Großlieferant Hermann-Josef Jansen über den aktuellen Zwiebelmarkt

"Massive Einbuße bei geschälter Ware, Absatz bei ungeschälten Zwiebeln auf normalem Niveau"

Zu Beginn der Corona-Krise im März 2020 gehörten die Zwiebeln - ähnlich wie Kartoffeln und Möhren - zu den heiß begehrten Hamsterartikeln im Regal. Mittlerweile hat sich der Markt wieder normalisiert und der Absatz bei den rohen Zwiebeln liegt etwa auf einem gewohntem Niveau. Durch die fehlende Nachfrage in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung werden geschälte Zwiebeln hingegen deutlich weniger gebraucht, beobachtet Hermann-Josef Jansen, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens in Schwalmtal.


Gelbe und rote Zwiebeln aus der Region / Bild: Zwiebel Jansen

Traditionell wechselt der Handel im April-Mai vermehrt auf Importware anstatt heimischer Lagerware. "Am Niederrhein sind in den letzten Jahren mehrere große Kühlhäuser entstanden, weshalb die heimische Saison verlängert werden kann. Der Lebensmitteleinzelhandel möchte in diesem Jahr erstmals länger deutsche Zwiebeln anbieten. Somit werden wir den ganzen Mai hindurch noch rote und gelbe Zwiebeln deutscher Herkunft auf den Markt bringen", so Jansen. 


Die Rohware wird je nach Kundenwunsch geschält und geschnitten / Bild: Zwiebel Jansen

Entwicklung der roten Zwiebel
Außer der marktüblichen gelben Zwiebel findet auch die rote Knolle immer besseren Anklang bei den Verbrauchern. "Die Bereitwilligkeit rote Zwiebeln anzubauen ist vorhanden, die Kultur ist aber im Vergleich zur gelben Zwiebel sehr krankheitsanfällig im Anbau", weiß Jansen. Das heimische Angebot sei dementsprechend in den letzten Jahren nicht groß gewachsen. Preislich sei die rote Zwiebel gerade in dieser Saison dennoch recht attraktiv gewesen. "Zu Weihnachten waren die Erzeugerpreise sehr hoch, in den letzten Wochen sehen wir einen erneuten Preisanstieg."


Geschälte Zwiebeln aus eigener Herstellung / Bild: Zwiebel Jansen

Schleppender Absatz von geschälten Zwiebeln
Trotz der positiven Entwicklung der deutschen Zwiebelbranche hat insbesondere das Geschäft mit geschälter Ware starke Einbußen erlitten. "Umsatzrückgänge sind zwar von Kunde zu Kunde unterschiedlich, dennoch überall zu beobachten. Obwohl die ersten Kantinen und Mensen wieder öffnen dürfen, ist die Warenabnahme in dieser Sparte trotzdem sehr verhalten. Die Vermarktung von Rohware, etwa an Abpackbetriebe, ist hingegen auf dem gewohnten Niveau geblieben."


Gewürfelte Zwiebeln / Bild. Zwiebel Jansen

Außer roten und gelben Zwiebeln bietet die Firma Jansen ihren Abnehmern auch Schalotten und weiße Zwiebeln. Noch handelt es sich laut Jansen aber um eine Randerscheinung. "In der Praxis ist es einfach schwierig, durchgängig Mengen in der gewünschten Qualität zu liefern. Außerdem sehe ich bislang keine große Nachfrage bei beiden Artikeln", heißt es weiter.


Mit eigenen Kühlfahrzeugen wird die Ware zum jeweiligen Abnehmer gefahren / Bild: Zwiebel Jansen

Logistische Herausforderungen
In der nahen Zukunft sieht der Zwiebelhändler mehrere Herausforderungen auf den Sektor zukommen. "Erstens wird Corona uns sicherlich noch eine Weile begleiten. Darüber hinaus frage ich mich, wie wir bei steigenden Produktionsmengen wettbewerbsfähig bleiben wollen. Im Vergleich zu beispielsweise holländischen Exporteuren und Verarbeitern verfügen wir leider nicht über die Logistik um unsere Ware international zu vermarkten."

Weitere Informationen:
Zwiebel Jansen
Hermann-Josef Jansen
Haverslohe 31
41379 Brüggen
Telefon: 02163 / 50 67
Fax: 02163 / 63 88
E-Mail: info@zwiebel-jansen.de 
www.zwiebel-jansen.de 


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