Gewächshaus-Blumenkohl: Nachfrage genug, also wird weiter angebaut

Der Blumenkohl mag an alte Zeiten erinnern, aber der Anbau ist sicherlich noch nicht abgeschlossen. Es gibt immer noch Gartenbaubetriebe, die ihre Gewächshäuser während der Winterzeit mit Blumenkohl füllen und ihn selbst oder über die Versteigerung verkaufen.

Die Verbraucher kaufen den Kohl, eine schmackhafte Delikatesse, weiterhin an den Ständen beim Bauern, beim O&G-Spezialisten oder so hier und da in einem Supermarkt. "Der Blumenkohl wird wieder Mode und das hilft auch dem Gewächshauskohl, der heute sogar als Snack-Gemüse verwendet wird."

Letzteres ist eine Beobachtung von Guy Jennes, dem Supervisor Sales bei BelOrta, für u.a. Blumenkohl. In der Zeit von November bis April oder sogar Mai erhält er Blumenkohl, der von einem Dutzend belgischer und holländischer Produzenten an die Versteigerung geliefert wird. Ein besonderes Produkt, das einem 'normalen' Blumenkohl sehr ähnlich sieht, aber auch ein Blumenkohl ist, der nicht mit importiertem Produkt oder dem aus der kalten Erde verglichen werden kann. "Der Geschmack ist viel feiner, die Kochzeit viel kürzer, was ihn wirklich zu einer eigenen Produktgruppe macht."

Bei BelOrta wird Gewächshaus-Blumenkohl und Unterglas-Blumenkohl, sowie auch Winter- und Frühlingsblumenkohl versteigert. Das Produkt aus dem Gewächshaus kommt gegen Weihnachten auf den Markt, und von dem Moment an gibt es Kunden, die speziell danach und auch extra dafür bezahlen wollen.

"Besonders der Gewächshauskohl, der mit sechs Stück in eine Tomatenschachtel passt, ist bei den Obst- und Gemüsespezialisten sehr beliebt. Die Kohlköpfe haben dann wirklich einen Luxuseffekt, auch wegen der Art und Weise, wie sie präsentiert werden", weiß Guy. Nachdem er sich die Daten angesehen hat, kommt er Anfang März auf etwa 214 Kisten mit 8 Stück und etwa 200 'Tomatenkisten' mit 6 Stück. "Immer noch schöne Mengen für ein Nischenprodukt, von dem wir an Spitzentagen auch fünf- bis sechshundert Kisten verkaufen."

Regional 'relativ gut bekannt', auch bei der jüngeren Generation
Einige kleinere Erzeuger in den Niederlanden haben nicht jeden Tag eine solche Anzahl. Eine Runde bei einigen der Produzenten zeigt, dass hier und dort noch Blumenkohl in kleinen Mengen von einigen tausend Pflanzen angebaut wird. "Die letzten wurden Ende Februar geschnitten", sagt Fred Mattern von Boeregoed zu Beginn März. Boeregoed ist eine Initiative des Westlandes, bei der regionale Produkte verkauft werden und die Menschen sozial zusammenkommen und bei der die Gesundheit an erster Stelle steht. Zum Sortiment gehört auch Gewächshaus-Blumenkohl aus eigenem Gewächshaus, in diesem Jahr mit dreitausend Pflanzen verteilt gepflanzt.

"Von Anfang Dezember bis Februar verkaufen wir Gewächshaus-Blumenkohl hauptsächlich an Privatpersonen und in unseren FarmShops, und wir verkaufen auch eine kleine Anzahl an Betriebsküchen und Kantinen. Die Menschen kommen speziell zu diesem Zweck an unsere Verkaufspunkte.

Man kennt den Gewächshauskohl oft aus der Vergangenheit, aber auch die junge Generation kennt ihn. Das Gemüse ist sicher im Westland gut bekannt. Außerhalb der Region ist das schon anders. In unseren Verkaufsstellen in Voorburg, Rijswijk und Den Haag beispielsweise kann man sehen, dass die Menschen bereits weniger damit vertraut sind."

Kälte
Sobald der erste Blumenkohl aus dem kalten Boden kommt, stopt Boeregoed mit dem Gewächshaus-Blumenkohl. "Man kann ihn immer noch im März pflanzen", sagt Fred, "aber dann konkurriert man mit dem Blumenkohl von großen Parzellen, der auf kaltem Boden angebaut wird. Es handelt sich wirklich um ein Saisonprodukt, das gut bei etwas Kälte wächst, aber man sollte es nicht das ganze Jahr über anbauen wollen."

Letzteres tun die Erzeuger, die BelOrta beliefern, auch nicht, obwohl viele von ihnen es wohl länger hinziehen. "Ab Anfang März versteigern wir auch den ersten Winterblumenkohl, aber das steht einander nicht im Wege", sagt Guy. "Aber Blumenkohl ist wetterempfindlich, und so sieht man manchmal, dass, wenn sich der Gewächshaus-Blumenkohl verzögert und es im April plötzlich Frühling wird, die Dinge durcheinander laufen und die Preise fallen. Selbst wenn der Importdruck hoch ist, wirkt sich das aus."


Gewächshaus-Blumenkohl unter dem Flandrialabel

Erzeuger folgen dem Durchschnittspreis
Ein anderer kleiner Landwirt aus dem Westland nannte den Import als Grund, um den Anbau von Blumenkohl im Gewächshaus zu beenden. "Alle mögen ihn, aber bei weitem nicht mehr jeder kauft Blumenkohl. Das macht es schwierig. Der Verkauf von fünf in einer Kiste ist immer noch möglich, aber wenn das nicht klappt, dann wird es schwieriger, sie loszuwerden. Heutzutage wählen die Familien einen größeren Kohl und nicht den handgroßen, wie es bei Gewächshauskohl oft der Fall ist."

