Corona-Nachrichtenbulletin:

Akuter Preissturz, freiwillige Spargelstecher und Krise bei den Gurken

Akute Preisänderungen im Handel
Ein Streifzug durch die Gemüseabteilung eines Supermarktes im Bremer Umland zur Mittagszeit: Vier Euro kostet ein Kopf. Gleich daneben schmiegen sich schlanke grüne Salatgurken in einem Karton aneinander. 1,30 Euro kostet das Stück, kein Schnäppchen, aber verglichen mit dem Preis von vor zwei Wochen deutlich günstiger inzwischen. „Und nächste Woche gehen Preise für Gurken noch weiter runter“, sagt Heiko Faby, Inhaber des gleichnamigen Großhandelsunternehmens.

„Wir sind bei den meisten Waren fast wieder auf dem Stand von vor Corona.“ Das gilt auch für Brokkoli, mit vier Euro pro Kilo noch immer stolz im Preis. „Aber zu dieser Jahreszeit ist das schon okay“, sagt Faby zum Weser Kurier.

Rechts: Heiko Faby am Großmarktstand in Bremen.



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Weitere Informationen unter www.faby-frucht.de 

Not am Mann für sächsische Wochenmarkthändler: 'Uns verdirbt Frischware für 1,5 Mio. Euro!'
Sachsen sperrt als einziges Bundesland die Wochenmärkte zu. „Da wird es keine Lockerung geben“, so Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Dies sei eine Katastrophe für Sachsens Großhändler, sagt Philipp Pawlik von der „Erzeugervermarktung Ost – EVO GmbH“ zur Bild-Zeitung: „Bislang galten wir als systemrelevant, sollten die Versorgung der Bevölkerung aufrechterhalten. Wir haben u.a. 2000 Tonnen Salat, Tomaten, Broccoli, Himbeeren am Lager. Die Ware ist nicht bis Montag zu retten.“

Frischwaren für 1,5 Mio. Euro drohen zu verderben, müssten notfalls entsorgt werden. Solche Summen bringt die Großhändler (200 Mitarbeiter), die auch viele regionale Produkte vermarkten, in Existenznot. „Dutzende Lkw mit Früchten aus Italien, Spanien und Griechenland sind auf Autobahnen zu uns unterwegs“, so Pawlik. „Wir haben die Ware bezahlt, können sie nicht stoppen. Wohin beim Freistaat soll ich die Rechnung schicken?“

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Weitere Informationen unter www.erzeugervermarktungost.de 

Nachts auf dem Stuttgarter Großmarkt, tagsüber Krisenmanager beim Fußballverein
Für viele in der Sportbranche dreht sich während der Coronakrise das Rad nicht mehr so schnell wie früher. Bei Lutz Siebrecht, dem Sportlichen Leiter von Fußball-Oberligist Stuttgarter Kickers, ist das nicht der Fall. Denn um 1.30 Uhr klingelt derzeit der Wecker zuhause in Bad Überkingen. Ab 3 Uhr steht er bereits in seiner Firma Wirth & Co GmbH für Obst, Gemüse und Import von Südfrüchten auf dem Stuttgarter Großmarkt auf der Matte. Früher als sonst.

„Es gibt derzeit eher mehr zu tun, als in normalen Zeiten“, begründet Siebrecht gegenüber Stuttgarter Nachrichten. „Der Bedarf nach Zitrusfrüchten ist für diese Jahreszeit überproportional hoch, da die Vitamine eben auch gut fürs Immunsystem sind. Normalerweise werden jetzt eher Beeren nachgefragt.“

Sowohl am Großmarkt als auch im Fußballverein macht ihm die Krise zu schaffen: Alle Vereine hätten derzeit zu kämpfen, dass es kaum Einnahmen, aber weiterhin laufende Kosten gibt. „Wir werden das aber überstehen, weil die Kickers gerade in dieser schwierigen Phase eindrucksvoll zeigen, dass sie eine Familie sind“, betont Siebrecht.

Gemüse wird es geben, doch zu welchem Preis
„Wenn es nicht zu lange dauert, dann gibt es keinen Engpass“, sagt Gemüsebauer Steffen Maack aus Bardowick zur Landeszeitung. „Gemüse wird es geben. Doch es kann passieren, dass nicht, wie bisher gewohnt, immer alles jederzeit verfügbar ist, und dass Produkte teurer werden.“

Auch die Frühjahrs-Aussaat klappt, weil auf dem Großmarkt in Hamburg weniger Ware abgerufen wird“, sagt der Landwirt. Er beliefert den Großhandel, das Bardowicker Gemüse landet dann in Supermarktregalen und in der Gastronomie. „Weil Restaurants geschlossen haben, werden zurzeit weniger Produkte benötigt. Dadurch haben wir weniger Aufwand als üblich und mehr Zeit für die Feldbestellung.“

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Weitere Informationen:
Wirth & Co. GmbH
Langwiesenweg 32 F
70327 Stuttgart
0711 4860480
info@wirthfrucht.de  

Krise bei den sächsischen Gurken: In Boxberg fehlen jetzt die polnischen Gurkenpflücker
Täglich werden in den Gewächshäusern des sächsischen GBT-Teams Boxberg auf 1,2 Hektar Fläche des großen Glashauses 5.000 Stangen-, Salat-und Minigurken geerntet. Aber am Donnerstag herrschte Abschiedsstimmung: Bis Mitternacht musste ein großer Teil der Pflücker*innen Deutschland verlassen haben, sonst wären die fleißigen polnischen Erntehelfer jenseits der Grenze in sofortige strenge 14-tägige häusliche Quarantäne geraten. Dies berichtet die Sächsische Zeitung.

