"Coronavirus keine direkte Bedrohung für die Fruit Logistica in Berlin"

Das Coronavirus breitet sich schnell aus in China und hat inzwischen auch andere Länder erreicht. Nach gestrigem Stand gibt es auch drei bestätigte Fälle in Deutschland, so ist die Infektion in zwei Ländern Europas angekommen. In der kommenden Woche findet die internationale Leitmesse für die Obst- und Gemüsebranche in Berlin statt und einige Aussteller beginnen sich Sorgen zu machen. Unternehmen aus aller Welt werden teilnehmen, darunter auch gut 90 chinesische Firmen.

Offizielle Stellungnahme der Fruit Logistica-Organisatoren
Die Organisatoren der Messe haben inzwischen ein offizielles Statement abgegeben. Ein Sprecher kommentierte das Vorgehen während der Messe: "Wir freuen uns unsere Besucher nächste Woche in Berlin begrüßen zu dürfen. Die ersten Fälle des Coronavirus wurden in Deutschland bestätigt. Die Behörden in Berlin haben bereits bekannt gegeben, dass man sich sehr gut vorbereitet fühlt um potenzielle Patienten zu behandeln."

"Die Sicherheit und Gesundheit unserer Aussteller, Besucher und Partner hat für uns höchste Priorität. Wir erwarten, dass das Virus keinen Einfluss auf die Veranstaltungen der Berliner Messe hat, aber wir haben einige Maßnahmen implementiert um uns besser vorzubereiten und die Sicherheit aller Teilnehmenden sicherzustellen.

- Wir werden eine Reihe von medizinischen Schnellreaktionsteams und anderen Gesundheitsexperten hier vor Ort haben, die sich mit allen möglichen Situationen befassen werden, die auftreten können.

- Zusätzlich zu den bereits in allen Toiletten und Waschräumen der Veranstaltung installierten Händedesinfektionsgeräten, werden nun an allen Eingängen der Ausstellung Händedesinfektionsgeräte zur Verfügung gestellt.

- Wir erhöhen die Häufigkeit, mit der unsere Einrichtungen desinfiziert werden."

Verschiedene Reaktion seitens der Aussteller
Die meisten Aussteller reagieren optimistisch und ruhig auf die kommende Messe - und den Einfluss den das Coronavirus auf die Fruit Logistica haben können.

Einige italienische Besucher und Aussteller sind besorgt aber werden trotzdem nach Berlin kommen. Nur wenige haben ihren Besuch abgesagt um ihre Gesundheit zu schützen. Die Meisten werden trotzdem anreisen und stellen sich klar gegen Panikmache. "Wir sind stärker als das Virus", kommentiert ein Akteur, der den Virus nicht als große Gefahr sieht. "Die Situation muss unter Kontrolle gehalten werden und wir freuen uns natürlich über Updates bezüglich der Ausbreitung und der Sicherheitsmaßnahmen."

"Es macht keinen Sinn jetzt Angst zu haben, ohne genaue Informationen von kompetenten Quellen. So weit ich es weiß ist die gemeine Grippe wesentlich gefährlicher als das Coronavirus. Natürlich ist eine Veranstaltung wie die Fruit Logistica, bei der viele Menschen aus allen Ecken der Welt in geschlossenen Räumen unterwegs sind, ein Risikofaktor bei der Verbreitung aller Art von Viren. Wir haben aber nie drüber nachgedacht nicht zu kommen", so der Manager eines spanischen Unternehmens.

Es gibt drei bestätigte Fälle des Virus in Bayern. Trotzdem scheinen sich die deutschen Aussteller noch keine Sorgen um die nächste Woche zu machen. Während die meisten etwas vom Virus gehört haben und sich über das Risiko einer solchen Veranstaltung für die Ansteckungsgefahr bewusst sind, wurden noch keine Maßnahmen in die Wege geleitet. "Wir haben nicht viel mit chinesischen Firmen zu tun und erwarten auch keine große Bedrohung", so der Organisator eines Gemeinschaftsstandes in einer der deutschen Hallen.

