Bernd Kugelmann, PfalzBio:

"Schwieriger Arbeitsmarkt hält den Wettbewerb beim Bärlauch klein"

Die Saison für Bärlauch hat in Deutschland offiziell begonnen – noch sind die Mengen eher klein, ab nächster Woche werden jedoch stabilere Volumen erwartet. Bernd Kugelmann von PfalzBio aus Kandel hat in dieser Woche schon gut 1000kg der Spezialität geerntet.

"Während der Hauptsaison erwarten wir
bis zu 10 Tonnen pro Woche. Nach vier bis sechs Wochen, spätestens Ende April, ist es dann auch schon wieder vorbei mit dem Bärlauch für dieses Jahr", so Kugelmann. In diesem Jahr sind die Umstände für die Ernte des wilden Krautes, das ausschließlich auf den leicht sauren, feuchten Böden des Laubwaldes Waldes im Schatten wächst, alles andere als ideal: "Wegen den kürzlichen Stürmen und dem Borkenkäfer herrscht vielerorts Einsturzgefahr von Bäumen auf Waldflächen. So können wir nicht so ernten wie wir das gerne würden."

Bärlauch wird immer beliebter in Deutschland: "Es ist ein sehr saisonales Produkt, das auch sehr gut zum Frühlingsklassiker Spargel passt. Da er rein wild wächst ist er auch in den meisten Fällen in Bioqualität. Die Verbraucher sind bereit dafür etwas mehr zu bezahlen." Das sei aber auch notwendig: "Man hat hier einen ganz anderen Arbeitsaufwand. Wir schneiden mit einer Ernteleistung zwischen 2-5kg pro Stunde. Daher sehen wir einen Schalenpreis von circa 2,00€/100g im Handel."

Der Bärlauch ist durch den gesamten Handel hinweg beliebt, ob Naturkosthandel oder Discounter. "Aldi ist beispielsweise vom ersten bis zum letzten Tag der Bärlauchsaison dabei und auch sehr flexibel was den Beginn und das Ende der Ernte angeht, das ist bei so einem Produkt auch notwendig", weiß Kugelmann.

Die wachsende Beliebtheit zeigt sich auch in der Anzahl der "Produzenten" beziehungsweise Sammler. Das spiegelt sich im Wettbewerb um die zu erntenden Flächen wider: "Ein Anteil des Umsatzes mit der Ware geht an den Besitzer der Waldfläche, wer hier ein besseres Angebot macht ist im Vorteil. Im Januar oder Februar entscheidet sich wie viel Fläche man bekommt und wie viel man anbieten kann." Was zunächst nach einem Problem aussah hat sich letztendlich aber nicht durchgesetzt: "Die ersten zusätzlichen Mitstreiter verschwinden schon langsam wieder vom Markt. Es ist sowieso schon schwer Personal zu finden, gerade für eine so kurze Saison ist es fast unmöglich, wenn man keine Möglichkeiten hat die Mitarbeiter längerfristig zu beschäftigen."

Bei PfalzBio geht die Bärlauchsaison direkt zu den Erdbeeren über – so löst Kugelmann dieses Problem. "Das Sammeln des Bärlauchs endet quasi mit den ersten Erdbeeren. So ergänzen sich die Ernten ideal. Wenn die Erdbeeren früh dran sind, hören wir früher mit dem Bärlauch auf." Er erwartet die Umstellung auf Erdbeeren aus Minitunneln gegen Ende April oder Anfang Mai.

Er sieht auch noch andere längerfristige Trends am deutschen Markt. "Saisonale Winterartikel gewinnen maßgeblich an Bedeutung. Die Leute wollen wieder 'alte' Gemüsesorten. Deswegen haben wir in diesem Jahr auch größere Anbauflächen für Bio-Pastinaken und Bio-Wirsing. Diese Sorten bieten wir zwar schon immer an, aber in wesentlich kleinerem Umfang. Lange Zeit konnte man die jüngeren Generationen nicht für solche Produkte gewinnen – jetzt wollen alle sie haben", so Kugelmann abschließend.

Für weitere Informationen:
Bernd Kugelmann
PfalzBio
Sonnenweg
76870 Kandel
Telefon 07275 / 9 51 77
E-Mail info@pfalzbio.de 
Web www.pfalzbio.de


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