AMA-Marktbericht Oktober:

Lagerstand von Tafeläpfeln im Oktober unter Vorjahr, Marktpreise stabil

Einem warmen, spätsommerlichen September folgte ein nasskalter, trüber Oktober mit bis zu 60 % mehr Niederschlag, als im langjährigen Mittel. Die fehlenden Sonnentage verzögerten die optimale Ausfärbung der Früchte und dementsprechend auch den Erntefortschritt.

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Die allgemeine Nachfrage nach heimischen Tafeläpfeln neuer Ernte scheint saisontypisch gut zu sein, wenngleich sich die Geschäfte, vor allem für große Vermarkter und Erzeugerorganisationen, eher schleppend gestalteten. Vor allem die ländliche Bevölkerung versorgte sich durch den heuer wieder erstarkten Streuobst- und Hausgartenbehang selbst oder griff vermehrt in Ab-Hof Läden zu.

Die Großhandelspreise ab Rampe inkl. Sortierung und Verpackung der Agrarmarkt Austria werteten im Oktober nach wie vor freundlich. Die Sorte Gala gab zum Vormonat mit 0,88 EUR/kg um 3 % nach, Golden Delicious konnte um 11 % zulegen und Jonagold verlor zum September um 12 %. Reichlich große Kaliber wurden hier zu Niedrigpreisen veräußert. Exporte fanden nur im kleinen Rahmen statt. Überschaubare Mengen gingen in Richtung Deutschland und Spanien. Laut Dashboard der europäischen Kommission für Äpfel sind die Großhandelspreise auch auf europäischer Ebene durchaus attraktiv. Auch wenn es zuletzt von August auf September leicht bergab ging, befand sich der aktuellste Großhandelspreis vom September im Durchschnitt der vier größten Apfelproduzenten der EU mit 0,85 EUR/kg immer noch 37 % über dem korrespondierenden Vorjahreswert und 5-jährigen Schnitt.

Der bundesweit erhobene Lagerstand von heimischen Tafeläpfeln (bio & konv.) betrug zum 01.10 52 541 t und blieb damit rund 11 % unter der Vorjahresmarke. Hier fehlen insbesondere frostgeschädigte Gala- Mengen und nicht lagerfähige Partien. Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass die ersten wirklich aussagekräftigen Einlagerungsdaten erst mit Fälligkeit 01.12. eingehen. Dass allerdings der „finale“ Lagerstand Dezember gut unter dem Vorjahr angesiedelt sein wird, hinsichtlich der prognostizierten Erntemenge von 120.000 t für die Steiermark, ist so gut wie fix.

Einlagerungen von Speisekarotten am Laufen, Erzeugerpreise unverändert
Der Oktober war geprägt von wetterbedingten Ernteunterbrechungen. So auch bei Karotten. Immer wieder mussten bei zu nassen Bedingungen die Einlagerungen unterbrochen werden. Die Qualitäten des Ernteguts zeigten sich durchaus zufriedenstellend. Nachfrageseitig gab es keine großen Überraschungen und die Vermarkter bedienten problemlos die steten Anfragen. Auch preislich zeigte sich keine Veränderung zu den Vorwochen. Abschlüsse wurden weiterhin mit durchschnittlich 47,50 EUR/dt für niederösterreichische Karotten gewaschen, im 5kg Gebinde gepackt, auf auskömmlichen Niveau getätigt.

Durchschnittliche Zwiebelernte erwartet, Erzeugerpreise mit Luft nach oben
Die heimische Sommerzwiebelernte konnte, bis auf wenige Ausnahmen, im Oktober abgeschlossen werden. Die finalen Erntemengen werden traditionell Anfang Dezember im Zuge der Ernteerhebung der Statistik Austria publiziert. Auch wenn die Nachfrage nach österreichischen Zwiebeln zuletzt etwas angezogen hatte, stagnierten die Erzeugerpreise mit durchschnittlich 13,50 EUR/dt weiterhin auf dem niedrigen Niveau von 2017. Ob sich die Erzeugerpreise, angesichts der neuerlichen Sperren von Gastro & Co, mittelfristig erholen werden, bleibt abzuwarten. Auch ob sich der Export vom heimischen Marktpreis entkoppeln wird? Dafür würde eine unterdurchschnittliche europäische Ernte sprechen, welche mit kolportierten 6,2 Mio. t (EU 27 + GB) 5 % unter Vorjahr rangiert. Dagegen ansprechende Ernten von wichtigen Mitbewerbern wie Polen, Deutschland und nicht zuletzt der Niederlande.

Kartoffelmarkt in Schräglage, kleine Knollen gesucht
Zu guter Letzt waren die Rodearbeiten mit Ende Oktober abgeschlossen. Die heurige Erntemenge liegt, wüchsigem Sommer sei Dank, mit 867.500 t, 15 % über Vorjahresniveau. Regional präsentierten sich sowohl die Hektarerträge, als auch die Qualitäten äußerst heterogen. Neben perfekten Knollen wurden auch äußerst belastete Schläge gemeldet. Die Schadbilder reichen hierbei von Drahtwurm, über mechanische Beschädigungen, bis hin zu nässebedingter Fäulnis. Stolbur ist, konträr zu den letzten Jahren, allerdings kaum Thema. Aussortierungen weit über der Wahrnehmungsschwelle finden bereits statt und erhöhen die Kosten für Landwirte und Vermarkter.

Allen voran bereiten die heuer zahlreich vorhanden Übergrößen Kopfzerbrechen. Die Vermarktung der „außer Norm“ geratenen Knollen gestaltet sich in Zeiten abwesender Großabnehmer als schwierig. Geschmacklich in nichts nachstehend, wird daher verkäuferseitig eindringlich an Händler, Private und Haushalte appelliert, auch größere Knollen zu akzeptieren. Die Erzeugerpreise für Standardware gestalteten sich im Oktober mit durchschnittlich 11,00 EUR/dt der Marktlage entsprechend bescheiden. Gesuchte kleinpackungsfähige Qualitätsware mit AMA Gütesiegel wurde mit durchschnittlich 18 EUR/dt und mehr gehandelt.

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