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Der europäische Verband der Etikettenhersteller hat Alarm geschlagen

Panik im Etikettenland

Das Angebot an Papier und Pappe steht unter starkem Druck. In Finnland beispielsweise wird seit Januar in den Papierfabriken gestreikt, und auch einige französische Fabriken haben diese Woche die Produktion eingestellt. Der europäische Verband der Etikettenhersteller hat Alarm geschlagen und rechnet in wenigen Wochen mit einem völligen Stillstand der Branche, weil kein Papier mehr verfügbar ist.

"Panik ist das erste Wort, das mir in den Sinn kommt", sagt einer der größten Etikettendrucker im O&G-Sektor. "In Finnland wird seit dem 3. Januar gestreikt, und 80 % des Pergaminpapiers, das für Etiketten auf dem europäischen Markt verwendet wird, kommt aus Finnland. Da wir kein Papier bekommen, können wir auch keine Etiketten anfertigen. Der Streik wurde auf jeden Fall bis zum 2. April bestätigt, und niemand weiß, was danach passieren wird. Wir beziehen jetzt von überall her Papier, um unsere Kunden zu beliefern."

Leere Regale
"Die Preise sind viel höher. Die momentane Wahl lautet: Man bekommt Etiketten oder nicht. Und wenn man Etiketten will, muss man anderthalb Mal so viel bezahlen. Früher habe ich Preise für drei Monate angegeben, jetzt geben wir nur noch Preise für eine Woche an. Da die Beerenobstsaison näher rückt, ist dies auch für viele O&G-Unternehmen eine schwierige Situation. Wenn man sich in den Supermärkten umschaut, sieht man, dass die Regale bereits leer sind. Und eine Lieferung ohne Etikett ist eine heikle Geschichte."

Man muss sich jetzt nur noch Szenarien mit einfacheren Etiketten vorstellen, auf denen zum Beispiel nur die Tomatensorte und der Preis angegeben sind, statt all der Logos und Zusatzinformationen. Logischerweise geht es in den Nachrichten jetzt um andere Dinge, und diese Nachricht scheint völlig in den Hintergrund getreten zu sein, auch wenn sie große Auswirkungen haben wird. Die Bestände werden irgendwann versiegen. In England stehen die Druckereien seit Wochen still, weil sie einfach kein Papier mehr bekommen. Außerdem sind wir an Einkaufskontingente gebunden", sagt der Drucker.

Seiner Meinung nach gibt es kaum Alternativen. "Einige Kunden sind dazu übergegangen, Papier mit Kunststoffunterlagen zu verwenden. Aber nicht jeder kann Pet automatisch und ohne Anpassungen verarbeiten. Insbesondere die Sensoren für automatische Etikettieranlagen erkennen PET nicht. Die einzige Alternative sind exotische Materialien aus Asien, Südamerika und dem Nahen Osten, aber das ist nicht die Qualität, die wir gewohnt sind. Große Unternehmen des elektronischen Handels prüfen jetzt die Möglichkeit, das Label direkt auf die Schachtel zu drucken, ohne ein Etikett. Aber auch dann müssen die Schachteln verfügbar sein."

Auch Nino Venezia von der Dutch Graphic Group aus Venlo erkennt die Panik im Etikettenland. "Die Preise für Etikettenmaterialien sind innerhalb eines Jahres um 40 % gestiegen. Die großen globalen Hersteller können offenbar den durch den Streik in Europa verursachten Verlust verkraften, sie verdienen so viel Geld, dass es keine ernsthaften Verhandlungen mit den Streikenden in Finnland gibt."


Nino und Gino Venezia

"Die Situation ist wirklich bizarr. Früher habe ich Lastwagen gleichzeitig gekauft, und die Lieferung war relativ schnell, aber heute sind zehn bis zwölf Wochen Lieferzeit keine Ausnahme mehr. Hinzu kommt, dass der Preis inzwischen dreimal erhöht wurde. Die Etikettendrucker sind bereits zum Stillstand gekommen. Glücklicherweise habe ich die Situation im Juni letzten Jahres kommen sehen und hier und da einen Lkw aufgekauft, so dass wir in Venlo immer noch mit voller Kraft arbeiten können. Für uns ist die Versorgung mit Polypropylen-PP im Moment die größte Herausforderung. Wir arbeiten Tag und Nacht daran, diesen Nachschub zu bekommen."

Die Situation hat die Dutch graphic group veranlasst, einen Kundenstopp anzukündigen. "Wir werden mit neuen Anfragen überschwemmt, aber wir wollen in erster Linie für unsere bestehenden Kunden da sein. Sie haben unsere Unterstützung verdient. Wir schützen im Moment wirklich unsere Kunden, die immer Vertrauen in uns hatten. Ein Mann ist ein Mann, ein Wort ist ein Wort. Bei den neuen Angeboten habe ich jedoch angegeben, dass sie drei Tage lang gültig sind und auch davon abhängen, welches Material zu diesem Zeitpunkt auf Lager ist. Kürzlich konnte ich einen Tender mit einem guten Preis ergattern, aber ich vergebe keine Preise mehr, dafür ist die Situation im Moment zu riskant."

Für weitere Informationen:
Dutch graphic group
Venrayseweg 130A
Industrieterrein Venlo 3851
+31 (0)77 399 96 40
info@dutchgraphicgroup.com   
www.dutchgraphicgroup.com     


Erscheinungsdatum:



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