Babaak Golyardi, Saffraan.nl

"Der Absatz von Safran fiel aufgrund des Coronavirus stark ab, manchmal um bis zu 99 Prozent"

5000 Euro für ein Kilo, keine unbekannten Preise für ein Kilo Safran. Das 'rote Gold', das aus den Krokusstempeln besteht, ist wegen der arbeitsintensiven Ernte und Selektion eines der teuersten Gewürze. Für ein Kilo werden auch zwischen 110.000 - 170.000 Blumen benötigt. In den letzten Monaten hat das Coronavirus den Verkauf des wertvollen Gewürzes auf dem europäischen Markt erschwert.

Krokusfeld im Iran

Iran
Hauptanbauland für Safran ist der Iran. Das Klima und der Boden im Nordosten des Landes, in der Region Khorashan, sind ideal für den Anbau von Krokussen. 70% der Weltproduktion kommen von hier. Einer der Importeure auf dem iranischen Markt ist der niederländische Unternehmer Babaak Golyardi, der seine Wurzeln im Land hat. "Es fing eigentlich als Scherz an, als ich zusätzlich zu meinem üblichen Import iranischer Produkte ein Kilo Safran hinzufügte. Das war vor zehn Jahren. Im Jahr 2017 lief der Handel mit Safran so gut, dass ich dafür ein eigenes Unternehmen gegründet habe: Saffraan.nl."

Spitzenqualität
Da viele Akteure auf dem Markt aktiv sind, beschloss Babaak, sich auf hochwertigen iranischen Safran zu spezialisieren. "Die Qualität des Produkts ist sehr unterschiedlich und hängt wirklich von dem Preis ab, den man dafür bezahlen will", sagt Babaak während einer Tasse Kaffee. "Im Iran geht die Qualität von 'weniger gut' bis hin zur wirklich königlichen Klasse wie die Sargol- und Negin-Sorte, die im Persischen für Diamant steht, und die wir hauptsächlich führen. Nur 3% der Gesamtproduktion besteht aus diesen Varianten. Dass die Qualität so unterschiedlich sein kann, hat mit der Auswahl der Blütenstempel zu tun. Es handelt sich um lange Stängel, deren Ende tiefrot und der Stängel gelblich gefärbt ist. Wir entscheiden uns wirklich für den tiefroten Safran mit seiner hervorragenden Farbe, der mehr Sorgfalt bei der Auswahl und Aufmerksamkeit des Produzenten erfordert."

Europäischer Ansatz
Neben einem Fokus auf höchste Qualität verfolgt Babaak auch einen europäischen Ansatz. "Wir verfügen über Zertifizierungen und führen Laborforschungen durch, um die beste Qualität in Geruch, Farbe und Geschmack zu gewährleisten. Wir tun dies mit einem Partner in Frankreich, der die Kenntnis hat. Anschließend verpacken wir den Safran für unsere Kunden in Gläser. Wir haben auch eine Bio-Safranlinie, bei der die Kontrollen vom Feld bis zur Verpackung noch strenger sind. Wir importieren den iranischen Safran per Luftfracht in Ballen von 25 Kilo, meist über Deutschland, wo der Zoll Kenntnis von iranischen Produkten hat und weiß, womit er es zu tun hat."

Babaak hat auch eine Bio-Safran-Linie

Konsum in Europa
Wenn es verpackt ist, geht der größte Teil davon an europäische Großhändler. Allerdings gibt es beim Safrankonsum große Unterschiede. "In Südeuropa ist es ein bekanntes Produkt. Safran wird zum Beispiel zum Färben des Reis in Paella oder in bestimmten Gerichten mit Risotto verwendet. In den Niederlanden ist es weniger bekannt und geht vor allem an die Spitzenrestaurants, um den Gerichten zusätzlichen Reiz zu verleihen."

Safran wird u.a. zum Färben des Reis in Paella verwendet

In den letzten Monaten hat sich das Coronavirus jedoch stark auf den Handel ausgewirkt. "Safran ist ein Luxusprodukt, das vor allem im Gastgewerbe verwendet wird und das uns in zweierlei Hinsicht berührt hat. Erstens hatten wir es mit einem Lockdown zu tun, und zweitens sahen wir eine Tendenz zur Sparsamkeit in Restaurants. Safran wird dann schnell durch billigere Alternativen ersetzt. Glücklicherweise sehen wir, dass der Handel langsam wieder zurückkehrt, aber vor einigen Wochen konnten einige unserer Kunden nur 1% von dem verkaufen, was sie normalerweise tun."

Mit einer Spezialmaschine kann der Safran auch zu Pulver verarbeitet werden.

Hinzu kommt, dass das Produktionsland Iran nicht das Land ist, mit dem man problemlos Handel treiben kann. "Ich spreche die Sprache, ich kenne die Gebräuche, aber man muss sich immer noch mit finanziellen Embargos auseinandersetzen. Zum Beispiel kann ich meine iranischen Lieferanten nicht direkt bezahlen, das geht über einen Umweg. Das macht es manchmal schwierig. Aber das kann auch unsere Stärke sein. Mit 80 Millionen Einwohnern, die hauptsächlich Obst und Gemüse essen, ist es ein wichtiger Markt, auf dem Chancen liegen."

Betrug
Der teure Safran ist anfällig für betrügerische Praktiken. "Ein üblicher Betrüger ist die Einfärbung von Maisdrähten. Ein Trick, um zu sehen, ob es sich nicht um ein gefälschtes Produkt handelt, besteht darin, es in ein Glas kaltes Wasser zu werfen. Safran gibt nur in warmem Wasser Farbe ab. Doch viele dieser Tricks sind nicht 100%ig eindeutig, und es ist besonders wichtig, mit einem zuverlässigen Partner Geschäfte zu machen. Man kann also auch mit 100% Safran handeln, wo aber viele Pestizide eingesetzt werden. So etwas kann ich überhaupt nicht verstehen, denn so ein Kraut geht direkt in den Reis oder Tee zum Beispiel. Das muss doch wirklich ein reines Produkt sein."

Für weitere Informationen:

Babaak Golyardi
Saffraan.nl
Via Verdi 209
2272 WG Voorburg - Niederland
Tel: +31 (0)88 0 666 666
info@saffraan.nl
www.saffraan.nl  


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