Chayenne Wiskerke, Wiskerke Onions:

"Der Zwiebelhandel hat nicht stark unter der Corona-Krise gelitten"

"Insgesamt können wir sagen, dass wir als Zwiebelhandel nicht stark unter den Auswirkungen der Corona-Krise gelitten haben. Die Exportzahlen waren noch nie so hoch wie in dieser Saison und der niederländische Einzelhandel hat 30% mehr Zwiebeln verkauft. Wo es weltweit Engpässe gab, waren wir immer in der Lage, diese Nachfrage zu befriedigen. Es gab sogar Zeiten, in denen die Verpacker in anderen Ländern so viele Schwierigkeiten hatten, dass wir sie beliefern konnten, also hat es uns sicherlich Möglichkeiten gebracht", sagte Chayenne Wiskerke von Wiskerke Onions am Donnerstag während der Zwiebel-Talkshow von Hazera.

"Alles in allem sind wir in einer guten Position, um Jahr für Jahr einen größeren Teil des Weltmarktes zu bedienen. Meine Erwartung ist, dass wir nicht jedes Jahr mehr Zwiebeln exportieren werden, es wird auch schwierige Jahre geben, aber im Durchschnitt wird die Nachfrage nach niederländischen Zwiebeln steigen. Der wichtigste Faktor ist nicht, wie groß unser niederländisches Angebot ist, sondern was die Welt braucht", so Chayenne. Als eine der größten Bedrohungen für den niederländischen Export nannte sie protektionistische Maßnahmen in den Abnehmerländern. "Oft ist die holländische Zwiebel in Bezug auf den Selbstkostenpreis interessanter als die lokale Produktion. Das führt dazu, dass Märkte manchmal ihre Grenzen schließen, und das ist frustrierend."

"Niedrige Logistikkosten waren immer eine große Stärke der niederländischen Zwiebel, aber das wird immer schwieriger. Wegen Corona sind die Preise für Container in die Höhe geschossen. Früher lagen die Logistikkosten bei 3/4 Cent pro Kilo, jetzt sind sie auf 20 Cent gestiegen", sagt der Exporteur. "Außerdem bleibt die Qualität ein wichtiger Faktor für unsere Exportmöglichkeiten. Es gab Jahre, dass es in Fernost bis Mai/Juni reichte, aber wenn es Qualitätsprobleme gibt, sieht man, dass die Käufer früher auf ägyptische und neuseeländische Zwiebeln umsteigen."

"Die Höhen und Tiefen zwischen dem ersten und zweiten Teil der Saison sind größer. Das wird eine größere Herausforderung sein. Im zweiten Teil müssen wir uns auf Europa verlassen, während die europäischen Länder auch immer besser darin werden, Zwiebeln zu konservieren und qualitativ bessere Zwiebeln anzubauen", so Chayenne. Sie gab außerdem eine Warnung an wachsame Produzenten aus. "Es gibt eine zunehmende Verlagerung auf die Ab- Landversorgung. Viele Landwirte, die im Freiland anbauen, haben keine Möglichkeit zur Lagerung. Das ist ein gewisses Risiko, wenn das Volumen weiter wächst und irgendwann etwas schief geht... Es muss über die gesamte Saison hinweg eine gute Balance herrschen."

Auf die Frage, was ihr an ihrem Job am meisten gefällt, antwortete Chayenne, dass sie zwischen Erzeuger und Endverbraucher steht. "In einem Moment teilen Sie Ihr Wissen mit den Landwirten, im anderen Moment sitzen Sie mit dem Management von Jumbo am Tisch und diskutieren über Verpackung und Nachhaltigkeit. Das ist eine tolle Sache!"


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