TVA Organics: "Deutschland ist unser größter Absatzmarkt"

"Wir sind bereit für die Umstellung bei den Zwiebeln auf mehr Bio im Regal"

Obwohl der Bio-Zwiebelanbau in Flevoland in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat, gibt es auch Pioniere, die schon seit Jahrzehnten Bio-Zwiebeln anbauen. Beispiele sind die biologischen und biologisch-dynamischen Anbaubetriebe Maatschap Twisk und Van Andel Bio, die seit dreißig Jahren bestehen. Seit 1995 bauen die beiden Unternehmen ihre Zwiebeln gemeinsam an. 2015 errichteten die 'Pioniere im Polder' ihren gemeinsamen Lager- und Sortierbetrieb, um ihre Kunden ganzjährig mit Bio-Zwiebeln zu versorgen. TVA Organics - das Unternehmen steht für Twisk und Van Andel - lagert, sortiert, verpackt und verkauft selbst angebaute Zwiebeln, Schalotten und Knoblauch, zunehmend aber auch von Bio-Kollegen. Das Unternehmen wird von Joost Jonk und Piet van Andel im Namen von Van Andel Bio und Bas Groeneveld und Sjaak Twisk im Namen von Twisk geführt. 


Piet van Andel und Bas Groeneveld

Eigene Lagerung und Sortierung
Twisk hat sich auf den Anbau von roten und gelben einjährigen und zweijährigen Steckzwiebeln spezialisiert, ergänzt durch Schalotten und Mutterzwiebeln für die biologische Saatgutproduktion, während Van Andel Bio hauptsächlich gelbe und rote Saatzwiebeln anbaut. Gemeinsam werden die beiden Unternehmen im kommenden Jahr eine breite Palette von Zwiebelsorten anbauen. Die Bio-Zwiebeln von Van Andel und Twisk und einer Gruppe von Anbaukollegen finden das ganze Jahr über ihren Weg zu Supermärkten und anderen Kunden in den Niederlanden und den Nachbarländern. "Da wir in eine eigene Lagerung und Sortierung investiert haben, können wir unsere Kunden das ganze Jahr über mit Zwiebeln beliefern. Wo sich Einzelhändler früher für den Import von Bio-Zwiebeln entschieden haben, stellen sie jetzt ihre Importprogramme um, so dass wir viel mehr niederländische Bio-Zwiebeln verkaufen können", erklärt Piet van Andel.

Das Lager von TVA Organics hat eine Gesamtkapazität von 9.200 Tonnen, von denen 5.000 Tonnen mit einer neuen Kondensationstrocknungsanlage auf Basis von Ammoniakkühlung ausgestattet sind. In der geräumigen Verarbeitungshalle sind zwei Sortierlinien mit verschiedenen Verpackungsmöglichkeiten eingerichtet. "Das macht uns flexibel. Für unsere Kunden ist es auch unter Qualitätsgesichtspunkten ein Vorteil, dass wir selbst sortieren und verpacken. Die Qualitätsüberwachung ist hier zentral und intern können wir das besser organisieren."

Bereit für optische Sortierung
Das Unternehmen verfolgt die neuesten Entwicklungen in der optischen Sortierung mit dem nötigen Interesse. "Wir haben das neue Lager für die optische Sortierung ausgerüstet. Wir warten darauf, dass diese Sortiertechnik vollständig entwickelt wird, aber es geht jetzt schnell. Ich gehe davon aus, dass es hier in zwei Jahren eine optische Sortierlinie geben wird, vor allem um eine bessere interne Qualität zu gewährleisten und mehr kundenspezifische Wünsche erfüllen zu können. Schließlich hat man es mit einem Naturprodukt zu tun und die Qualität ist nicht immer so, wie man sie gerne hätte", sagt Piet.

"Und jeder Kunde ist uns wichtig. Wir tun alles, um unsere biologischen und biodynamischen Zwiebeln auf dem bestmöglichen Weg zum Kunden zu bringen", so Van Andel weiter. "Wissen Sie, unser Absatz ist ganz anders als bei den herkömmlichen Zwiebeln. Diese fahren mit dem Boot in alle Ecken der Welt. Unsere Zwiebeln gehen hauptsächlich an Einzelhändler in den Niederlanden und im benachbarten Ausland. Das bedeutet, dass wir viele verschiedene Kunden haben, alle mit ihren eigenen Verpackungsanforderungen, einschließlich biologisch abbaubarer Netze. Es ist fast schon eine Bedingung, wenn man für einen Endkunden anbaut, dass man selbst verpackt. Unsere Mission ist es, biologisch angebaute Zwiebeln durch kurze, effiziente Ketten für alle Verbraucher verfügbar zu machen."


