90% der Stellungnahmen waren gegen die vorgeschlagenen Verordnungen

Neue vorgeschlagene EU-Verordnungen bedrohen die Ausfuhr von Orangen aus dem südlichen Afrika in die Region

In dieser Woche wird der Ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCOPAFF) der Europäischen Union (EU) eine Diskussion und möglicherweise eine Abstimmung über neue aber wahrscheinlich durch Fehlinformationen geprägte Verordnungen über die False Coddling Moth (FCM) führen, die eine große Bedrohung für die Orangenexporte aus dem südlichen Afrika darstellen.

Wenn die Mitgliedsländer diesen neuen Vorschriften zustimmen, werden sie verheerende Auswirkungen auf den Export von Orangen aus Südafrika in die Region haben. Dies könnte zu großen Lücken in der Versorgungskette und zu höheren Preisen für die europäischen Verbraucher führen, und das zu einer Zeit, in der die Region aufgrund des anhaltenden ukrainisch-russischen Konflikts von einer echten Nahrungsmittelknappheit bedroht ist. In Südafrika gefährden diese neuen Vorschriften die Nachhaltigkeit der Branche und die 140.000 zumeist ländlichen Arbeitsplätze, die sie sichert.

Die vorgeschlagenen Rechtsvorschriften verlangen von den afrikanischen Exportländern eine drastische obligatorische Kältebehandlung (0°C bis -1°C für mindestens 16 Tage) für Orangen, die in die Region geliefert werden. Dies gilt, obwohl Südafrika ein strenges Risikomanagementsystem anwendet, das die europäische Produktion in den letzten Jahren sehr wirksam vor der Bedrohung durch Schädlinge oder Krankheiten, einschließlich FCM, geschützt hat.

Bei den jährlich 800.000 Tonnen Zitrusfrüchten, die in die EU eingeführt werden, wurden in den letzten drei Jahren nur 19 (2019), 14 (2020) und 15 (2021) FCM-Kontrollen durchgeführt. Südafrika hat außerdem sechs der von der EU gemeldeten Befunde in der letzten Saison angefochten, da die überwiegende Zahl der von Experten geprüften wissenschaftlichen Beweise darauf hindeutet, dass die gemeldeten Larven tot waren und somit kein Risiko darstellten.

Dies steht in krassem Gegensatz zu den FCM-Fängen aus anderen 3. Importländern, die mit 53, 129 und 58 Fängen im gleichen Zeitraum viel höher waren. Dennoch wurden keine Maßnahmen gegen diese Länder vorgeschlagen, was die neuen, gegen Südafrika geplanten Regelungen noch unerklärlicher macht.

Die vorgeschlagenen neuen Regelungen sind auch aus folgenden Gründen unverhältnismäßig und nicht durchführbar:

Was die konventionellen südafrikanischen Orangen betrifft, so wird nur ein Teil der Ernte den neuen vorgeschriebenen Temperaturen für die Kältebehandlung standhalten können. Darüber hinaus unterscheiden sich die neuen Vorschriften, die so genannte "Datenlogger" in den Containern und einen "Schwellenwert für die gemessene Zellstofftemperatur" vorschreiben, völlig von dem derzeit von der EU akzeptierten FCM-Risikomanagementsystem. Diese Bestimmungen erfordern spezielle und sehr knapp bemessene Containerausrüstungen, die nicht in der Lage sein werden, die riesigen Mengen an Obst, die aus Südafrika in die EU exportiert werden, zu bewältigen.

Die obligatorische Kältebehandlung wird auch alle Exporte von biologischen und "chemiefreien" [unbehandelten] Orangen in die EU stoppen, darunter mehrere beliebte Sorten wie Blutorangen, Turkey, Salustiana, Benny und Midknights. Der Grund dafür ist, dass diese Produkte der vorgeschlagenen Kältebehandlung einfach nicht standhalten können. Diese umweltfreundlichen und nachhaltigen Orangensorten wurden jedoch noch nie von der FCM abgefangen.

Außerdem fand keine Rücksprache mit der südafrikanischen Nationalen Pflanzenschutzorganisation (NPPO) statt, bevor diese neuen Vorschriften am 10. Februar 2022 bei der Welthandelsorganisation eingereicht wurden. Dies steht in krassem Gegensatz zur normalen Arbeitsweise der EU, bei der Fragen oder Bedenken im Hinblick auf die Eindämmung der Pflanzengesundheit bilateral erörtert und praktische Optionen oder Verfahren zur Risikominderung geprüft und zur Aufnahme vereinbart werden.

Die Tatsache, dass dieser Gesetzesvorschlag vorgelegt wurde, obwohl es alternative und ebenso wirksame Möglichkeiten der Kältebehandlung gibt, die bereits im südafrikanischen FCM-Risikomanagementsystem vorgesehen sind, zeigt, dass dahinter eine politische Absicht steht.

Aus diesen Gründen haben Interessengruppen, darunter Erzeuger im südlichen Afrika und Importeure aus einer Reihe von EU-Ländern wie den Niederlanden, Deutschland, Belgien und Frankreich, im Rahmen der jüngsten EU-Öffentlichkeitsbeteiligung "Have your Say" Einwände gegen die vorgeschlagenen Verordnungen erhoben. Insgesamt wurde eine Rekordzahl von 164 Stellungnahmen abgegeben, von denen sich 90% gegen die vorgeschlagenen Verordnungen aussprachen.

Der CGA hat sich auch mit Mitgliedsländern getroffen, um auf die Gefahr hinzuweisen, die diese ungerechtfertigten Vorschriften für die Aufrechterhaltung der Orangenimporte aus Südafrika, die ganzjährige Verfügbarkeit für die Verbraucher in der EU und die 140.000 Arbeitsplätze in der lokalen Industrie darstellen. Wir hoffen, dass bei den SCOPAFF-Beratungen in dieser Woche die Vernunft siegen wird und diese neuen Verordnungen abgelehnt werden.

Für mehr Informationen:
Nicole Mirkin
Tel: +27 84 552 3122


Erscheinungsdatum:



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