"Die Verbraucher und Politik wollen regionales, CO2-neutrales Gemüse – aber Gewächshäuser am Ortsrand möchte man nicht"

"Es ist Paradox – alle wollen biologisch, regional und CO2 neutral angebautes Gemüse, aber in der eigenen Ortschaft soll der entsprechende Gemüsebaubetrieb nicht sein“, beklagt Peter Höfler jun., Gesellschafter der Höfler Gemüse GbR. Es sei ein Problem, das nicht nur der Gemüsebau unter Glas hat, sondern auch andere nachhaltige Konzepte, wie Windkraft und Solarenergie.


So könnte das fertige Projekt aussehen

Aber Höfler glaubt weiterhin an seinen Plan: Er möchte mit seinen Brüdern Thomas und Simon Höfler, beide ebenfalls Gesellschafter der Höfler Gemüse GbR, auf 6 Hektar ein CO2-neutrales Gewächshaus für Biogemüse in Langenzenn (Ortsteil Keidenzell) errichten. Die AKG Agrar Kompost GmbH stellt dazu das 10 Hektar große Grundstück und die benötigte Wärmeversorgung durch ein geplantes Biomassekraftwerk zur Verfügung. (Foto: Peter Höfler mit Familie)

„Durch die Verarbeitung des Biomüll und Grüngut (hauptsächlich aus dem Landkreis Fürth) auf der Kompostieranlage der AKG fallen Siebüberläufe und naturbelassene Hölzer an, die aus wirtschaftlichen Gründen aktuell bis nach Frankfurt transportiert werden müssen“. Die Fläche für das Gewächshausprojekt liege auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Kompostier- und Biogasanlage (nicht Nawaro) der AKG und sei daher ideal angebunden, so Höfler.

"Wir könnten an diesem Standort Kreislaufwirtschaft betreiben. Die Energie des Biomassekraftwerk kann in den wärmeren Monaten des Jahres, bei geringerem Bedarf im Gewächshaus, zum Trocknen von Gärprodukt der Biogasanlage verwendet werden. Der Wasseranteil soll zurückgewonnen und zur Bewässerung der Gemüsekulturen wieder verwendet werden." Die Vorrichtung hat ein Potential ca. 8.000-10.000m³ pro Jahr.

Die Idee ist vielversprechend, allerdings stößt es bei Teilen der Bevölkerung auf erheblichen Widerstand: „Leider haben sich die Fronten inzwischen verhärtet. Ein Projekt dieser Größenordnung hat sicherlich Einfluss auf das Landschaftsbild, aber es ist die Technik der Zukunft und eben notwendig um den Verbraucheransprüchen nach regional erzeugtem Biofruchtgemüse nachzukommen. Die hervorragenden Synergieeffekte beider Betriebe, lassen sich eben nur dort optimal nutzen“.

Befürworter des Projektes sehen eine Chance für die Region: „Durch das Gesamtprojekt werden viele Forderungen der letzten Jahre aus Bevölkerung und Politik zur Erzeugung von Lebensmitteln erfüllt. Die Stadt Langenzenn und der Ort Keidenzell erhalten ein Vorzeigeprojekt, das bundesweit Anerkennung erhalten wird und seines Gleichen sucht“. Höfler hofft noch auf politischen Rückenwind: „Ende der Woche wird in einer Stadtratssitzung darüber beraten. Es werden auch Träger öffentlicher Belange gehört. Beispielsweise befürchten die Gegner, unser Projekt hätte Einfluss auf die Trinkwasserversorgung des Ortes, das ist jedoch nach Auskunft des örtlichen Wasserversorgers nicht der Fall“.

„Wir suchen auch weiterhin das Gespräch mit den Anwohnern und stehen für Fragen jederzeit zur Verfügung. Wir möchten das Projekt nicht aufgeben. Unser Gemüsebaubetrieb, aber auch die Region an sich haben die Chance ihren Selbstversorgungsgrad zu steigern und sich nicht weiterhin, in großen Maße von ausländischer Produktion abhängig zu machen“, sagt Höfler abschließend.

Für weitere Informationen:
Peter Höfler
Höfler Gemüse GbR
Spargelfeldweg 1
90425 Nürnberg
www.hoeflergemuese.de 
peter.hoefler@hoeflergemuese.de 

Johann Peter
AKG Agrar Kompost GmbH
Cadolzburger Str. 3
90614 Ammerndorf
Johann.Peter@agrarkompost.de  


Erscheinungsdatum:
Author:
©



Erhalten Sie den täglichen Newsletter in Ihrer E-Mail kostenlos | Klick hier


Weitere Nachrichten in dieser Branche:


© FreshPlaza.de 2020

Melden Sie sich für unseren täglichen Newsletter an um immer auf dem neusten Stand zu bleiben!

Anmelden Ich bin bereits angemeldet