Einordnung der Rabobank-Prognosen:

"Großer Rückgang der niederländischen Gurkenproduktion erst im Februar, März erwartet"

Die derzeit hohen Energiekosten werden zweifellos (auch) den niederländischen Gurkenanbau in diesem Winter beeinträchtigen. Wann dies jedoch am deutlichsten sichtbar wird, ist diskutabel.

Die Rabobank ist ein multinationales Bank- und Finanzdienstleistungsunternehmen in den Niederlanden. Für den Zeitraum Dezember/Januar prognostiziert sie einen Produktionsrückgang auf das Niveau von vor vier Jahren. Das sieht die Züchtungsfirma der BASF, die einen hohen Marktanteil bei Sorten für den beleuchteten Winteranbau hat, allerdings anders, erklärt Rens Muusers, Verkaufsspezialist EMEA für Gurkengewächse.


Die Sorte Hi Power der BASF wird unter Kunstlicht angebaut.

"Die Rabobank hat einen Produktionsrückgang im Januar und Februar vorhergesagt. Aber in diesen zwei Monaten wird der Anbau sowie Ertrag von echten Winterkulturen stark durch ihre Erzeuger gelenkt. Die Aussaat und Pflanzung findet im Oktober, November statt. Bei langen Gurken ist die Anbaufläche ziemlich ähnlich wie bei der Saison 2020/2021", beginnt er.

"Einige Erzeuger haben aufgehört, aber es gibt auch neue in dieser Saison. Daher ist die Anbaufläche vermutlich gleich. Die Produktion wird jedoch etwas niedriger sein, weil einige Erzeuger weniger Kunstlicht einsetzen. Trotzdem glaube ich nicht, dass die Produktion auf das Niveau von vor vier Jahren zurückfallen wird. Damals gab es viel weniger Anbaufläche als heute."

Rens sieht auch keinen Rückgang von etwa 40%. Das wird für den Tomatenanbau unter Licht geschätzt. "Bei Gurken wird es aus meiner Sicht weniger sein", sagt er. Rens fügt hinzu, dass es im Winter etwas weniger Anbauflächen für Snacks und Minigurken gibt als in der letzten Saison. "Doch sie wird immer noch höher als vor vier Jahren sein."

Traditioneller Anbau im Wandel
Rens zufolge hat sich der traditionelle Anbau am stärksten verändert. "Die Aussaat erfolgt deutlich später. Deshalb denke ich, dass der Produktionsrückgang im Februar und März viel stärker ausfallen und damit früher auf ein deutlich niedrigeres Niveau sinken wird."

Inzwischen ist unbestritten, dass die aktuell hohen Energiepreise sich jetzt schon auswirken. Rens und seine Kollegen sehen, dass Unternehmen vor schwierigen Entscheidungen stehen. Sie müssen manchmal drastische Entscheidungen treffen. "Leider habe ich mehrere extreme Beispiele gesehen und von Fällen gehört, in denen beschlossen wurde, Pflanzen aus der Gärtnerei zu verwerfen und die Aussaat zu verschieben."

"Die Situation auf dem Energiemarkt ist höchst unvorhersehbar und ändert sich von Woche zu Woche. Die Preise haben in den letzten Monaten stark geschwankt. Damit verknüpft sind auch die Entscheidungen der Anbauer, was sie letztendlich tun werden", so Rens.

Klicken Sie hier für die entsprechenden Zahlen und Daten von der Rabobank in 2017.

Mittel- und langfristige Szenarien
Die Rabobank sieht mehrere mittelfristige Szenarien. Bei den derzeit hohen Preisen geht die Bank davon aus, dass die Winterkulturen in den Verkaufsregalen weitgehend verschwinden werden, d.h. bis auf ein paar Supermärkte, die sich weiter differenzieren wollen. Oder die Energiepreise fallen wieder auf das Niveau von vor September 2021 oder nur sind nur leicht darüber. Dann wäre die Produktion auf demselben Niveau wie im letzten Winter. Solange der Preisunterschied zwischen beleuchteten Anbaugurken unter Glas und Importen akzeptabel bleibt, werden niederländische Supermärkte eifrig dabei sein.

Ein drittes Szenario wäre ein weiteres Wachstum des niederländischen Winteranbaus ab 2022/2023. Das würde nach Angaben der Bank sowohl geringere Energiekosten als auch höhere Exporte erfordern. Für den Vertrieb in den Niederlanden sieht die Bank zu wenig Wachstumspotenzial. Das liegt auch an der Preisgestaltung der großen Supermarktketten, die ihre Gurkenpreise nicht zu weit von denen ihrer Konkurrenten abheben wollen.

Für mehr Informationen:
Rens Muusers
BASF 

Tel.: +31 6 1871 9921
rens.muusers@vegetableseeds.basf.com   


Erscheinungsdatum:



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