Gravierende Frostschäden in deutschsprachigen Anbaugebieten

Frost und Hagel halten Landwirte in Atem

Die Wetterkapriolen der letzten Woche halten auch die Landwirte in den DACH-Ländern in Atem. In der Nacht auf 7. April kam es im gesamten Obstbaugebiet der österreichischen Steiermark etwa zu Windfrösten mit außergewöhnlichen Tiefsttemperaturen von meist minus 4 bis minus 6 Grad, in Extremlagen sogar bis zu minus 8 Grad Celsius. Diese Temperaturen sind vergleichbar mit der Situation des Vorjahres, berichtet die Landwirtschaftskammer.

Windfröste sind Frostereignisse bei denen durch kalten Wind alle Obstbaulagen – von den Tallagen bis zu höher gelegenen Obstgärten – gleichermaßen betroffen sind. Bei den klassischen Strahlungsfrösten, bei denen es windstill ist, sind Tallagen betroffen, während es in höhere Lagen wärmer bleibt. 

Auswirkungen auf Steinobst
Befürchtet werden aufgrund dieser starken Frostnacht große Schäden bei Steinobst, besonders bei Marillen und Pfirsichen. Diese haben nach der Vollblüte bereits Früchte angesetzt, sie sind daher in einem besonders frostsensiblen Entwicklungsstadium. Bei den steirischen Äpfeln wird es vermutlich keine ertragswirksamen Auswirkungen geben, wobei eine Gesamtbeurteilung frühestens im Mai möglich ist. 

Schweiz: Rekordkälte auf Jungfraujoch
Auch in der Schweiz setzen die Frostnächte den Obstkulturen zu. Die Kaltfront, die derzeit die Schweiz überquert, hat für einen April-Temperaturrekord auf dem Jungfraujoch gesorgt. Am Mittwochmorgen wurden dort -26,3 Grad gemessen. Auch im Flachland war es eisig.  Die Obstproduzenten würden alles unternehmen, um die Schäden möglichst gering zu halten. So würden sie namentlich die Foliendächer über ihren Kulturen schliessen. Dies sei allerdings aufgrund des Schneedrucks und des Windes heikel. Auch mit Frostkerzen werde gearbeitet.

Die derzeitige Kältewelle ist laut dem Obstverband allerdings nicht aussergewöhnlich. In vier der letzten fünf Jahre habe es im April Frost gegeben. Im Vorjahr etwa sei die Lage kritischer gewesen, weil die Vegetation damals schon weiter fortgeschritten gewesen sei.

Bodenseegebiet: Erhöhte Frostgefahr bei Steinobst und Birnen
Auch im süddeutschen Bodenseegebiet hätten die Minustemperaturen bei dem ein oder anderen Betrieb Schäden angerichtet, sagte Peter Triloff von der Marktgemeinschaft Bodenseeobst am Dienstag in Friedrichshafen. Über das genaue Ausmaß der Schäden konnten noch keine Angaben gemacht werden. Ein Sprecher des Agrarministeriums sagte in Stuttgart, nachdem die Steinobst- und Birnenblüte in weiten Teilen Baden-Württembergs bereits weit fortgeschritten sei, bestehe hier eine erhöhte Frostgefahr. Beim Apfel sei die Vegetation hingegen noch weiter zurück.

Nach Angaben des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer kann der Nachfrost bei grünem Spargel, der oberirdisch angebaut wird, eine Tagesernte kaputt gemacht haben. Bei den Erdbeeren gehe er nicht von größeren Schäden aus, sagte Geschäftsführer Simon Schumacher zur DPA. Die Freilanderdbeeren seien noch nicht so weit.


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