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Kommentare und Kritik aus der deutschen Obst- und Gemüsebranche

"Der gesamte Markt ist über Nacht zusammengebrochen"

Man sieht einen deutlichen Unterschied bei den Reaktionen auf die Coronakrise bei den Akteuren in der Obst- und Gemüsebranche. In Gesprächen mit Zulieferanten stellte sich heraus, dass zwar deutliche Umstellungen im Arbeitsablauf eingeführt wurden, die allgemeine Angst um die Existenz jedoch noch nicht eingetreten ist. Man hoffe für das Beste, rechne aber mit dem Schlimmsten.

An den Großmärkten, in der Verarbeitung und Horeca ist das Schlimmste aber bereits an der Tagesordnung. "Quasi über Nacht ist der gesamte Markt zusammengebrochen", erzählt ein Lieferant. "Wir sprechen hier von Verlusten von 90%". Diese Zahl bestätigten auch schon Großmärkte und Großhändler in Österreich.

Welche Rolle spielt der LEH
Wer kann, konzentriert sich auf andere Verkaufskanäle, vorwiegend den LEH. Ein Transportunternehmen stellt beispielsweise Fahrzeuge und Fahrer dem Einzelhandel zur Verfügung um die Warenströme aufrecht zu erhalten. "Seitens einer Supermarktkette haben wir Informationen erhalten, dass es einen Einbruch von 30% bei den Umsätzen mit Obst und Gemüse gab. Andererseits heißt es von Lieferanten in ganz Deutschland, dass die Mengen an den LEH um 20-30% nach oben gingen. Es fehlt hier an eindeutigen Informationen." Das lasse die Befürchtung zu, dass der LEH im Zuge dieser seine Monopolposition weiter ausnutzt. "Wenn in einigen Monaten wieder alle handlungsfähig sind, dann werden wir möglicherweise die negativen Auswirkungen davon zu spüren bekommen."

Andere Wirtschaftsbereiche für die Erntehilfe?
Ein weiterer wichtiger Punkt in der Planung der kommenden Monate ist die Knappheit von Arbeitskräften. Saisonarbeiter aus dem Ausland können oder wollen nicht uneingeschränkt nach Deutschland einreisen, und das könnte sich langfristig auf die Versorgungssicherheit in Deutschland auswirken. Gleichzeitig sind viele Menschen in Deutschland nun entweder auf unbekannte Zeit freigestellt, haben eine Kurzarbeitsregelung oder keine Einkünfte aufgrund von Schließungen. Viele Erzeuger und Genossenschaften hoffen nun, dass gerade diese Menschen zwischenzeitlich Abhilfe schaffen können. "Die Hürde ist in Deutschland sehr groß und nur wenige möchten im Normalfall diese Arbeiten machen, das ist ja bekannt. Bei der aktuellen Situation jedoch wird sich zeigen, ob nicht doch der Eine oder Andere bereit ist mit anzupacken. Damit hilft man schließlich der Versorgung der Mitmenschen, man verdient aber auch noch etwas dazu."

Das Märchen der Solidarität
Es sei nun sehr wichtig das Netzwerk aufrecht zu erhalten: "Wir können nicht mehr liefern, aber wir möchten natürlich trotzdem in Kontakt bleiben und uns umeinander kümmern. Es ist wichtig informiert zu bleiben, in dieser Krise kämpft nun aber jeder für sich selbst. Das ist sehr schade."

Diesen Eindruck teilen auch andere: "In ihrer Ansprache vor zwei Tagen sagte Bundeskanzlerin Merkel, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt nun auf die Probe gestellt werden - die Reaktion der Bevölkerung auf die aktuelle Situation hat jedoch gezeigt, dass wir in einer reinen Ellenbogengesellschaft leben. Es gibt keine Freiwilligkeit mehr und unser Sozialstaat und die Solidarität existiert nur, wenn er gesetzlich vorgeschrieben wird."


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