Erhöhtes Frostrisiko im Obst- und Gemüsebau

Wenn der Frühling (zu) früh kommt

Der Frühling nähert sich in grossen Schritten. Und er nähert sich immer früher. Das setzt Pflanzen und damit auch die Landwirtschaft unter Druck. Hasel und Erle standen dieses Jahr wieder früh in Blüte. Bereits seit Anfang Januar registriert das nationale Pollenmessnetz verbreitet Pollen dieser beiden buchenartigen Birkengewächse. Und auch andere Frühlingsboten wie Schneeglöckchen, Krokusse oder Primeln meldeten sich bereits früh aus dem Winterschlaf zurück – lange vor dem offiziellen Frühlingsbeginn. Meteorologisch ist der Frühling nämlich gerade erst gut zwei Wochen alt und für Astronominnen und Astronomen herrscht eigentlich sogar noch Winter: Der astronomische Frühling beginnt erst am 20. März.


Bei der sogenannten Frostschutzberegnung werden beispielsweise Obstbäume gezielt mit sehr feinen Wassertröpfchen besprüht. Beim Gefrieren des Wassers wird auf den Pflanzen Wärme freigesetzt, sodass Blätter und Blüten in der Regel vor Frostschäden bewahrt werden. Ziel ist es, die Pflanzen bei Frosteinbrüchen während der Vegetationsperiode zu schützen und Ernteausfälle zu vermeiden. Frostschutzberegnungen finden insbesondere im Frühjahr während der Obstblüte und bei der Kultur frostempfindlicher Pflanzenbestände Anwendung. (ji)

Folgen im Obst- und Gemüsebau
Dass der Frühling immer früher kommt, zeigt auch der sogenannte Frühlingsindex von Meteo Schweiz. Seit gut dreissig Jahren beginnt die Vegetationsentwicklung tendenziell früher als üblich – im Vergleich zu Mitte der 1950er-Jahre begann der Frühling in den letzten paar Jahren rund 10 Tage früher als damals. Gleichzeitig beginnt der Herbst immer später und bestimmte biologische Ereignisse wie Blattverfärbungen und Blattfall werden später beobachtet. Unsere Pflanzen blühen also immer früher, die Vegetationsphasen werden länger und die Ruhezeiten für Pflanzen kürzer.

Das hat weitreichende Folgen: Ein immer früher einsetzender Frühling erhöhe beispielsweise das Risiko für Spätfrostschäden, gibt Beatrice Rüttimann zu bedenken. Die Kulturen treiben früher aus und sind, wenn es dann noch einmal bitterkalt wird, nicht mehr genügend geschützt. «Entsprechend wird der Schutz der Kulturen vor Frost immer wichtiger, ist aber derzeit teuer und oft nicht wirksam genug, weil die schützende Wärme beispielsweise durch den Biswind direkt weggetragen wird», erklärt Beatrice Rüttimann.

Erhöhtes Frostrisiko
Auch die Schweizer Gemüseproduzentinnen und -produzenten spüren das veränderte Wetter: «Das Wetter beeinflusst die Arbeit der Gemüsegärtnerinnen und -gärtner allerdings seit je her – sie arbeiten mit der Natur und müssen sich an die Bedingungen anpassen», sagt Markus Waber, stellvertretender Direktor des Schweizer Gemüseproduzentenverbandes. Wenn die Bedingungen gut und die Felder beispielsweise schneefreie und trocken seien, werde in der Gemüseproduktion mit der Bodenbearbeitung und der Aussaat oder dem Pflanzen teilweise früher begonnen. «In der Anfangsphase schützen die Gemüsegärtnerinnen und -gärtner die Kulturen dann mit Vlies oder Tunneln vor der Kälte», erklärt er weiter. Aber auch die Gemüseproduzentinnen und -produzenten hätten bei einem verfrühten Frühling mit einem erhöhten Frostrisiko zu rechnen – bei früh gepflanzten Kulturen sei dies das unternehmerische Risiko. «Bei Dauerkulturen ist das aber schon ein Problem, wobei vor allem die Grünspargeln anfällig auf Schäden sind», erläutert Markus Waber.

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