Viele Pflücker*innen des Unternehmens kommen aus der Grenzregion und fahren jeden Tag aus familiären Gründen nach Arbeitsende in ihre Heimat. Für GBT-Geschäftsführer Frederik Rink bricht eine Welt zusammen: „Wo so schnell Ersatz finden? Auch sind viele der ehemaligen Kunden weggebrochen. Es muss ja weitergehen.“ Jetzt soll der Verkauf der grünen Vitaminspender wenigstens teilweise über den Hofverkauf abgefangen werden.

Weitere Informationen unter www.egm-eg.de/ 

Anstehende Rucola-Ernte gefährdet?
Dennoch befürchtet er, dass er in Schwierigkeiten kommen könnte, wenn wegen der Corona-Pandemie die Grenzen für Saisonarbeiter zu lange geschlossen bleiben. „Spätestens Anfang Mai, wenn ich mit der Rucola-Ernte beginnen muss, benötige ich mehr Leute als ich sie jetzt habe.“

Weitere Informationen:
Steffen Maack Gemüsebau
Huderstr. 8
21357 Bardowick
Tel: +49 177-3081169
steffen.maack@freenet.de 

Wiens Gärtner erntet 60.000 Kg Tomaten die Woche
Gärtner Stefan Bauer zieht im Glashaus in Wien-Essling auf 40.000 Quadratmetern 190.000 Tomatenpflanzen auf Schnüren hoch, ein Regenwasserteich sorgt für die Bewässerung. Gedüngt wird mit dem Dung aus einer Zucht afrikanischer Raubwelse, die sich in einem Nebengebäude befindet, ein Blockheizkraftwerk sorgt für konstante Temperaturen. Kreislaufwirtschaft heißt das Zauberwort.

Tomaten sind die Leidenschaft von Bauer, auch während der Krise. „Es gibt kein anderes Gemüse, das eine derartige Vielfalt hat. Wir haben sechs Tomatensorten im Angebot“, sagt Bauer. „In der Saison ernten wir 60.000 Kilogramm pro Woche.“ Die Sorten heißen: rote Mini-San-Marzano, gelbe und braune Cherry und Mini-Ovalis. Vermarktet werden die Paradeiser über die Genossenschaft LGV Sonnengemüse und landen bei Billa, Merkur, Penny und Lidl im Regal. Auch in der Corona-Krise ist für Gemüse gesorgt.

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Weitere Informationen unter www.lgv.at 

Mehrere Tausend Freiwillige für Spargelernte
Ein Hoffnungsschimmer für die Spargelbauern am Niederrhein: Mehrere tausend Freiwillige im ganzen Land hätten sich nach Aufrufen verschiedener Verbände als Erntehelfer gemeldet. Das hat die Landwirtschaftskammer NRW am Samstag (28.03.2020) mitgeteilt. Die Motivation der Erntehelfer: „Manchen geht es gar nicht ums Geld, andere sind in Kurzarbeit und brauchen einen zusätzlichen Job", so Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer.

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In Brandenburg ist man dagegen immer noch auf der Suche nach einer passenden Lösung für den Personalmangel. Da Saisonkräfte aus Osteuropa in derzeit wegen der Coronavirus-Epidemie nicht mehr nach Deutschland einreisen können, fehlen Erntehelfer. Der Einsatz müsse jedoch bei den Betrieben und den interessierten Arbeitern nüchtern betrachtet werden, sagte Andreas Jende, Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg, auf Anfrage von Berlin.de. Allzu große Euphorie sei fehl am Platze.

Ostbelgien: Schwierigkeiten bei der Warenbeschaffung aus Südeuropa
In Belgien führt die Krise zu Schwierigkeiten seitens der Beschaffung von Obst und Gemüse aus Südeuropa, berichtet das ostbelgische Nachrichtenportal GrenzEcho. „Wir tun alles, was wir können, um die Versorgung sicherzustellen", heißt es bei Delhaize. Ein Vorteil sei, dass die belgische Saison im nächsten Monat beginnt, betonen sie. „In dieser Zeit wird das Obst und Gemüse hauptsächlich aus Belgien und den Nachbarländern kommen. Das wird einiges vereinfachen. Mehr noch: Es wird ein größeres Angebot geben.“ Carrefour will den belgischen Produkten Vorrang einräumen und hat Maßnahmen zur Sicherung der lokalen Versorgung ergriffen. 

Bayer CropScience AG: 'Bisher keine Hamsterkäufe bei Pflanzschutzmitteln'
Die Saison beginnt gerade und die Nachfrage zieht an. Der Pflanzenschutzmarkt wird sich wegen der Corona-Krise kurzfristig nicht ändern, prognostiziert man. Die Bayer CropScience AG hat bisher keine Hamsterkäufe registriert, heißt es auf Nachfrage von Agrar Heute. „Das solle auch hoffentlich so bleiben“, heißt es im Konzern. Die Warenversorgung für das Frühjahr sei weitestgehend sichergestellt. Der Konzern setze alles daran, dass es auch im zweiten Halbjahr zu keinen Engpässen kommen werde.

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