Spargelzeit ist auch Frühkartoffelzeit: Sobald das erste heimische Edelgemüse auf den Markt stößt, öffnet sich ebenso das Vermarktungsfenster für kleinkalibrige Speisekartoffeln aus dem Mittelmeerraum. Trotz logistischer Herausforderungen und entsprechenden Mehrkosten seien die Vorzeichen nach den ersten Verladungen überwiegend positiv, kommentiert Christoph Dankers, Mitgeschäftsführer des spezialisierten Vermarktungsunternehmens Dankers Daltex Europe GmbH mit Sitz in Raesfeld.
"Unsere Produktion im Ursprung hat zum Teil mit kühleren Witterungsbedingungen zu kämpfen gehabt", blickt Dankers auf den Saisonauftakt zurück. "Die Vegetationsperiode wurde etwas weiter ausgedehnt, um die Erträge einigermaßen zu kompensieren." Besorgniserregender seien aber die weiterhin rekordverdächtigen Frachtraten. "Die Containerfrachten haben sich um 150% erhöht, auch die LKW-Preise haben sich um 25-30% verteuert. Im Schnitt liegen die Mehrkosten pro Tonne bei etwa 100-150 Euro. Währenddessen haben unsere Abnehmer auch Verständnis für die aktuelle Situation, zumal unsere Mitbewerber, etwa aus Israel, mit den gleichen Themen zu kämpfen haben."

Johannes und Christoph Dankers (r) führen zusammen mit ihrem Vater die spezialisierte Importagentur Dankers Daltex Europe GmbH.
Premiumware der Sortierung 35-60
Trotz der Kriegssituation verlade Ägypten weiterhin Frühkartoffeln nach Russland. Die Übermengen, die sonst entstanden wären, hätte man nicht in Westeuropa unterbringen können, weil es sich gemäß
Dankers um zwei komplett unterschiedliche Absatzmärkte handele. "Nach Russland werden vorwiegend große Kaliber 40-70mm mit niedrigeren Qualitätsstandards exportiert, während Westeuropa überwiegend Premiumware der Sortierung 35-60 präferiert. Jeder Exporteur weiß, dass der westeuropäische Markt auch nicht aufnahmefähig wäre, falls im Zuge der Zahlungsbeschränkungen in Russland eventuelle Übermengen entstünden."
Rechts: Erntefrische Isabelia-Kartoffeln aus Ägypten.
Vor Weihnachten trafen bereits die ersten Frühkartoffeln in Skandinavien ein, seit Mitte Januar zeigt sich der dortige LEH aufnahmebereit für ägyptische Ware. Ähnlich wie in anderen Jahren läuft die Saison nun auch im deutschen LEH ab Mitte März langsam an. Das Vermarktungsfenster dauert meist bis in den Juni - etwa bis zum Erntestart in der Pfalz. Parallel zur ägyptischen Ware treffen hauptsächlich Frühkartoffeln aus Zypern und Israel auf dem deutschen Markt ein. Dankers: "Roterdige Kartoffeln aus Zypern sind in der Regel eher den Großmärkten vorbehalten, während wir uns auf die Belieferung des deutschlandweiten LEH fokussieren. Israel ist traditionell einen Tick teurer im Vergleich zu Ägypten und hat natürlich ebenfalls mit den aktuellen Kostensteigerungen zu kämpfen. Generell ist Ägypten am deutschen Markt weiterhin führend."

Frühkartoffelfeld in Ägypten
Gute Absatzmöglichkeiten bei Bio-Frühkartoffeln
Parallel zum Handel mit konventionellen Frühkartoffeln verantwortet die Dankers Daltex Europe GmbH ebenfalls den Vertrieb ägyptischer Bio-Kartoffeln. "Wir beobachten weiterhin eine stabile Nachfrage und entsprechend gute Absatzmöglichkeiten. Aus heutiger Sicht stehen bedarfsdeckende Mengen zur Verfügung, um dem Bedarf an Bio-Ware entsprechend gerecht zu werden", prognostiziert Dankers des Weiteren.
Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht
Alles in allem sehe das Team des spezialisierten Unternehmens der Kampagne relativ positiv entgegen. "Trotz der genannten Herausforderungen sind wir zuversichtlich, dass wir die Programme entsprechend abwickeln werden können. Wir sehen bisher keine Übermengen bei einer guten, marktgerechten Nachfrage."
Bilder: Dankers Daltex Europe GmbH
Weitere Informationen:
Christoph Dankers
Dankers Daltex Europe GmbH
Leinenweberstraße 9
D-46348 Raesfeld
Tel. +49 2865 60 10 77
Fax +49 2865 60 10 44
E-Mail: [email protected]
Web: www.dankers-daltex.de