Kartoffelgroßhändler Robert Koch zur diesjährigen Vermarktungssaison

"Regionalität als wichtiger Punkt in der Kaufentscheidung am Point of Sale"

Während der Markt für Industrie-Kartoffeln zu Pandemiezeiten größtenteils lahm gelegt wurde, boomt der bayerische Speisekartoffelmarkt. Gerade im LEH erfreuen sich regionale Speislagerkartoffeln einer hohen Nachfrage. Mengenmäßig blickt man aber auf eine äußerst schwierige Saison mit miesen Erträgen und Lagerqualitäten zurück, bestätigt Robert Koch, Kartoffelgroßhändler und Inhaber der Johann Koch e.K., auf Nachfrage von FreshPlaza.

"Die Verbraucher kochen mehr zu Hause, weshalb größere Absatzmengen an den LEH gehen. Regionalität ist dabei ein wichtiger Punkt in der Kaufentscheidung am Point of Sale", weiß der erfahrene Kartoffelvermarkter. Aus längerfristiger Sicht habe laut Koch ein allmählicher Strukturwandel im bayerischen LEH stattgefunden. "Das Sortiment beim Discounter hat sich in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet. Bis vor einem Jahr wurden hauptsächlich vorwiegend festkochende Knollen für die Verarbeitung daheim genommen, heutzutage finden auch festkochende Kartoffeln immer mehr deren Weg zum Verbraucher. Gleiches gilt für Bio-Kartoffeln, die momentan etwa 30-40 Prozent unseres Umsatzes ausmachen."


Inhaber Robert Koch, Jacqueline Blöckl und Franziska Koch am bayerischen Gemeinschaftsstand auf der Fruit Logistica 2018

Klimawandel setzt Kartoffelanbau zu
Anbautechnisch setzt der Klimawandel den Kartoffelerzeugern extrem zu. Koch: "Bei den marktüblichen Sorten - etwa Gala und Marabel - handelt es sich um mittelfrühe Kartoffeln, bei denen ab April-Mai Qualitätsprobleme in der Lagerung auftreten. Gleichzeitig haben wir hierzulande durch die tendenziell höhere Temperaturen immer mehr mit südländischen Kartoffel-Krankheiten zu rechnen, was den Vermarktungsmengen natürlich auch nicht zugute kommt. Das heißt, wir benötigen dringend krankheitsresistente und lagerfähige Sorten."

Aufgrund der letztjährigen Dürre und Qualitätsprobleme während der Lagerung hat es relativ bescheidene Lagerbestände gegeben. "Es gab zwar eine üppige Ernte, ein großer Teil davon war aber letzten Endes unverkäuflich, weshalb auch die Notierungen bisher eher unterdurchschnittlich waren. Den Umständen entsprechend werden wir in knapp zwei Wochen mit der Vermarktung alterntiger Ware aufhören und recht früh komplett auf israelische Importe umsteigen", schildert Koch.


Robert Koch und seine Ehefrau Petra

Erfreuliche Zuwächse bei roten Bio-Zwiebeln
Speisezwiebeln bilden das zweite Produktstandbein des klassischen Familienunternehmens. Auch in diesem Bereich versucht man, den LEH wo möglich mit regionalen Erzeugnissen zu versorgen. "Bei den gelben Zwiebeln sind wir zu Ostern auf neuseeländische Importe umgestiegen. Generell sehen wir eine allmähliche Verlängerung des regionalen Vermarktungsfensters: Bis vor einigen Jahren gingen die Vorräte bereits im Februar zu Ende, dank moderner CA-Lagertechnik kann der LEH mittlerweile deutlich länger bayerische Speisezwiebeln anbieten."

Im Gegensatz zu den Kartoffeln seien die Qualitäten der Speiselagerzwiebeln in der Regel recht erfreulich gewesen. "Ansonsten sehen wir einen klaren Trend hin zu Bio, insbesondere bei den roten Zwiebeln. In diesem Segment werden wir erst Anfang Mai auf Importe zugreifen müssen, vorzüglich aus dem europäischem Ausland", sagt Koch abschließend.

Weitere Informationen:
Johann Koch e.K.
Robert Koch
Eternitweg 17 – 19
D-86633 Neuburg
Telefon: 08431-6795-0
Mobil: 01772-6795-50
E-Mail: info@johann-koch.de
www.johann-koch.de    


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