Konkursverwalter Marc van Zanten über die Insolvenz von Levarht:

"Erstaunlich, wie schnell das Unternehmen nach der Zahlungsaussetzung zusammenbrach"

Der erste Konkursbericht von Levarht wurde veröffentlicht. Zuvor war bekannt geworden, dass die Aktionäre von Fruit Cleaning Service aus Venlo den Namen Levarht, die verwendeten Marken und den Geschäftswert des Unternehmens, einige Maschinen und Verpackungsmaterial gekauft haben. Dabei ging es um einen Betrag von rund 2 Millionen Euro. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass keiner der fast 300 Beschäftigten an dieser Übernahme beteiligt war. Konkursverwalter Marc van Zanten von CMS Derks Star Busmann sagt, dies sei einzigartig. "Sicherlich, weil die neu startende Partei angedeutet hatte, dass sie mit den Mitarbeitenden weiterarbeiten wollte."

Aus dem Konkursbericht geht hervor, dass die Gewinnsituation von Levarht seit mehreren Jahren rückläufig war. Das Jahr 2021 schloss mit einem negativen Ergebnis von rund 7,4 Millionen Euro. Levarht hatte einen Umstrukturierungsplan in die Wege geleitet, doch die Zeit reichte offenbar nicht aus, um den Umstrukturierungsplan erfolgreich umzusetzen. Als Geld für die Kaufverträge benötigt wurde, waren die Limits begrenzt, und die angeschlossenen Erzeuger konnten sich nicht darauf verlassen, dass Levarht in der Lage sein würde, seine (finanziellen) Verpflichtungen gegenüber den Erzeugern während der Saison zu erfüllen. Infolgedessen war Levarht nicht in der Lage, wirtschaftlich günstige Einkäufe zu tätigen. Darüber hinaus hatte Levarht mit einem Personalmangel in der Beschaffungsabteilung zu kämpfen. Auch die Finanzgesellschaft ING wollte die Kreditlinie unter diesen Umständen nicht verlängern oder erweitern.

In einer Erklärung sagte der Konkursverwalter Marc van Zanten, dass Levarht u.a. bei Lieferanten rund 30 Millionen Euro Schulden habe. "Es handelte sich nicht um sehr alte Forderungen, sie lagen weitgehend innerhalb der üblichen Zahlungsfrist." Er betonte, dass die genaue Ursache des Konkurses in der nächsten Zeit untersucht werden müsse. "In dem Bericht wiesen wir darauf hin, dass die Gewinne unter Druck geraten und die Margen bei den wichtigsten Kunden geringer sind. In Verbindung mit den höheren Kosten ergaben sich Probleme mit den Kreditversicherern und den Erzeugerverbänden. Um nicht vor der Saison weitere 15 Millionen investieren zu müssen, wurde im Frühjahr beschlossen, rechtzeitig den Stecker zu ziehen, um eine weitere Eskalation der Probleme zu verhindern."

"Es hat mich überrascht, wie schnell dieses Unternehmen nach der Zahlungsaussetzung auseinanderfiel. Das hatte ich nach einem Konkurs noch nie erlebt. Das zeigt die Einzigartigkeit des Frischwarenhandels. Die Produkte müssen am nächsten Tag wieder im Supermarkt sein, und die Kunden suchen blitzschnell nach anderen Anbietern. Das ist auch der Grund, warum das Unternehmen so schnell auseinanderfiel und der Kuchen schnell wieder geteilt wurde", sagt der Kurator.

Vom 26. April bis 11. Mai findet über das Auktionshaus Troostwijk in Amsterdam eine Online-Auktion statt. Versteigert werden alle Maschinen, Geräte, Gabelstapler, Lkw und Pkw, Computer und Büromöbel. Am 10. Mai wird in den Räumlichkeiten in De Kwakel ein Besichtigungstag organisiert. "Das Gute für die Gläubiger ist, dass sie bei diesem Konkurs mit einer Zahlung rechnen können. Ich kann noch keinen Prozentsatz für die zu erwartende Auszahlung nennen, aber ich hoffe, dass sie so hoch wie möglich ist und erwarte, dass sie beträchtlich sein wird", so Van Zanten abschließend.


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