Corona-Bulletin KW 6:

Geändertes Kaufverhalten im LEH, Einreisestopp in Bayern, IG BAU schlägt "Ernte-Alarm"

Corona versetzt Bayerns Grenzgebiete in Winterschlaf
Tschechien und Tirol sind "Mutationsgebiete". Bayern will sich abschotten aus Angst vor dem Virus. Nur noch wenige Pendler dürfen einreisen. Bernd Riegert berichtet vom Grenzübergang Schirnding. "Ich habe Glück gehabt", so ein tschechischer Mitarbeiter eines Gemüse-Großmarktes im Gespräch mit Nordbayern.

"Spontaneinkäufe im LEH nahezu auf Null gesunken"
Bei Kern- und Beerenobst habe es seit Beginn der Krise einen beträchtlichen Umsatzeinbruch gegeben. "Das Kaufverhalten des Verbrauchers hat sich komplett geändert. Statt Spontankäufen, geht man jetzt nur noch einmal die Woche gezielt einkaufen. Das spiegelt sich im Betriebsumsatz sowie im Produktpreis wieder. Die Notierungen mancher Artikel schießen teilweise durch die Decke", kommentiert ein Dienstleister des Lebensmitteleinzelhandels auf Nachfrage von Freshplaza.

Bei den einzelnen Produkten seien die Folgen der Krise allerdings weniger bemerkbar. "Clubäpfel werden nach wie vor genommen. Ich würde sogar behaupten, dass die Mengenabnahme hier etwas zugenommen hat, weil man zu Pandemiezeiten, ohne Restaurants und Urlaub, mehr Geld in der Tasche hat und deshalb für Lebensmitteln mehr ausgegeben wird. Außerdem hat die Kaufkraft bei uns auch weniger gelitten im Vergleich zu den städtischen Ballungszentren wo viele deren Job verloren haben", sagt man.

Alarmstufe rot für bayerische Gärtner
Am vergangenen Donnerstag hat das bayerische Kabinett die Verlängerung des Corona-Lockdowns bis zum 7. März beschlossen. Besonders hart trifft dies vor allem die selbstproduzierenden Gärtnereien, von denen es im Landkreis Forchheim nur noch sehr wenige gibt. „Da wir verderbliche Ware haben ist unser Verkaufszeitraum auf wenige Wochen im Jahr begrenzt. Call & Collect ist für uns keine Absatzmöglichkeit", sagt ein Gärtner im Interview mit Nordbayern.

IG BAU schlägt „Ernte-Alarm“ wegen drohendem Saisonarbeitermangel
Die IG BAU schlägt „Ernte-Alarm“ – mitten im Winter: Der Landwirtschaft droht in diesem Jahr ein erneuter Engpass bei den Erntehelfern, warnt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).
Die Situation werde sich gegenüber dem Vorjahr allerdings nochmals verschlimmern.

Grund hierfür sei die Weigerung der Branchenverbände, den überwiegend aus Osteuropa kommenden Saisonarbeitskräften „faire und auf die neuen Corona-Gefahren ausgerichtete Arbeitsbedingungen“ zuzugestehen. Über die Beschäftigung der Erntehelfer sei hinter den Kulissen ein handfester politischer Streit entbrannt, so der stellvertretende IG BAU-Chef, Harald Schaum.

Bell Food Group: Wachstum trotz Corona
Trotz grossen Herausforderungen im Pandemiejahr ist die Bell Food Group auch 2020 weitergewachsen. Bereinigt steigen der Umsatz um 2.7 % auf CHF 4.1 Milliarden, der Ebit um 7.6 % auf CHF 160.4 Mio. und der Unternehmensgewinn um 12.1 % auf CHF 117.7 Mio. gegenüber Vorjahr, wie der Foodkonzern in einer Mitteilung schreibt.

Positiv entwickelt hat sich der Absatzkanal Retail, insbesondere das Kerngeschäft mit Fleisch und Fleischwaren im Heimmarkt Schweiz. International trugen Rohschinken und Geflügel dank der konsequenten Fokussierung auf die Kernkompetenzen zum Erfolg des Geschäftsjahres bei. Negative Auswirkungen der Corona-Pandemie waren in den Bereichen Food Service und Frisch-Convenience zu spüren.


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