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Wilfried Schaffer (Gemüse Meyer) zur Entwicklung der Bio-Sparte

"Biomarkt hat sich zu einem sehr professionellen Markt innerhalb der Lebensmittelbranche etabliert"

Der Öko-Experte und Diplombetriebswirt Wilfried Schaffer ist
fast seit Anbeginn der Abteilungsgründung „Bio“ im Hause Meyer
mit dem Biogeschäft mit dabei. Er steuert die Bio-Abteilung zu
sammen mit seinem Kollegen und kümmert sich um die wichtigen Beziehungen zu der Öko-Branche. Mit ihm wurde im Rahmen
des Stakeholder-Dialogs für Nachhaltigkeitsthemen ein Interview geführt, um Näheres zu der aktuellen Entwicklung des Bio-geschäfts bei Gemüse Meyer zu erfahren.

Hier gelangen Sie direkt zum vollständigen Nachhaltigkeitsbericht 2020 der Gemüse Meyer


Bennet Meyer und Wilfried Schaffer auf der diesjährigen BioFach, kurz vor dem Corona-Ausbruch. 

Wilfried, Du bist bereits seit 25 Jahren in der Bio-Branche tätig. Wie würdest Du die Entwicklung dieser Branche beschreiben von damals bis heute?
"Seitdem ich in der Bio-Branche tätig bin, beobachte ich von damals bis heute eine rasante Entwicklung des Biomarktes, die aus einer Bewegung von idealisierten Überzeugungen entstand und sich bis heute zu einem sehr professionellen Markt innerhalb der Lebensmittelbranche etabliert hat. Heute ist Bio keine Nischenerscheinung mehr. Diese Entwicklung ist natürlich zum einen positiv, da sie einen Zugang zu Bioprodukten für alle Menschen ermöglicht. Zum anderen geht diese Entwicklung aus meiner Sicht allerdings auch mit einem Risiko einher. Durch die Annäherung der Preis strukturen von öko und konventionell, zieht leider der Letzte in der Wertschöpfungskette, also der Landwirt, meist Nachteile daraus. Damit einhergehend hängt natürlich auch wieder unmittelbar die Natur mit drin und kommt nicht auf ihre Kosten. Es sollten sich die Komponenten der ökologischen und ökonomischen Vorteile immer die Waage halten, um eine nachhaltige Entwicklung in der Bio-Landwirtschaft zu erzielen."

Wie beschreibst Du die Bio-Entwicklung bei Gemüse Meyer, nachdem Du bereits fünf Jahre das Biogeschäft dort ausbauen konntest? Wie siehst Du die Entwicklung von Bio-TK-Produkten am Markt generell?
"Die Warenbewegungen im Bereich Bio sind seit meiner Zeit im Unternehmen stetig gewachsen. Bio fand seinen Anfang in den 70er im Bereich des Frischmarktes. Seit vielen Jahren bereits hat nun auch die Industrie das Bio-Geschäft für sich erkannt. Bei Gemüse Meyer wird Bio seit 2008 verstärkt bedient. Es ergeben sich positive Synergien für alle Beteiligten am Markt, die es ermöglichen, dass aussortierte Rohwaren, die aus ästhetischen Gründen nicht im Frischmarktregal landen, für Industrieprodukte ein gesetzt werden können. TK ist darunter sicherlich eine aufstrebende Sparte. Das Wachstum von haltbargemachten TK-Produkten nimmt auf Konsumentenseite durch Veränderungen der Lebensstile stetig zu, so auch die Nachfrage an TK-Bio-Produkten im Convenience-Bereich."

Welche Herausforderungen und welche Chancen birgt das Biogeschäft bei TK-Produkten?
"Eine Herausforderung ist der immer mehr fortschreitende Klimawandel. Es gab bereits Jahre, in denen es größere Ernteausfälle aufgrund von Trockenheit oder auch zu viel Niederschlägen gab. In solchen Jahren muss man auf andere Waren, teilweise überregional, ausweichen können. Eine Chance, die die TK-Produktion jedoch mit sich bringt, ist das „Haltbarmachen“ von Produkten. Das heißt, in guten Erntejahren werden somit mehr TK-Waren produziert, sodass
man in schlechteren Erntejahren auf diese zurückgreifen kann."

Wie sieht bei Gemüse Meyer die Nachhaltigkeitsstrategie im Bereich Bio aus?
"Laut den Unternehmenszielen möchte Gemüse Meyer weiterhin an einer Verkaufstonnage an TK-Bio-Produkten von mindestens 10% der Gesamttonnage festhalten. Für 2019 wurde dieses Ziel erreicht. Die ökologische Landwirtschaft, insbesondere in der Region Norddeutschland, soll weiterhin vom Unternehmen gestärkt werden. Auch eine Offenheit für Bio-Verbandswaren (z.B. Demeter, Naturland, Bioland, etc.) besteht und soll noch stärker fokussiert werden."

Was wünscht Du Dir in Sachen Nachhaltigkeit für die Bio-Branche und für die Welt?
"Das ist eine weitgefasste Frage. Als Umweltschützer und Bio-Überzeugungstäter wünsche ich mir in erster Linie natürlich, dass wir zukünftig in einer Welt leben dürfen, die noch mehr Ökolandbau für eine gesunde Ernährung und eine ökologisch verträgliche Lebensart mit sich bringt. Auch der Klimaschutz kann davon profitieren, insbesondere wenn die Menschheit sich wieder mehr auf das Wesentliche und Regionale besinnt. Gerade aktuell zu Zeiten von
Corona wird mir dies noch einmal klar: Es geht auch anders! Daran sollten wir festhalten und jetzt versuchen eine wirklich nachhaltige, ökologische und damit vor allem menschliche Welt aufzubauen, anstatt wieder in alte Muster zu fallen."

Weitere Informationen:
www.gemuese-meyer.de  


Erscheinungsdatum:



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