Andreas Heizmann (Frischebrüder GmbH) zur bisherigen Ausnahmesituation

"Wir haben am Anfang der Krise sogar noch neue Kunden gewinnen können"

Am 1. November des vergangenen Jahres stiegen Andreas Heizmann und sein Bruder Thomas in die neu gegründete Frischebrüder GmbH ein. Die Großhandelsfirma mit Sitz im ehemaligen Gebäude der Greenyard Fresh Germany in Freiburg bedient nun einen breit gefächerten Kundenstamm mit regionalem sowie internationalem Obst und Gemüse. Obwohl die aktuelle Corona-Krise das erste Geschäftsjahr des Familienunternehmens überschattet, sieht das Management der Zukunft überwiegend positiv entgegen. „Mittelfristig gesehen werden wir aber leichte strukturelle Änderungen in der Branche spüren“, so Andreas Heizmann im Interview.

Die neue GmbH befindet sich zwar in unmittelbarer Nähe des hiesigen Großmarktes, es wird in der Regel aber ein etwas anderes Klientel bedient. „Die Großmarktanbieter orientieren sich überwiegend an Gastronomen und Tageseinrichtungen, unsere Kundschaft ist dahingegen etwas breiter gefächert und umfasst auch den regionalen Lebensmitteleinzelhandel sowie Wochenmarkthändler. Allerdings beobachten auch wir durch die Schließung einen sehr deutlichen Umsatzrückgang im Gastrobereich. Währenddessen werden im LEH sowie im Wochenmarkthandel höhere Umsätze erzielt: Unter dem Strich gibt es über den gesamten Umsatz hinweg nur eine leicht negative Entwicklung.“


Thomas, Egon und Andreas Heizmann stehen gemeinsam am Ruder des Freiburger Familienunternehmens Frischebrüder GmbH.

Wegfall der Gastronomie und veränderte Abverkäufe
Die Gastro-Schließung erfordert gemäß Heizmann auch im Freiburger Umland den Erfindergeist der Einzelunternehmer. „Auch bei uns gibt es Gastronomen die zum Beispiel Take Away-Geschäfte und Lieferdienste auf die Beine gestellt haben Diese Alternativen genügen dennoch bei weitem nicht um den normalen Umsatz zu erzielen.“ In den ersten Märzwochen seien die Geschäfte noch recht gut gewesen, schaut der Freiburger Händler zurück. „Auch das relativ gute Ostergeschäft hat uns sicherlich geholfen. Wir haben am Anfang der Krise sogar noch Kunden dazu gewinnen können, weil manche Einkäufer gewisse Artikel woanders nicht mehr bekommen haben. Zudem konnten wir auch im Bereich der Dienstleistung einige Aufträge hinzugewinnen.“

Auch auf Produktebene habe sich die aktuelle Ausnahmesituation bemerkbar gemacht, erläutert Heizmann. „Wir haben in den ersten Wochen der Krise Unmengen an Kartoffeln und Bananen verkauft. Bei den Bananen kam es teilweise sogar zu Engpässen in den LEH-Märkten. Währenddessen hat das Convenience-Segment – unter anderem durch den Wegfall der Gastronomie – stark an Bedeutung eingebüßt. Auch bei frischen Kräutern – etwa Minze, Koriander und Rosmarin – die sonst um diese Jahreszeit stark gehandelt werden, hält sich der Bedarf nun in Grenzen. Auch wir haben unser Sortiment gemäß dem veränderten Bedarf verschmälert: Fruchtexoten sowie asiatische Gemüse und Hülsenfrüchte haben wir bspw. zurückgefahren.“


Blick auf den Fuhrpark und Firmensitz am Freiburger Stadtrand, in unmittelbarer Nähe des hiesigen Großmarktes.

„Noch sind viele Fragen offen“
Auch im Freiburger Raum stoßen nun jede Menge regionale Spargel, Erdbeeren und Salate auf den Markt. Diese klassischen Saisonartikel werden auch in der diesjährigen Saison in den gewohnten Mengen nachgefragt. „Der mengenmäßige Konsum wird sich meiner Ansicht nach nicht groß ändern. Dennoch werden sich die krisenbedingt erhöhten Produktionskosten dementsprechend auf die Handelspreise auswirken.“

Alles in allem zeigt sich der Fruchtgroßhändler positiv: „Noch sind viele Fragen offen. Speziell für unsere Branche bin ich der Überzeugung, dass vor allem kleinere Anbieter vor große Herausforderungen gestellt werden. Seitens der Warenbeschaffung wird Regionalität zum erneuten Hauptthema werden. Hier möchten wir unsere Rolle als regionaler Vermarkter weiter stärken. Wie können wir die Versorgung im Land am sinnvollsten gewährleisten? Schließlich glaube ich auch, dass die Krise zu einer Neustrukturierung der bereits hohen Hygienestandards führen wird.“

Weitere Informationen:
Frischebrüder GmbH
Andreas Heizmann
Stübeweg 53
79108 Freiburg im Breisgau
T + 49 761 559 37-0
F + 49 761 506 320
mail@frischebrueder.de  
www.frischebrueder.de    


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