"So lange wir ausstellen dürfen und es keine Einschränkungen bei der Einreise nach Europa gibt, werden wir kommen", so Tina Sun von Fresh-Key, einem der chinesischen Aussteller. Die meisten chinesischen Aussteller und Besucher gehen ähnlich mit der Situation um, nur wenige überlegen den Besuch in Berlin abzusagen. Die chinesischen Firmen sind sich des Risikos sehr bewusst und tun alles in ihrer Macht stehende um die Ansteckung und die Verbreitung des Virus zu vermeiden.

Bei Kay Bee Exports aus Indien ist man sich des Ausbruchs zwar bewusst, man macht sich jedoch keine Sorgen um die Messe. "Es gibt keine Fälle in Indien und soweit wir wissen ist auch Berlin speziell nicht betroffen. Wir werden ein Auge auf die Situation haben aber sind nicht besonders besorgt", so der CEO des Exporteurs.

Ein Erzeuger und Exporteur aus Ecuador scheint besorgt über den Virus und findet, dass Teilnehmende aber auch die Organisatoren der Messe aktiv werden sollten um die Sicherheit zu gewährleisten. "Wir sind schon besorgt, gerade weil so viele Menschen aus Asien zur Messe kommen. Wir werden Masken mitbringen aber ich finde, dass die Organisatoren am Eingang Kontrollen durchführen sollten."

In Australien gibt es einige Fälle des Virus, jedoch breitet es sich wesentlich langsamer aus als in China. Ein australischer Aussteller kommentiert: "Ja, ich will trotzdem nach Europa kommen, aber Sorgen mache ich mir schon. Ich habe einiges gesehen auf meinen Reisen über die Jahre, Raketen in Israel und natürlich die Gewalt in Hongkong letztes Jahr, das hat mich alles nicht verängstigt. Aber ein Virus ist nicht sichtbar und man weiß nicht, wer infiziert ist. Also mache ich mir natürlich Sorgen, ich möchte aber trotzdem zur Fruit Logistica kommen."

Chile ist der größte Exporteur für Kirschen nach China. Das Land steht gerade mitten in der Saison und die Sendungen von Waren nach China sind eine größere Sorge: "Bisher laufen unsere Exporte normal. Aber wir beobachten natürlich mögliche Auswirkungen, die das Coronavirus auf unsere Partner und Vertriebsmitarbeiter, sowie auf den Konsum unserer Früchte in China, haben könnte. Die Menschen in China vermeiden es aus dem Haus zu gehen gerade während der Neujahrsfeiern. Wir haben den Großteil unserer Waren - vorwiegend Kirschen - bereits vor den Feiertagen verkauft", so Ronald Bown, der Präsident der chilenischen Fruchtexportgenossenschaft ASOEX und Jorge Valenzuela, der Präsident von Fedefruta.

José Rodriguez von HTS México kommt als Besucher und möchte sich mit potenziellen Kunden zu Meetings treffen. Er macht sich keine großen Sorgen, da sein Unternehmen keine Geschäfte direkt mit China macht. Er sagt: "Wir machen uns derzeit keine Sorgen. Wir handeln nicht in Asien mit unseren Zitrusfrüchten. Also haben wir außer einer allgemeinen, weltweiten Vorsicht, keine Bedenken. Wir achten weiterhin auf die Entwicklung der Situation und lesen jeden Tag die Updates. Wir hoffen auf das Beste."

Die Organisation der Fruit Logistica verweist auf die offiziellen Social Media-Kanäle für Updates: "Bitte seien Sie versichert, dass wir die Situation sehr genau überwachen und wir uns im ständigen Kontakt mit den Gesundheitsbehörden des Bundesland Berlins befinden. Sollte es irgendwelche Veränderungen des aktuellen Standes geben, werden wir allen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WTO), den relevanten Behörden des Bundes und Landes, und der örtlichen Gesundheitsbehörden folge leisten."

"Bitte folgen Sie uns auf unseren offiziellen Social Media-Kanälen für Updates und hilfreiche Tipps und Informationen."


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