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Apfelernte am Bodensee ist in vollem Gange

Leicht unterdurchschnittliche Apfel-Ernte mit sehr guten Qualitäten erwartet

Die Apfelernte am Bodensee hat begonnen. Nach den Frühsorten
erfolgt nun die Ernte der Hauptsorten, die sich bis etwa Anfang November erstreckt. Insgesamt rechnen die Obstbauern am Bodensee mit rund 242.400 Tonnen Äpfel und damit
einem leichten Rückgang der Erntemenge im Vergleich zum Vorjahr und zum Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Aufgrund der guten Witterung sind sehr gute Qualitäten zu erwarten.

Die nötigen Schutzmaßnahmen für ihre Saisonarbeitskräfte stellen die Betriebe vor zusätzliche Herausforderungen. Die aktuelle Situation lässt jedoch auf ausreichend Erntehelfer hoffen.

Die Apfelernte am Bodensee ist bereits in vollem Gange und seit wenigen Wochen werden die frischen, knackigen Äpfel vom Bodensee von den heimischen Obstbauern geerntet. „Aufgrund der milden Witterung zu Beginn des Jahres und den guten Wachstumsbedingungen über die ganze Saison hinweg hat die Ernte dieses Jahr etwa 8 bis 10 Tage früher als üblich begonnen. Die ersten Bodenseeäpfel liegen schon in den Regalen und wir freuen uns, dass wir nun wieder erntefrische Äpfel in top Qualität aus regionalem Anbau vom Bodensee anbieten können,“ sind sich die beiden Vorsitzenden der Obstregion Bodensee e.V., Erich Röhrenbach und
Thomas Heilig, einig.

Nach den Frühsorten, wie dem bekannten Delbarestivale oder der neuen Sorte SweeTango®, werden nun auch Hauptsorten, wie Elstar oder Gala, geerntet. Nach und nach erfolgt dann die Ernte der über 20 verschiedenen Apfelsorten, die am Bodensee angebaut werden. Auch auf die Ernte der neuen Sorte Fräulein®, Anfang bis Mitte Oktober, ist man am Bodensee gespannt. Die Apfelernte erstreckt sich abhängig von der Witterung bis etwa Anfang November und endet mit den späten Sorten, wie Braeburn, KIKU® oder Swing® .



Leicht unterdurchschnittliche Erntemengen erwartet
Die geschätzte Erntemenge an Äpfeln vom Bodensee für 2020 beträgt 242.400 Tonnen. Damit liegt die Schätzung 4 % unter der Vorjahresmenge an Äpfeln sowie 5 % unter dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre. Hauptgründe für die leicht unterdurchschnittliche Erntemenge sind die aufgetretenen Spätfröste sowie die natürliche Alternanz der verschiedenen Sorten. So gibt es vor allem auch Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten, von einem Ertragsplus
von 15 % bis zu einem Ertragsrückgang von – 15 % im Vergleich zum Vorjahr.

Für gesamt Deutschland wird die erwartete Apfelmenge für 2020 auf 951.000 Tonnen geschätzt, was einer durchschnittlichen Ernte (+1%) im 5-Jahres-Vergleich entspricht. Europaweit wird eine Apfelproduktion von 10.700.000 Tonnen und damit 7 % weniger Äpfel als im Durchschnitt der letzten 5 Jahre erwartet. Bodenseeobstbauern rechnen mit sehr guten Qualitäten „Insgesamt hatten wir dieses Jahr gute Witterungsbedingungen mit viel Wärme und bis auf einen
kurzen Zeitraum auch ausreichend Niederschläge. Deshalb rechnen wir mit sehr guten Qualitäten.

Für die kommenden Tage hoffen wir auf kühle Nächte und warme Tage, damit die Ausfärbung der Früchte nochmals gefördert wird,“ erklärt Dr. Egon Treyer, Geschäftsführer der Marktgemeinschaft
Bodenseeobst e.G. und Vorsitzender der Obst vom Bodensee Marketinggesellschaft mbH. Einzig die Spätfröste im Frühjahr führten in einigen Lagen zu Ertragseinbußen und äußerlichen
Fruchtdeformationen einzelner Sorten. Nur sehr vereinzelt gab es Hagel, wobei der überwiegende Teil der Obstproduktion am Bodensee durch Hagelnetze geschützt ist. Insgesamt sind alle Sorten am Bodensee in ausreichender Menge und mit sehr guten Qualitäten
vorhanden.

Große Bemühungen zum Schutze der Erntehelfer
Insgesamt kommen im Herbst zur Ernte der Sonderkulturen rund 8000 Erntehelfer in die Bodenseeregion. Die aktuelle Corona-Situation bedingt zusätzliche Schutzmaßnahmen der Saisonarbeitskräfte auf den Betrieben. Diese stellen die Betriebe vor zusätzliche
Herausforderungen sowie Mehrkosten, werden jedoch zum Schutz der Arbeitskräfte und des Betriebs sowie zur Sicherung der Apfelernte mit großer Anstrengung verfolgt.

Ein zentrales Instrument dabei ist die strikte Trennung verschiedener kleiner Arbeitsgruppen nach dem Grundsatz „Gemeinsam Wohnen – Gemeinsam Arbeiten“. Dadurch wird zum einen das Ansteckungsrisiko untereinander minimiert und zugleich sichergestellt, dass im Falle einer Infektion nicht der ganze Betrieb unter Quarantäne gestellt wird und nicht mehr ernten kann. Auch die 14-tägige Arbeitsquarantäne nach der Einreise, bei welcher die Saisonarbeitskräfte nur streng getrennt von den schon auf dem Betrieb befindlichen Personen wohnen und arbeiten dürfen,
verpflichtende und freiwillige Tests sowie zahlreiche Hygienemaßnahmen in den Unterkünften und an den Arbeitsstellen tragen maßgeblich zum Schutz der Arbeitskräfte vor Infektionen bei.

„Die aktuelle Situation bringt große Unsicherheit für die Obstbaubetriebe. Die vielen zusätzlichen Auflagen und auch die fortlaufenden Änderungen der Regelungen sind nicht einfach zu meistern. Momentan sieht es danach aus, dass wir ausreichend Erntehelfer haben bzw. diese noch kommen können. Wir hoffen, dass das so bleibt und wir so die Ernte trotz erschwerter Bedingungen gut
einbringen können,“ fassen Erich Röhrenbach und Thomas Heilig die Situation zusammen.

Alljährliche Apfelsaisoneröffnung findet dieses Jahr nicht statt
Die bekannte Veranstaltung zur Eröffnung der Apfelsaison am Bodensee findet aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen dieses Jahr nicht statt. Zum Schutz der Obstbaubetriebe sowie an
der Vermarktung der Äpfel beteiligten Organisationen und damit zur Sicherung der Ernte und Versorgung mit frischen, regionalen Äpfeln haben sich die Verantwortlichen dazu entschieden, keine Apfelsaisoneröffnung zu veranstalten.

Weitere Informationen:
https://obstvombodensee.de/  

Erscheinungsdatum: