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Anneliese Vollweiler, Beerenexpertin und Geschäftsführerin von Anevo Trading:

"Die Ukraine ist ein zuverlässiger Rohstofflieferant"

Das Unternehmen Anevo Trading aus Erlangen verbindet eine jahrzehntelange Kooperation für verschiedene Beerenfrüchte mit osteuropäischen Ländern wie Polen, Serbien und seit letztem Jahr auch mit der Ukraine. Angesichts der jüngsten Ereignisse in der Ukraine, stellt sich Geschäftsführerin Anneliese Vollweiler (r) auf Änderungen im Handel mit der Ukraine und mit Russland ein.

Ein Statement Vollweilers zur aktuellen Situation in der Ukraine haben wir bereits am Freitag veröffentlicht. Sie geht davon aus, dass ihr Hauptvertragspartner, Serbien, sich angesichts des Krieges vorerst keiner Konfliktpartei anschließen wird, da Serbien einerseits ein EU-Beitrittskandidat ist, aber auch mit Russland kooperiert. Serbien sei froh darüber, den eigenen Bürgerkrieg überwunden zu haben. 

Waren aus der Ukraine
"Wir haben im letzten Jahr damit begonnen, Waren aus der Ukraine zu beziehen. Die Krux dabei ist aber, dass die Erzeugnisse ziemlich oft mit Pestiziden bearbeitet werden, weshalb wir sehr zurückhaltend sind mit großen Mengeneinkäufen, zumal die Ware mangels Labors zu wenig kontrolliert wird", sagt Vollweiler. Sie kritisierte zudem, dass viele landwirtschaftliche Chemikalienerzeuger aus Deutschland und anderen EU-Ländern Pflanzenschutzmittel nach Osteuropa und in Drittländer verkaufen würden, die in EU-Ländern verboten sind. "Das führt zu einer Art Boomerang-Effekt, sodass die gespritzte Ware wieder letzten Endes bei uns in der EU im Verkauf landet." In dieser Hinsicht sei die Ware aus Serbien eher besser, da es ausreichend Labore gibt und die Produzenten Früchtemuster auch in geeignete EU-Labore senden, allerdings würden serbische Früchte auch mit Agrarchemikalien gespritzt. 

Noch sei schwer einzuschätzen, wie sich die Zusammenarbeit mit Russland künftig gestalten wird. "Zusätzlich zu Früchten beziehen wir auch Öle aus Russland. Die letzte Ladung Sonnenblumenöl aus Russland haben wir am Montag leider nicht mehr erhalten, da die Sanktionen letzten Endes greifen", berichtete sie am Dienstagmorgen. "Ein großer Erzeuger von Fruchtaufstrichen aus der EU, der seine Konfitüren nach Russland liefert, musste noch vor den Sanktionen hinnehmen, dass seine letzte Lieferung 10 Tage an der Grenze zu Russland am Zoll stand, bevor der LKW mit viel 'Zuspruch' weiter Richtung Moskau fahren konnte, weiß Vollweiler. "Wir verkaufen jährlich etwa 3.000 Tonnen TK-Früchte und etwa 800-1.000 Tonnen frische Früchte, vor allem Steinfrüchte, was für uns als IFS zertifizierter Broker und unser gesamtes Team eine gute Basis darstellt." 

Preisniveau für TK-Himbeeren verdoppelt
"Das Preisniveau für Tiefkühlhimbeeren ist mindestens doppelt so hoch wie im Vorjahr. Aktuell werden etwa 6,00 € pro Kilo für eine Lieferung nach Europa verlangt. Eine LKW-Ladung kostet heute also um die 120.000 € für 20 Tonnen Himbeeren. Früher lag der Preis zwischen 2,70 € bis 3,00 € pro Kilo", berichtet Vollweiler. Bei Brombeeren sei sogar ein noch höherer Preisanstieg zu verzeichnen: Statt 1,00 € pro Kilo, liege der Kilopreis bei 3,50 bis 4,00 €. "Die Ukraine hat zu wenige Kühlhäuser, weshalb die Rohware nach Polen geliefert wird, da dort gute Tiefkühlwaren produziert werden können. Die Ukraine ist sozusagen der Garten, aus dem Polen seine Rohwaren beziehen kann. Zudem ist die Ukraine ein zuverlässiger Rohstofflieferant ist."

Robustere Sorten gegen Klimawandel
Vollweiler erwartet keinen größeren Strukturwandel, wobei künftig womöglich weniger Himbeeren verkauft werden. "Als Antwort auf den Klimawandel wird es aber sicherlich noch strukturelle Veränderungen geben. Hierzu müssten neue, robustere Sorten erzeugt werden, die viel Hitze vertragen und dabei wenig Wasser verbrauchen", meint Vollweiler. "Zusammen mit einer EU-Lebensmittelkette arbeiten wir gerade daran, neue Steinfrüchte-Sorten auf verschiedenen Plantagen und in einigen Regionen zu testen, was wir bereits seit letztem Jahr planen."

Mehr Gewächshausproduktionen 
Die Meinung, dass es künftig mehr Gewächshauskulturen geben wird, kann Vollweiler bestätigen. "Sowohl Glashausproduktionen als auch die Produktion mit PVC-Schläuchen nach holländischem Modell finden mehr und mehr Anklang. Zumal man bei diesen Produktionsweisen auch in Bioqualität anbauen kann, während bei Freilandkulturen noch primär konventionell angebaut wird. In Serbien haben wir nun mittlerweile Beeren, die 1000 m über dem Meeresspiegel erzeugt werden. Da gibt es fast keine Krankheiten, weil es einerseits eher kühl ist und der Wind die Fäulnis verhindert." Am 20. März wird Vollweiler wieder nach Serbien fliegen, um sich den Zustand der Plantagen vor Ort anzusehen und die Früchtesaison 2022 vorzubereiten. 

Weitere Informationen:
Anneliese Vollweiler
ANEVO Trading GmbH
Fraunhoferstraße 16
D-91058 Erlangen
Telefon: +49 (0) 9131 6108673 
Mobil: +49 (0) 170 581 7970 
E-Mail: [email protected]    
Web: www.anevo-trading.com          

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