Rheinland-Pfalz:

Obstbäume leiden mehr unter Spätfrost als unter Sommerhitze

Die Obstbäume in Rheinland-Pfalz haben in diesem Jahr bislang mehr unter Spätfrost als unter Sommerhitze gelitten. Erwartet werde eine regional sehr unterschiedliche Ernte - je nachdem, wo Blüten erfroren und wo Böden zu trocken gewesen seien, teilte der Bauern- und Winzerverband Süd in Mainz der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die gefürchtete Kirschessigfliege sei wegen der ihr unangenehmen Hitze im Hochsommer kein großes Problem gewesen, ergänzte Verbandssprecher Andreas Köhr. Der erst seit mehreren Jahren in Deutschland auftretende Schädling vermehrt sich rasch und befällt auch reife und unverletzte Früchte.

Nach Auskunft des Obstbau-Experten Norbert Schäfer des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau in Koblenz gab es bislang zudem vergleichsweise wenige Hagelschäden bei rheinland-pfälzischen Obstbäumen. «In den letzten sechs oder sieben Jahren waren das deutlich mehr», sagte er.

Der einstige Mangel von Erntehelfern aus anderen Ländern wegen Corona-bedingter Reisebeschränkungen beeinträchtigte Köhr zufolge vor allem die längst abgeschlossene Spargel- und Erdbeerernte. «Auf Baumobst wirkt sich das nicht so stark aus, weil das später reif wird und die Grenzen wieder geöffnet worden sind», sagte der Sprecher.

Die Böden sind vielerorts in Rheinland-Pfalz ungewöhnlich trocken - schon im dritten Jahr in Folge. Schäfer sagte: «Auch in diesem Jahr sind bislang teils weniger als die Hälfte der Niederschläge des langjährigen Durchschnitts gefallen.»

Köhr zufolge haben sich manche Obstbauern Bewässerungssysteme zugelegt, um auch in Zeiten von Trockenheit die vom Lebensmittelhandel verlangten Mindestgrößen von Früchten zu erreichen. «Das kostet aber mehr Geld und wird nicht durch höhere Preise ausgeglichen.»

Die Kirschernte ist bereits zu Ende. Derzeit pflücken Obstbauern und Helfer Pflaumen. Auch die Apfelernte hat schon begonnen. Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes in Bad Ems gibt es in Rheinland-Pfalz 555 Betriebe, die Baumobst auf insgesamt 3990 Hektar anbauen. Diese Zahlen stammen aus dem Jahr 2017.

Quelle: DPA


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