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Hendrik Schwan, der 24-jährige Geschäftsführer und Inhaber der Kartoffel Kuhn Großmarkt GmbH Mannheim:

"Junge Menschen wie ich sind in der Branche rar, gerade auch in führender Position"

Hendrik Schwan ist der Geschäftsführer und Inhaber der Kartoffel Kuhn Großmarkt GmbH am Mannheimer Großmarkt. Nach einem dualen Studium bei Kaufland, widmete sich der 24-jährige Unternehmer der Arbeit bei dem Betrieb, bei dem er nun die Führung übernommen hat. "Ich arbeite seit gut zweieinhalb Jahren für die Kartoffel Kuhn Großmarkt GmbH und habe relativ schnell eine Stelle als Prokurist erhalten. Seit Juli 2021 bin ich als Geschäftsführer und Gesellschafter für das Unternehmen verantwortlich", sagt Schwan. Schwan hält zudem fest, dass es sich bei der Kartoffel Kuhn Großmarkt GmbH Mannheim und der Kartoffel Kuhn GmbH Frankenthal um zwei unterschiedliche, inhabergetrennte Firmen handelt.  

Das Großmarktgeschäft habe ihn schon immer gereizt, vor allem aber die Arbeit mit Obst und Gemüse. "Als ich noch im Einzelhandel gearbeitet habe, war mir bereits klar, dass ich in der Obst- und Gemüsebranche bleiben möchte. Man hat keinen direkten Bezug zur Ware im LEH. Zumal es im Einzelhandel oftmals nur darum geht, generell Waren und entsprechende Mengen erhalten zu können", erinnert sich Schwan.

Frischer Wind am Großmarkt
"Am Großmarkt hat man einerseits viel direkten Kontakt mit Kunden und Lieferanten, andererseits auch einen direkten Bezug zu den Produkten. Außerdem bin ich mir sicher, dass es sich um eine Branche handelt, bei der man auch digital noch viel herausholen kann. Junge Menschen wie ich sind in der Branche rar, gerade auch in dieser Position." Zum Beginn seiner Karriere habe er sich, vor allem auf Grund seines jungen Alters, durchaus erst noch beweisen müssen, wobei er mittlerweile ein äußerst gutes Verhältnis zu seinem Team pflege. "Erfahrung mitzubringen und Ahnung vom Geschäft zu haben, sind natürlich wichtig für die Branche. Gleichzeitig bin ich mir sicher, dass viele meine Jugend auch positiv sehen, weil ich frischen Wind mitbringe und eine neue Führungsphilosophie an den Tag lege", sagt Schwan. 

Nachwuchsprobleme in der Branche
Neben aktuell bestehenden Problemen und Widrigkeiten, zählt Schwan auch das zunehmend hohe Alter seiner Kunden, welche Wochenmärkte betreiben, zu den größten Herausforderungen, da abzusehen sei, dass es schlichtweg an Zuwachs in der Branche fehle. Aus diesem Grund müsse man Absatzkanäle außerhalb der typischen Großmarktkundschaft ansprechen.

"Einen Großteil unseres Absatzes erhalten wir über Auslieferungen, beispielweise an verschiedene Rewe/Edeka- und Mix-Märkte in Süddeutschland. Natürlich zählt auch das typische Großmarktgeschäft mit Wochenmarkt- und Einzelhändlern dazu. Unabhängig vom Krieg in der Ukraine verlieren viele Wochenmärkte gerade ihren kurzzeitig neu erhaltenen Schub. Das ist vergleichbar mit der Situation für Metzgereien und Bäckereien. Wer will sich in meinem Alter noch am Wochenmarkt bei Wind und Wetter draußen hinstellen und das mitmachen? Das Interesse hieran ist, glaube ich, sehr begrenzt."

