Zu Gunsten des Kerngeschäfts in Europa werden Investitionen aufgegeben:

Kaufland stoppt Expansion in Australien

Die Baugenehmigungen lagen schon vor, nach Personal wurde in Down Under auch schon gesucht. Da blies Kaufland seine Australien-Pläne am Mittwoch plötzlich ab. Das spreche nicht gegen Australien, versicherte ein Sprecher des Großmarktdiscounters der Schwarz Gruppe. Vielmehr wolle sich Kaufland "aufgrund der fortschreitenden Konzentration im europäischen Lebensmitteleinzelhandel" auf seine "europäischen Kernmärkte" konzentrieren. Klar gehört Deutschland dazu.

Foto: ©Kaufland 

Ende des Monats will der Handelskonzern Metro alle 276 Filialen des SB-Warenhauses Real verkaufen. Klaus Gehrig, Chef der Schwarz Gruppe, hatte vor Monaten Interesse an 100 bis 120 Real-Filialen bekundet. Wie viele davon am Ende an Kaufland gehen, ist offen. Metro will Real zunächst an die Immobilieninvestoren X + Bricks und SCP Group verkaufen. Die reichen die Filialen dann im Paket an Interessenten wie Kaufland, Edeka oder Globus weiter.

Die Entscheidung hat heute innerhalb des Unternehmen für reichlich Aufregung gesorgt. Denn Kaufland hat in Australien mittlerweile Investitionen von Hunderten Millionen Euro getätigt ohne einen einzigen Markt eröffnet zu haben. Mehr als 200 Mitarbeiter sind bis heute in Australien beim deutschen Großflächendiscounter beschäftigt, das gesamte Team musste jedoch heute die schwere Entscheidung akzeptieren.

"Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Wir haben uns in Australien stets willkommen gefühlt", so Frank Schumann, kommissarischer Vorstandsvorsitzender Kaufland. "Wir danken unseren Mitarbeitern und unseren Geschäftspartnern, die uns in den vergangenen Monaten intensiv unterstützt haben. Ebenso danken wir der Politik, die unseren Planungen immer sehr aufgeschlossen gegenübergestanden hat."

"In Europa erkennen wir für uns ein großes Wachstumspotenzial. Wir werden die Konsolidierung des europäischen Einzelhandels aktiv mitgestalten und damit unsere führende Position weiter stärken", erklärt Frank Schumann. Neben Deutschland ist Kaufland in Polen, Tschechien, Rumänien, der Slowakei, Bulgarien, Kroatien sowie der Republik Moldau mit rund 1.300 Filialen und 132.000 Mitarbeitern vertreten.

Quelle: Süddeutsche Zeitung / chip.de


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