Folglich sind es vor allem 'die kleineren, älteren Gärtner', die den Anbau noch pflegen. Ein Bild, das Guy teilweise wiedererkennt, in dem Sinne, dass es vor allem ältere Gärtner sind, die noch Gewächshauskohl anbauen, obwohl er auch jüngere Gärtner kennt, die sich damit beschäftigen. "Ja, es gibt sie sicher noch. Wir gehen nicht davon aus, dass die Anbaufläche einfach so zunimmt, aber es bedeutet auch nicht, dass der Markt schrumpft.

Eigentlich ist der Markt ziemlich stabil, und man sieht, dass, solange es Nachfrage gibt, und die gibt es, das Angebot bestehen bleibt. Alle Anbauer können den Durchschnittspreis fragen, und solange dieser Preis gut ist, wird es immer Pflanzer geben, die weiterhin Blumenkohl im Gewächshaus anbauen. Natürlich gibt es manchmal schlechtere Wochen, es bleibt eine Frage des Angebots und der Nachfrage und das Wetter beeinflusst den Markt, aber auch der Erzeuger selbst beeinflusst den Markt. So sieht man nach einer Periode guter Preise, immer Erzeuger, die auf den Markt kommen, wobei dann immer die Gefahr besteht, dass der Markt zusammenbricht."

Draußen ist nicht drinnen
Die letzte 'Gefahr" lauert immer bei Nischenkulturen. Aus diesem Grund gibt es im Gegensatz zu 'Blumenkohl vom Freiland' nur sehr wenige, wenn überhaupt, die es wagen, Blumenkohl in anderen Farben als weiß anzubauen. "Das ist in diesem Fall eine Nische in einer Nische, und das würde ich den Anbauern nicht empfehlen", sagt Guy.

John Buijsman, Crop Specialist Brassica bei Rijk Zwaan, kann sich vorstellen, dass die Produzenten die am schnellsten wachsenden farbigen Sorten im Gewächshaus ausprobieren, um zu sehen, ob eine Freilandsorte im Gewächshaus angebaut werden kann. "Das ist nicht unmöglich, aber in Bezug auf den Ertrag nicht praktisch, weil diese Sorten langsamer und größer sind, und sie daher das Gewächshaus länger beanspruchen und mehr Platz benötigen.

Darüber hinaus ist es manchmal eine Option für Erzeuger, schnelle 'weiße' Freilandsorten vor der Ernte im April in das Gewächshaus zu stellen, um vor der Freilandproduktion auf dem Markt zu sein. Man sieht jedoch, dass es sich dann hauptsächlich um eine alte Sorte von uns (Eva RZ) handelt, die im Gewächshaus angebaut wird. Spezifische Sorten für den Gewächshausanbau werden angesichts des schrumpfenden Marktes nicht mehr entwickelt."

Eva RZ, eine seit langem bestehende Sorte von Rijk Zwaan, die von Gewächshausbauern oft verwendet wird. Foto: Rijk Zwaan


Bei Syngenta ist die Sorte Ansari eine weit verbreitete Sorte, wobei Syngenta selbst den 18. Oktober als Pflanztermin hat, gefolgt von einer erwarteten Ernte in der Zeit vom 15. Februar bis 15. März. Foto: Syngenta

Auch nicht bei Syngenta, wie Koenraad Meyns, Produktmanager Blumenkohl für Nordwesteuropa, erklärt. "Wir haben keine spezielle Blumenkohlzucht mehr im Gewächshaus. Es gibt Pflanzer, die normale Sorten im Gewächshaus verwenden, aber wir raten davon ab. Die Freilandsorten für den Außenbereich reagieren sehr unterschiedlich auf den Gewächsanbau. Im Falle des Gewächshauskohls werden unsere verschiedenen Sorten von Ende Dezember bis Anfang März geerntet. Es handelt sich um eine Kulturpflanze, die man eigentlich nur in den Niederlanden und Belgien sieht, obwohl man z.B. in Polen einen überdachten Anbau hat und dafür eignen sich Freilandsorten besser."

Im Einzelhandelsregal im Flowpack
Als Produzent, nach noch mehr Unterscheidungskraft beim Anbau von Gewächshaus-Blumenkohl suchen, ist beim Anbau von Blumenkohl inzwischen nicht wirklich mehr notwendig. Der besondere Geschmack und die Kochzeit, das macht es aus. "Und darüber hinaus profitiert der Gewächshauskohl auch davon, dass er als 'neues' Snack-Gemüse wieder hip wird, wobei der Verbraucher das Gemüse dippen kann, da er auch prima roh gegessen werden kann", sagt Guy.

"Die Konsumenten dürfen das sicherlich noch mehr entdecken, damit der Gewächshauskohl bald zusammen mit einer Snack-Tomate im Winter auf dem Tisch steht. Inzwischen sind die meisten Verbraucher überhaupt nicht mehr mit den Jahreszeiten und dem dazugehörigen Gemüse vertraut und kaufen einfach, worauf sie Lust haben. Und das findet man auch in einer flämischen Supermarktkette, die Gewächshauskohl im Flowpack ins Regal stellt. Auf diese Weise wird der unverwechselbare Charakter des Gewächshaus-Blumenkohls weiter betont."

Für weitere Informationen:
BelOrta
www.belorta.be 
mvh@belorta.be 

 
 
 
 
 
 
 
 

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