring 16
D – 19258 Gallin
Tel.: +49 (0) 38851 3320-0 
E-Mail: info@eo-gmbh.de 
https://www.eo-gmbh.de/ 


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