Vicente Tejedo, de IVIA:

"Die neue, späte Murina Mandarine kann sehr gut mit den Clubsorten mithalten"

Im Mandarinensegment ist die Sorteninnovation in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden, wobei vor allem Clubsorten immer beliebter werden. Das liegt nicht nur an der organoleptischen Qualität der Früchte, sondern auch an ihrer hohen Rentabilität für die Produzenten.

Eine der Organisationen, die neue Mandarinensorten entwickelt, ist das Institut für Agrarforschung Valencia (IVIA), das in Zusammenarbeit mit AVASA die Murina Manarine entwickelt hat.

"Murina ist eine Mutation der Murcott Mandarine. Dafür wurden die Knopsen der Murcott bestrahlt", erklärt Vicente Tejedo, Leiter der Zitrusfruchtabteilung des Technologietransferdienstes des IVIA. "Da es eine späte Sorte ist und sie somit gut mit den Clubsorten konkurrieren kann, ist die Murina sehr beliebt. Geerntet wird von Mitte/Ende Februar bis April, also im gleichen Zeitraum wie auch Leanri oder Narcott geerntet werden", sagt er.

Vincente erklärt, dass die neue Sorte, die zu 80 Prozent dem IVIA und zu 20 Prozent AVASA gehört, kostenlos ist. Anders als bei anderen Clubsorten müssen dafür keine hohen Lizenzgebühren gezahlt werden. Allerdings sind die Setzlinge der Murina rund zwei Euro teurer als die freier Sorten. Die Differenz geht sowohl an die Baumschule, als auch an neue Forschungsprojekte von beiden Instituten.

Eine Alternative zu Clemenules
Die Murina Mandarine soll für die Zitrusfruchtproduzenten aus Valencia eine Alternative zu Clemenules sein. "Von allen Mandarinen, die zurzeit angebaut werden, sind mehr als 60 Prozent Clemenules, weil es keine andere Sorte mit einer vergleichbaren organoleptischen Qualität gibt", sagt Vicente Tejedo. "Für den gesamten Sektor, für Genossenschaften und auch für private Exporteure wäre es daher von Interesse, das Angebot zu diversifizieren und sich nicht nur einzig und allein auf Clemenules zu konzentrieren. Außerdem haben Clemenules nur ein sehr kurzes Marktfenster von Mitte bis Ende Oktober. In einem Jahr, in dem viel produziert wird, wie es beispielsweise vor zwei Saisons der Fall war, kollabieren dann die Preise", erinnert er sich. 

"Außerdem sorgen zu ähnliche Produktionsmuster in Kombination mit dem, durch den Klimawandel bedingten, Temperaturanstieg dafür, dass sich die gesamte Saison auf nur zweieinhalb Monate konzentriert. Darunter leiden natürlich die Preise", fügt er hinzu. "Die Murina Mandarine kann genau dieses Problem lösen."

Darüber hinaus ist die Murina Sorte mit der Bienenzucht kompatibel, da die Pollen eine geringe Lebenszeit haben und sich keine Kerne entwickeln. Andere Clubsorten hingegen müssen sogar durch Netze vor den Bienen geschützt werden, um die Bestäubung zu verhindern", sagt Vicente.

"Auch die organoleptische Qualität der Murina ist ausgezeichnet", sagt er. "Die Murcott hat zwar eine sehr gute Qualität, aber leider auch viele Kerne. Deswegen nehmen wir sie als Grundlage für Hybride. Nadorcott und auch Leanri sind Murcott Hybride und auch die Spring Sunshine Sorte ist ein bestrahlter Murcott Hybrid."

Die letzten Sorten, die vom IVIA entwickelt wurden
Neben der Murina hat das IVIA noch weitere Sorten entwickelt, die schon auf dem Markt sind: Safor, ein triploider Hybrid, der durch die kontrollierte Bestäubung zwischen Fortune und Kara-Mandarinen gezüchtet wurde und Neufin, eine Clemenules-Mutation, die durch die Bestrahlung der Knospen entwickelt wurde.

"Beides sind sehr interessante Sorten", sagt Vicente. "Die Neufina wird von Januar bis Mitte Februar geerntet und ergänzt sich somit perfekt mit der Murina, deren Ernte Ende Februar beginnt und bis April geht. Beide Sorten können so dazu beitragen, dass Angebot zu diversifizieren und so gute Preise für die Produzenten zu erzielen. Gleichzeitig können sie gut mit den Clubsorten konkurrieren", so Vicente.

Großes Interesse seitens der Landwirte
Die Murina wird bereits von AVASA Baumschulen und Züchtern verkauft. "Die Sorte wurde schon im vergangenen Jahr verkauft. Damals wurden nur 60 bis 80 Hektar mit der Sorte bepflanzt. In den Statistiken des Ministeriums taucht sie deswegen noch immer nicht auf", erklärt er. "Die Besitzer der Baumschulen haben jedoch ein großes Interesse an der Sorte. Auf mittlere Sicht wird sie im Markt eine immer größere Rolle spielen", prognostiziert Tejedo.


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