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CEO Alexander Piutti von SPRK.global und Lean Production Manager Robert Leuendorf von mirontell fein & frisch AG

Nachhaltige Obstsalate gegen Überschüsse und 'Food Waste' in der Lieferkette

Jährlich werden rund 2,5 Milliarden Tonnen Lebensmittel weltweit weggeworfen, was nicht nur einen großen Kostenaufwand mit sich bringt, sondern pro Kilo auch um die 2,5kg CO2-Äquivalente verursacht. Aus diesem Grund gründete Alexander Piutti 2020 in Berlin das Unternehmen SPRK.global, dessen Ziel ist, eine nachhaltige und effiziente Lösung für das Problem mit überschüssigen Lebensmitteln entlang der Lieferkette anzubieten. Mit Piutti sowie Robert Leuendorf, dem Lean Production Manager der mirontell fein & frisch AG, einem Partner von SPRK, sprachen wir über ihre nachhaltigen unter anderem aus Lebensmittelüberschüssen produzierten Obstsalate. mirontell ist ein Obstsalatproduzent, dessen Produkte bundesweit verkauft werden.

Alexander Piutti (links) und Robert Leuendorf (rechts)

Umverteilung durch digitale Lieferkette 
Zu Pandemiezeiten konnte Piutti beobachten, dass sich die Lager von den Großmärkten füllten, die Gastronomie diese aber nicht mehr abrufen konnte. "Die gesamte B2B-Schiene ist von der Abnehmerseite her gesehen zu Beginn der Pandemie komplett weggebrochen. Und genau da setzt unser Konzept an: die rasche Umverteilung von bestens genießbaren Überschüssen, die entlang der Lieferkette entstehen. Die Überschüsse entstehen unter anderem auch aufgrund dessen, dass die Lieferkette nicht digital einsehbar ist."

Zu Beginn ihrer Arbeit versorgte SPRK noch primär NGOs wie etwa die Arche, das SOS-Kinderdorf Berlin oder aber auch Hope Mallorca in Spanien. Mit der zunehmend positiven Resonanz, auch aus dem Handel, war Piutti schnell bewusst, dass sie sich auch kommerziellen Unternehmen widmen müssen: "Vor allem in der Verarbeitungsindustrie wollten wir Fuß fassen, weshalb wir uns nach passenden Partnern umgeschaut haben." Leuendorf erzählt uns, dass sie über einen gemeinsamen Bekannten vom Wasserballsport zueinander fanden: "Waste Management ist bei uns in der Verarbeitungsbranche natürlich ein großes Thema. Denn wenn man 'Waste' minimiert, kann man auch entsprechende Kosten reduzieren. Wir sind daher sehr froh, dass wir unsere Obstsalate um einen weiteren positiven Aspekt erweitern können."  

Piutti verweist darauf, dass SPRK bewusst nicht von Lebensmittelverschwendung spreche, da viele hiermit mangelhafte Waren assoziieren würden. "Gerade am Anfang der Lieferkette gibt es hohe Tonnagen von einzelnen Produkten, die irgendwo liegen und nur zum Teil abgeholt werden können. Überschuss heißt dabei soviel wie, dass es zu viel Ware von einem bestimmten Produkt, an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit gibt." Um hierfür einen reibungslosen Produktionsverlauf zu gewährleisten, brauche es auch eine entsprechende Transparenz über die jeweiligen Produktionsspezifikationen. Piutti: "Es muss außerdem Abnehmer geben, die mit hohen Tonnagen auch umgehen können. Die Neuheit, die wir hierbei anbieten, ist, dass wir uns mit den Spezifikationen der Verarbeiter auskennen, und schauen, was der Import anzubieten hat. Dieses Matchmaking von spezifischer Überschussware und Nachfrage wird durch unsere Plattform gewährleistet."

Verlängerte Werkbank der Supplier
Bei der Plattform, die SPRK aufbaut, handele es sich aber nicht um einen offenen Marktplatz, wie es etwa bei Ebay der Fall ist. "Das wird es bei uns in dieser Form auch nicht geben. Wir verstehen uns als die verlängerte Werkbank der Supplier, denen wir helfen, ihre Top-Ware gut zu verkaufen und zu einem guten Erlös zurückzuführen. Es handelt sich hierbei also um einen kuratierten Marktplatz, der nur in Teilen sichtbar ist. Die für die einzelnen Obstsegmente benötigten Informationen und Daten können bei uns aber gesammelt und dargestellt werden. Wir bauen also vollständige Datensätze auf, die es in dieser Form noch nicht gibt, wodurch unsere Abnehmer aber wiederum entscheiden können, ob die Produkte für ihre jeweilige Verarbeitung bzw. Rezeptur passen oder eben nicht." 

Hunderte Tonnen vermarktet
Leuendorf zeigt sich erfreut; man sei zwar nicht von der allgemeinen Nachfrage nach den neuen Obstsalaten überrascht, wohl aber über die sehr spezifischen Wünsche, die ein Kunde äußerte. "Wir sind sehr zufrieden darüber und haben auch auf jeden Fall viel zu tun", so Leuendorf. Sowohl der Lean Production Manager als auch Piutti zeigten sich positiv darüber überrascht, dass innerhalb von einem Jahr bereits mehrere 100 Tonnen des Obstsalats nachgefragt worden sind.   

Piutti ist zuversichtlich, dass die Branche sich in den kommenden Jahren aktiver der Überschussware stellen wird. "Die Zusammenarbeit von SPRK und mirontell zeigt, dass die Rechnung aufgeht. Die Waren werden schon in großen Kanälen angefragt und verarbeitet. Und je mehr Partner aus dem Lebensmittelbereich sich anschließen, desto besser wird das auch für das Klima. Es braucht den Mut von Innovatoren und Unternehmen wie mirontell." Momentan werden die Produkte ausschließlich in Deutschland angeboten.

Arbeit an einer SPRK-App
"Unser Hauptprodukt besteht aus einem 5L-Behälter, der mit 3,3kg Obst befüllt ist. Der Rest besteht aus einem eigens für das Produkt produzierten Fond, der komplett ohne Konservierungsstoffe auskommt. Wir wollen nicht ausschließen, dass wir dies nicht künftig auch im To-Go-Betrieb mit nachhaltigen Verpackungen anbieten werden. Aktuell sind die nachhaltigen Verpackungen aber mitunter fünf- bis sechsmal teurer als Plastikverpackungen, was von den Supermärkten nicht angenommen wird. Außerdem muss auch das Mind-Set der Verbraucher noch verändert werden", so Leuendorf. Eurest, Tochterunternehmen der global agierenden Compass Group und einer ihrer größten Kunden, habe sich bereits sehr positiv zu den Obstsalaten geäußert. 

SPRK denkt aktuell darüber nach, eine App zu entwickeln, um die Plattform einfacher nutzen zu können. NGOs, Versorgungsorganisationen bzw. generell Gruppen, die geringe bis hin zu gar keine Budgets haben, sollen ebenfalls weiterhin beliefert werden. "Wir haben in den letzten zwölf Monaten schon etwa 200 Tonnen an diese Multiplikatoren von Hilfsorganisationen beliefert", so Piutti. Generell sei es wichtig, die Plattform so effizient und nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten. 

Weitere Informationen:
Alexander Piutti
SPRK.global GmbH
Gabelweihstr. 18
13505 Berlin
hello@sprk.global.com 
https://sprk.global/ 

Robert Leuendorf
mirontell fein & frisch AG
Zum Kiesberg 8
14979 Großbeeren
Telefon: +49 33701-3573-0
info@mirontell.de 
https://www.mirontell.de/ 


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