Biologisch abbaubares Netz

"Wir denken, dass wir mehr Kleinverpackungen machen werden. Sobald es eine Nachfrage gibt, schalten wir um. Unser Kundenkreis reicht von einem Bioladen in Amersfoort, der nur lokal einkauft, bis hin zu den großen Supermarktketten in Europa. Deshalb müssen wir in der Lage sein, extrem schnell zu schalten. Deutschland ist unser größter Kunde. Das Vereinigte Königreich kauft auch viele Bio-Zwiebeln. Frankreich hat ein großes Marktpotenzial, aber auch einen eigenen großflächigen Anbau. In den Niederlanden hinkt der Bio-Anteil noch weit hinterher, aber wenn man, wie vorher in Deutschland passierte, sieht, dass ein Einzelhändler bei den roten Zwiebeln vollständig auf Bio umsteigt, kann es plötzlich sehr schnell gehen."

Mehltauresistente Bio-Sorten
Laut Piet ist die Marktentwicklung von Bio-Zwiebeln nicht mit dem konventionellen Handel zu vergleichen. "Im konventionellen Handel reist das Produkt in die ganze Welt, im Bio-Handel ist es eher regional in Westeuropa. Der Biopreis ist stabiler, weil Angebot und Nachfrage besser ausbalanciert sind und weil Anbieter und Abnehmer oft merken, dass sie sich gegenseitig brauchen." Der Vormarsch der mehltauresistenten Sorten im Bio-Anbau habe dem Bio-Anbau eine stabile Basis gegeben, so der Produzent. "Das ist eine enorme Versicherungsprämie für uns. Als wir diese Sorten nicht hatten, war das ein großer Nachteil. In einem Jahr könnte man einen Ertrag von 35 Tonnen pro Hektar haben und im nächsten Jahr von 15 Tonnen. Darauf kann man keine Programme planen."

Der Erzeuger befürchtet nicht, dass der Markt durch die Ausweitung der Bio-Anbaufläche gesättigt wird. "Allein in Flevoland haben in den letzten Jahren etwa zehn Produzenten umgestellt. Ich habe auch schon mal gedacht, dass es zu schnell geht, aber am Ende haben die Zwiebeln immer einen Abnehmer gefunden. In den letzten zehn Jahren hat sich Bio fest etabliert. Es hat definitiv die kritische Menge erreicht. Für uns findet die Expansion hauptsächlich in Zusammenarbeit mit anderen Landwirten statt. Wir vermarkten jetzt auch die Zwiebeln von fünfzehn Kollegen, um die benötigten Mengen liefern zu können. Wir sind kein Händler, aber wir sind sehr an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert. Von strukturellen Beziehungen können wir nur profitieren. Mit diesen Erzeugerkollegen und unseren Kunden können und wollen wir Preise realisieren, zu denen wir anbauen können und mit denen wir unsere Biobetriebe weiter entwickeln können!" 

100% bereit für 25% Bio-Anbaufläche
"Wir haben vor dreißig Jahren nicht als Geschäftsmodell angefangen, biologisch anzubauen, sondern aus der tiefen Motivation heraus, dass es besser für die Welt ist. Ich interessiere mich schon seit meiner Jugend für den biologischen Anbau. Das ökologische Anbausystem hat sich inzwischen als zukunftssicher erwiesen. Ich begrüße daher sehr die Entscheidung der Europäischen Kommission, bis 2030 eine ökologische Anbaufläche von 25 % anzustreben. Ich weiß nicht, warum das nicht realistisch ist. Wir sind zu 100 % bereit für die Umstellung bei den Zwiebeln. Mit anderen Worten: mehr Bio in den Regalen. Aber dann müssen wir gemeinsam mit den Vermarktungsketten Maßnahmen ergreifen, um das steigende Angebot an Bio-Produkten richtig zu vermarkten."

Für weitere Informationen:
TVA Organics
Winkelweg 21
3896 LH, Zeewolde - Niederlande
+31(0) 36 522 8463
info@tvaorganics.nl
www.tvaorganics.nl


Erscheinungsdatum:



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