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Hans-Jörg Friedrich, Vorstand vom Pfalzmarkt:

"Mit den steigenden Temperaturen werden wir uns im 'Gemüsegarten Deutschlands' künftig auch dem Anbau von Kiwis zuwenden"

Als Marktführer für selbsterzeugtes Obst und Gemüse hält Pfalzmarkt eG in schwierigen Zeiten Kurs, und zeigt, dass auf den Obst- und Gemüseanbau in der Pfalz Verlass ist. Seit einigen Jahren ist nun schon ein Rückgang bei der Nachfrage nach Kopfsalaten zu verzeichnen, dennoch werde dieses Produkt nicht vollständig aus den deutschen Märkten verschwinden, sagt Pfalzmarkt-Vorstand Hans-Jörg Friedrich. Zum Start der neuen Frischgemüse-Saison sprach Friedrich mit uns unter anderem über die Bedeutung von Erzeugergenossenschaften, neue Produkte im Pfalzmarkt-Portfolio sowie aktuelle Herausforderungen in der Branche.


Vorstand Hans-Jörg Friedrich: "Der Bio-Anteil beim Pfalzmarkt liegt zwischen 3-4% und wird auch vorerst nicht ansteigen, da die Umstellung auf die Bio-Produktion für einige Erzeuger aktuell finanziell schwer zu stemmen ist." 

Schwierige Zeiten für Bündelgemüse
"Seine Bedeutung wird der Kopfsalat noch beibehalten. Er ist aber nicht mehr das Massenprodukt, das er zuvor gewesen ist, da Pflück- sowie bunte Salate sich seit einiger Zeit den Markt stärker teilen", sagt Friedrich.

Es bestünde aber durchaus die Gefahr, dass besonders arbeitsintensive Bündelprodukte wie etwa Bundmöhren, Bundzwiebeln und Radieschen zunehmend vom Markt verschwinden könnten. "Wenn wir bei diesen Produkten mit einem Mindestlohn von 12,00 Euro arbeiten müssen, wird das nicht möglich sein. Der Preis für Radieschen müsste beispielsweise so sehr angehoben werden, dass Verbraucher sie vermutlich nicht mehr kaufen wollen. Hierbei besteht auch die Frage, ob wir den Handel davon überzeugen könnten, diese Waren maschinell zu ernten und sie ohne Laub zum Verkauf anzubieten. Bundzwiebeln müssten wiederum lose verkauft werden."

Frostresistentere Kiwis
Neben Vulkanspargel und Bimi-Brokkoli, widmet sich der Pfalzmarkt seit letztem Jahr auch dem Hydroponikanbau bzw. der Produktion von Ballensalaten, wofür auch bereits seit letztem Jahr ein Treibhaus zur Verfügung steht. "Die Produktion der Tricolor-Salate musste im erweiterten Versuchsanbau noch etwas nachjustiert werden, da die grünen Salate wuchsfreudiger sind als die roten in dem Dreierverbund", sagt Friedrich.

Doch auch im Obstbereich entwickele sich die Erzeugergenossenschaft weiter: "Mit den steigenden Temperaturen werden wir uns künftig im 'Gemüsegarten Deutschlands' unter anderem auch dem Anbau von Kiwis zuwenden. Wir arbeiten zudem an Sorten, die im Winter frostresistenter sind. Auch der Vertrieb der Sojapflanze Edamame ist gut angelaufen. Gerade für Veganer stellt dieses Produkt einen guten Fleischersatz dar."

Höherer Bedarf an Gewächshäusern
Friedrich vermutet, dass der Gewächshausanbau in Deutschland ansteigen werde: "Man hört und liest, dass zunehmend mehr Gewächshäuser geplant werden. Nach dem erfolgreichen Versuchsanbau im Bereich Hydroponik beschäftigen wir uns auch schon seit zwei Jahren mit der Planung eines erweiterten Gewächshaus-Konzepts. Insbesondere Geothermie-Standorte werden hierbei gesucht. Denn die Energiefrage ist im Moment das alles Entscheidende." 

In der neuen Vermarktungshalle des Pfalzmarkts werde man zudem auf Photovoltaik umsteigen, wodurch die Selbstversorgung gewährleistet werden könne und dementsprechend kein Strom von außerhalb mehr benötigt werde. "Was im Moment überall im Gespräch ist, ist die Agri-Photovoltaik. Hierfür müsste man aber inmitten der Ackerflächen eine Art Ständerwald aufstellen, was sich wohl nicht durchsetzen wird, weil es schlichtweg zu teuer ist. Einige Obstbauern überlegen sich aber, die Agri-Photovoltaikanlage über die Obstbäume bereitzustellen, wodurch man gleichzeitig einen guten Hagelschutz durch die Anlage hätte", sagt Friedrich. Das Einzige, woran noch intensiv geforscht werde, ist die Frage, inwiefern sich die Beschattung der Bäume von oben auf die Ausreifung des Apfels und vor allem auf seine Färbung auswirken wird.

Bedeutung von Erzeugergenossenschaften
"Insgesamt haben die Erzeugergenossenschaften (EZG) in Deutschland einen Anteil von etwa 34%. Das heißt, das ein gutes Drittel der Produkte von den Erzeugergenossenschaften vertrieben wird und der Rest von freien Erzeugern kommt", sagt Friedrich. "Als EZG können wir den Produzenten diverse Arbeiten abnehmen, damit diese sich nur noch um ihre Produktion kümmern können. Was heutzutage an Dokumentation betrieben werden muss, vor allem im Bereich Qualitätssicherung, ist enorm. Gerade die Bündelfunktion der EZG ist heutzutage besonders wichtig."

Hier finden Sie unseren Bericht zum Start der Frischgemüse-Saison beim Pfalzmarkt. 

Weitere Informationen:
Hans-Jörg Friedrich
Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG
Neustadter Str. 100
67112 Mutterstadt
E-Mail: info@pfalzmarkt.de 
Internet: https://www.pfalzmarkt.de 


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