Die größte Marillengemeinde Österreichs kann aufatmen: Vergleichsweise spät, aber doch hat am Wochenende die Erntezeit in Kittsee begonnen, berichtet kurier.at. Dass die süßen Früchte – in Kittsee ist die „Ungarische Beste“ die gängigste Sorte – in der Grenzgemeinde in großen Mengen geerntet werden können, ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. 2020 war ein Totalausfall zu beklagen, und auch im heurigen Frühling – dem kühlsten seit 34 Jahren – sah es nicht rosig aus für die Kittseer Marille.
Schlussendlich waren aber nur leichte Frostschäden zu verzeichnen. „Wir können die Nachfrage nicht decken“, sagt Paradeisz. Auch in Wiesen (Bezirk Mattersburg) ist Michael Habeler „mitten in der Marillenernte“. „Es wird ein durchschnittliches Jahr, was den Ertrag betrifft“, meint der Landwirt. Vor allem die Trockenheit hätte den Obstbauern zu schaffen gemacht. Aber auch die Frostnächte im März hätten den Bauern viel abverlangt, sagt Habeler. „Wir haben in unseren Kulturen in tiefen Lagen die Marillenbäume mit Frostkerzen geschützt.“
Teures Einheizen
Das „Einheizen“ schlage sich finanziell mit rund 4.000 Euro pro Hektar zu Buche, dazu komme noch der zeitliche Aufwand. Einen geschützten Anbau, wie er ihn seit Jahren teilweise für seine Erdbeeren betreibt, hat Habeler für die Marillen nicht geplant. Denn die Preise für die dafür erforderlichen Folientunnel, seien – aufgrund der extremen Verteuerung für Stahl – um etwa ein Drittel gestiegen.
Frost setzte Blüten im Süden zu
Weiter südlich, im Obstgarten von Familie Nikles in Kukmirn (Bezirk Güssing), sieht es bei den Marillen heuer hingegen traurig aus. Hier sind sämtliche Blüten dem Frost zum Opfer gefallen.