Pommes-Crash, Gemüse spürbar teurer

Corona und die Agrarmärkte

Die Corona-Krise wirke sich bemerkbar auf die Agrarmärkte aus. "Die Marktsituation ist außergewöhnlich - Umsatzrekorde in den Supermärkten auf der einen, die komplette Schließung der Gastronomie auf der anderen Seite", sagte der Generalsekretär des Bauernverbands, Bernhard Krüsken, der Deutschen Presse-Agentur. Landwirte müssten sich auf Unsicherheiten einstellen, solange die allgemeine Konjunktur schwächele. "Die Nachfrage nach Lebensmitteln ist aber nicht grundsätzlich eingebrochen." Die großen Handelsketten stünden nun mit ihrer Einkaufsmacht in der "Mitverantwortung, eine Wertevernichtung wie in der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 zu vermeiden".

Obst und Gemüse

Bei Obst- und Gemüsebauern gebe es "einige Unruhen im Marktgeschehen", erläutern die Experten. Order des Handels kämen in Wellen, die Verbrauchernachfrage sei schwerer kalkulierbar. Gemüse werde aus Italien, Spanien und zunehmend den Niederlanden importiert. Heimische Äpfel seien gefragt, die Marktversorgung reiche wohl bis zur Ernte August/September. Bei wichtigen Saisonkräften fürs Ernten und Pflanzen habe sich die Lage entspannt - vorerst 80.000 Helfer aus Osteuropa können eingeflogen werden. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) mahnte nach einigen Verstößen, die Schutzauflagen einzuhalten.

Kartoffeln
Das Geschäft mit Pommes frites ist abgestürzt. "Der faktische Wegfall des Außerhaus-Verzehrs bringt den Absatz in ganz Europa praktisch zum Erliegen." Verarbeiter hätten die Produktion gestoppt oder planten es. Marktexperten schätzten einen "Überhang" an Fritten-Kartoffeln von zwei Millionen Tonnen in Nordwesteuropa - zum Vergleich: die ganze Kartoffelernte Deutschlands beträgt 10 Millionen Tonnen. Bei Speisekartoffeln sei eine Kaufwelle im Handel abgeebbt.

Verbraucherpreise
Die Nahrungsmittelpreise steigen schon seit einigen Monaten stärker als die allgemeine Inflationsrate - im April um vorläufig 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dabei gab es bei Gemüse einen Sprung um 26 Prozent, bei Obst um 14 Prozent, wie es im Marktbericht heißt. Hintergrund bei Obst seien überwiegend kleinere Erntemengen. Vor allem bei Gemüse aus Südeuropa zeigten sich aber Corona-Folgen: fehlende Erntehelfer und Logistik-Hindernisse. Dagegen sind Kartoffeln demnach nun viel günstiger. Die Preise für Schweinefleisch hält die Afrikanische Schweinepest in China hoch.

Quelle: Statistisches Bundesamt


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