SOV: Schweizer Sommerfruchtsaison fiel ins Wasser

Unwetter mit Hagelschäden führten zur ernüchternden Bilanz

Die Sommerfruchtsaison fiel laut dem Schweizer Obstverband (SOV)
buchstäblich ins Wasser: Während Frühjahrsfrost und Sommerhagel zu erheblichen Schäden an Obstkulturen geführt haben, konnte zumindest der Beerenanbau dem Wetter trotzen. Der kalte Frühling mit zahlreichen Frostnächten, der regenreiche Sommer und die Unwetter mit Hagelschäden haben zu einer ernüchternden Bilanz
geführt.

Während die Kirschenernte mit rund 1’500 Tonnen und damit 72 Prozent des Fünfjahresmittels noch ansehnlich gewesen ist, zeigte sich bei den Zwetschgen und Aprikosen ein anderes Bild: Die Erträge für Zwetschgen betrugen mit 1’300 Tonnen nur 40 Prozent und für
Aprikosen mit 2’200 Tonnen sogar nur 35 Prozent des Fünfjahresmittel. Und die Unwetter haben nicht nur die Früchte und
Bäume beschädigt, sondern auch ganze Infrastrukturen. Dies hat zu Schäden in zweistelliger Millionenhöhe geführt.

Wetter bremst Beerenboom
Erfreulicher sah die Lage derweil bei den Beeren aus. Sowohl bei den Erdbeeren mit gut 7’000 Tonnen als auch bei den Himbeeren mit knapp 2’150 Tonnen, den Brombeeren mit 530 Tonnen und den
Heidel- sowie Preiselbeeren mit 565 Tonnen hat die Ernte dem Mittel der letzten fünf Jahre entsprochen. Das ist auch den modernen Anbaumethoden zu verdanken: Ein grosser Teil der Beerenkulturen in der Schweiz wird unter Folientunnels angebaut.

Allerdings hat das Wetter den kleinen Boom der Himbeeren und Brombeeren ausgebremst: Sowohl die Erntemengen der Himbeeren und Brombeeren haben in den letzten Jahren stetig zugenommen
und kletterten beispielsweise von 2016 mit 1’525 Tonnen Himbeeren bis im Jahr 2020 auf 2’255 Tonnen. Noch im Juli rechnete der SOV mit einer Inlandernte von 2’300 Tonnen Himbeeren – also einem erneuten Zuwachs von 50 Tonnen. Dieser Wert wurde im Verlauf der Erntesaison verpasst und die Ernte fiel rund 100 Tonnen hinter die letztjährige zurück.

Dasselbe Bild zeigte sich bei den Brombeeren, deren Erntemengen in den letzten fünf Jahren bis 2020 um 280 Tonnen auf 663 Tonnen gestiegen sind. Auch hier fiel die diesjährige Ernte mit minus 130 Tonnen aber tiefer aus als letztes Jahr.

Äpfel trotzen mieser Witterung, Birnen eher weniger
Beim Tafelkernobst haben immerhin die Apfelkulturen die schlechten
Witterungsbedingungen relativ gut überstanden. So gab es mit rund 120’000 Tonnen Tafeläpfeln einen fast gleich hohen Ertrag wie 2020. Sortenbedingt gab es laut SOV allerdings Unterschiede: Bei den beliebtesten Sorten Gala, Golden Delicious sowie Braeburn wurde ein
Ertragszuwachs verzeichnet – bei Boskoop, Idared, Milwa und Elstar sowie Gravensteiner gab es aber eine deutlich geringere Ernte, da diese Kulturen stärker von Frost und Alternanz betroffen waren.

Grössere Ernteeinbussen gab es bei den Tafelbirnen. Der Ertrag von gut 18’500 Tonnen bedeutet ein Minus von rund 20 Prozent gegenüber Vorjahr. Bei den Birnen war die Behangsdichte durchwegs
geringer als im Vorjahr, bei der Sorte Williams ist die Ernte besonders schlecht ausgefallen – mit etwas mehr als 2’400 Tonnen wurden über 40 Prozent weniger Williamsbirnen geerntet als noch 2020.

Quelle: SOV / LID


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