Umgang mit Preisaufschlägen
Wochenmarkthändler mit einem hochpreisigen Sortiment könnten ihre Ware zwar weiterhin an Premiumkunden verkaufen, jedoch sei der Absatz für Kunden, die sich diese Ware aktuell nicht leisten könnten, stark rückläufig. "Diese Kunden geben ihr Geld - wenn überhaupt - eher für Frischware im Supermarkt aus", weiß Schwan. Doch auch sein Betrieb habe mit den steigenden Kosten zu kämpfen. "Wir verladen selbst das Gemüse aus der Pfalz und liefern es teilweise an die Schweizer Grenze aus. Die Preise, die wir für Abholung und Zufuhr eigentlich realisieren müssten, sind nicht mehr so umsetzbar, wie wir es uns vorstellen. Schließlich befinden wir uns in einem Wettbewerb mit vielen anderen Betrieben und können dementsprechend nicht irgendwelche Preise aufschlagen, nur weil wir sie brauchen."

Innerhalb von einem halben Jahr habe er bereits zweimal die Frachtgebühren um 5 Euro anheben müssen. Statt 15 Euro zahle ein Kunde nun 25 Euro. "Diese 5 Euro entsprechen aber gerade zwei Liter Diesel. Das ist wie ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man überlegt, dass ein LKW durchschnittlich pro 100 km etwa 20 Liter verbraucht. Diese Preise an unsere Kunden weiterzugeben, ist aber auch schwierig, weil unsere Kunden selbst schauen müssen, wie sie ihre Kosten decken können. Das ist eine Preisspirale, die fast nicht aufzuhalten ist", sagt Schwan. 

Nachfrage weiterhin gut
Bei exklusiven Produkten mit hohen Preisen, wie etwa zum Beginn der Spargelsaison, seien die Verbraucher zunehmend weniger bereit, mehr auszugeben. Allgemein gäbe es aber keine Produkte, bei denen er sagen könnte, dass die Nachfrage merklich nachgelassen hätte. "Kartoffeln könnten in diesem Jahr wieder ein Gewinnerprodukt sein, weil es bei diesem Produkt einfacher ist, mit wenig Geld seine Familie zu ernähren. Es ist aber noch zu früh, um das bewerten zu können."

Von der Kartoffel Kuhn GmbH zu Schwan RegioFruit
In den nächsten Monaten plane der Betrieb die Umbenennung in "Schwan RegioFruit", wie Schwan uns mitteilt: "Der Fokus liegt auf dem Vertrieb von regionalen Produkten aus der Pfalz, wobei wir natürlich auch weiterhin die Waren anbieten werden, die wir seit jeher anbieten. Wir wollen hierbei auch unsere Präsenz auf Facebook und Instagram verstärken. Hinzu kommt ein neuer Online-Shop samt App, die unseren Kunden mithilfe von künstlicher Intelligenz beim Kauf unterstützen soll." Die gesamte Supply Chain solle dabei durchdigitalisiert und im Einklang mit der Logistik organisiert werden. "Ähnlich wie bei DHL können wir angeben, in welchem Zeitraum die Lieferung bei unseren Kunden eintreffen wird." Schwan erkennt hierbei die Möglichkeit, "seine Jugend auszunutzen", sprich: von seiner Erfahrung im Social-Media-Bereich zu schöpfen, um sich entsprechende Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

Angesichts der aktuellen Lage spüre Schwan eine gewisse Verunsicherung am Mannheimer Großmarkt. "Es gibt einige Betriebe, die während Corona sehr hohe Umsätze erzielen konnten, andere hingegen nicht. Momentan ist es wiederum genau umgekehrt. Besonders erfreut über die Lockerungen dürfte aber vor allem die Gastronomie sein. Dass aber bereits die nächste Krise vor der Tür steht, bereitet ihnen schon Sorgen. Die Kosten betreffen natürlich alle Unternehmen, aber die Grundstimmung ist, glaube ich, in Ordnung. Mit dem zunehmend warmen Wetter und zum Start der Erdbeeren- und Spargelsaison sollte die Stimmung wieder steigen."

Weitere Informationen:
Inh. Hendrik Schwan
Kartoffel Kuhn Großmarkt GmbH
Gottlieb-Daimler-Str. 14
68165 Mannheim
+49 621-44509-30
Mail: grossmarkt@kartoffel-kuhn.de  
Web: grossmarkt.kartoffel-kuhn.de 


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